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Ullrichs shots

Bericht von Ullrich

So, bald geht es los. Am 8.7.2018 startet der überwiegende Teil der Familie Kohl in das Abenteuer die Strecke von Garmisch zum Gardasee mit dem Mountainbike zu bezwingen. Für Claudia, Sabine und Oskar ist es Premiere, während es für mich nun schon die vierte Tour mit dem Mountainbike in den Alpen ist. Was alles anders wird, als die letzten Jahre, mögen die nächsten sechs Tage zeigen. Der Beginn ist schon einmal vielversprechend.

Nachdem wir heute später losgekommen sind, als geplant, sind wir nach einigem zähfließendem Verkehr und Stau um 14:30 in Garmisch Partenkirchen geweesen. Die Verspätung ist zu verschmerzen, sind wir doch später los gefahren, um unsere amerikanischen Freund Gary und Cindy zu Hause zu verabschieden. Und dazu war gestern noch ein schönes Abendessen in Wildemann angesagt. So sind wir dann gegen 06:30 Uhr in Goslar bei bedecktem Himmel abgefahren. Als wir den Harz endlich umrundet hatten, strahlte in Höhe Leipzig die Sonne vom Himmel. Und der Sonnenschein hat uns auch den ganzen Tag nicht verlassen.

So fuhren wir mit einer Pause im Sonnenschein über anfangs sehr freie, später dann doch sehr befahrene Autobahnen in Richtung Alpen. In Garmisch angekommen, traf uns erst einmal der Schlag. Eine Lautstärke, die seines Gleichen sucht. Unzählige Motorräder sind dort angesichts der BMW Action Days nicht nur zu sehen, sondern vielmehr zu hören gewesen. Nichts von der Ruhe, die wir eigentlich in den Alpen suchen. Wir fühlten uns eher wie in Hamburg auf den Harley Days, wo die lauten Zweiräder unsägliche Lautstärken und Luftverschmutzungen produzierten. Nun etwas ähnliches also in Garmisch.

Wie geschrieben, war es nicht annähernd schön, und als Sabine dann endlich gegen 16:54 in Garmisch mit dem Zug anreiste, waren wir froh, die laute Umgebung endlich zu verlassen. Auch wenn die Tour morgen richtig in Grainau, also in der Nähe von Garmisch los geht, so müssen wir heute noch in Ehrwald (also unserem ersten Etappenort) übernachten. Denn angesichts dieser BMW Tage sind alle Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe von Garmisch schon vor Monaten ausgebucht gewesen.

Auf dem Weg nach Ehrwald wieder unzählige BMW Motorräder, die allerdings häufig rücksichtslos fuhren, was man von diesen Fahrern so eigentlich nicht kennt. Aber so ist das eben. Jeder möchte hier seinen Spaß haben und wir wollen das morgen.

Die letzten Getränke sind eingekauft, die Zimmer für die Nacht bezogen und der Blick auf das Ehrwalder Moos aus unserem Zimmer ist herrlich. So musste Oskar (danke Oskar, wir wissen es sehr zu schätzen, dass Du freiwilig auf einem Foto erscheints), Claudia, Sabine schnell für ein Selfie herhalten. Aber die Aussicht hier in der nachmittäglichen Sonne gibt das Foto sowieso nicht wieder. Aber einen ersten Eindruck zeigt es schon...

Nun freue ich mich auf morgen. Ob ich Probleme haben werde, wir die Tour zeigen. Ich bin sicher nicht os fit wie die letzten zwei Jahre. Aber es wird schon. Sabine ist hoch motiviert, Claudia wird wohl morgen erst so richtig nervös werden. Und Oskar? Oskar hat sich pünktlich zur Tour noch die Hand verletzt. Mal sehen, ob er morgen überhaupt fahren kann. Aber wie es auch sein wird, er wird versuchen, sich durchzubeissen, wenn es nur annähernd geht. Die Chancen stehen allerdings schlecht.

Also bis morgen, wo eine Halbtagesetappe von Grainau nach Ehrwald anliegt. Die Vorhersage sagt, dass es regnen soll, zumindest am Nachmittag und dort, wo wir fahren werden. Also warten wir es ab....

Einschub von Sabine und Claudia

Wir haben beim Mooswirt gegessen und weil uns Ullrich gesagt hat, dass wir gut und viele Kohlehydrate essen müssen, sind wir beide jetzt voll genudelt: Sabine hatte ein großes Schnitzel und Pommes und ich hatte eine Portion leckere Nudeln mit Gemüse. Als Nachtisch haben wir noch bei Oskar am Kaiserschmarrn genascht. Der hatte natürlich vorher auch schon, wie Ullrich, ein Schnitzel mit Pommes - von wegen der Kohlehydrate...

Wenn wir beide morgen nicht auf unser Fahrrrad kommen, dann liegt das an dem viel zu vielen Essen - Kohlehydrate machen nämlich total schwere Bäuche. Nun erholt sich Sabine bei einem grünen Veltliner auf dem Balkon - Blick auf die Berge und das Moos, Claudia belässt es bei einem Wasser, weil sich andere Getränke nicht mit den Kohlehydraten vertragen würden. Oskar telefoniert derweil mit Felina, die sich in Mallorca auf die anstrengende Woche in den Bergen mit den Kohls vorbereitet.

Da wir heute noch in der Lage sind sind, ganze Sätze zu formulieren, beschreiben wir noch die Abendstimmung auf dem Balkon: Links glockeln leise die Glocken der 5 Kühe vor sich hin, der Bauer fährt mit seinem kleinen Traktor gerade nach Hause, die Berge versinken langsam in den Wolken und es sind immer weniger Autogeräusche zu hören. So kann man das sich hier gut gefallen lassen.

Bis morgen dann an dieser Stelle viele Grüße von den Kohl-Bikern bzs. Bikerinnen...

 

Bilder des Tages

Abendstimmung mit Blick auf die Ehrwalder Sonnenspitze

ABendstimmung mit Blick auf die Sonnenspitze in Ehrwald

 

Blick auf das Marienbergjoch, welches übermorgen auf dem Programm steht.

Marienbergjoch in der Dämmerung

Abschluss meiner ersten Transalp. Eigentlich kann ja nicht mehr viel schief gehen.

Es geht überwiegend bergab, schwierige Trails sind nicht zu erwarten und so ging es nach einem Frühstück mit frischem Engadiner Brot an den malerischen Oberengadiner Seen in Richtung Maloja. Ein kurzer Blick auf die Quelle des Inn rechtsseitig und schon geht es nach kurzem Fotostop über den Malojapass in Richtung Italien. Hier hieß es Straße fahren, wie fast den ganzen Tag. Also ging es mit schönem Tempo ins Bergell herunter und nach und nach wurde die Stimmung immer italienischer. Die Lieblichkeit der Tiroler oder auch Oberengadiner Häuser ließen wir hinter uns und fuhren mit schneller Geschwindigkeit in Richtung Chiavenna. In einer schönen Aussengaststätte wollten wir noch kurz Mittag machen, doch das Tempo von Lutz und unserer Truppe war zu schnell: Die Gaststätte hatte noch nicht offen, so dass wir unser letztes gemeinsame Mittagessen in der Fußgängerzone von Chiavenna einnahmen.

Von hier ging es mit leichtem Nieselregen auf die letzte (Teil-) Etappe: Der Comer See war nicht mehr weit. Jedoch lag noch ein anstrengender Aufstieg über knapp 700 Höhenmeter zum Tracciolino Trail vor uns. In der sengenden Mittagssonne war das kein Vergnügen. Erst auf Asphalt, dann auf Schotter kurbelte ich was das Zeug hielt. Die Kraft ging dem Ende entgegen. Doch oben angekommen wurden wir mit einem tollen Trail auf einer alten Schmalspurbahn belohnt. Durch Tunnels und über Gleise fuhren wir hoch oben über dem Lago di Mezzola. Bis uns das Gewitter, welches aus Richtung Chiavenna und Bergell zu hören war, zur Umkehr zwang. 15 Minuten feinstes und schnelles bergab fahren schlossen sich so an.

Die letzten 10 Kilometer nach Colico nahmen wir mit stürmischem Wind auf uns. Nach einer Woche war das keine große Anstrengung. Ich war froh, hatte es geschafft (wer hätte das am ersten Tag am Marienbergjoch noch gedacht) und das auch ohne Unfall. Dieser sollte fast noch 100 Meter vor dem Ziel passieren. Denn übermutig fuhr ich freihändig, bis mich eine Gewitterböe erfasste. Gerade noch rechtzeitig kurz vor dem Sturz konnte ich den Lenker wieder anfassen und das Fahrrad auffangen. Tja, wenn man übermütig wird.

Das Eis am Rande des Comer Sees war groß, jedoch nicht größer als der Stolz , die knapp 400 Kilometer von Garmisch bis nach Colico über 4 Länder und 8600 Höhenmeter mit dem Fahrrad bezwungen zu haben.

Dolomites - Sella Ronda

on: 06 September 2017

Und täglich grüßt das Murmeltier, so begann der heutige Tag, an dem ich die Sella Runde fahren wollte und das dann auch gemacht habe.

Aufstehen recht früh, weil wir -ja, das ist heute anders- um 08:30 loslegen wollten" Wir heißt in diesem Zusammenhang weitere Hotelgäste aus dem Bike Hotel, ein Guide und ich. Eigentlich mehrere Guides, weil es mehrere Gruppen unterschiedlichen fahrtechnischen Niveaus waren.

Aber welches Murmeltier grüßte mich denn nach dem Aufstehen? Nun, es waren mehrere, die sich im Alter von 27 Jahren in meinen Körper eingenistet haben. Diese blöden Herpes Viren lassen meine Lippen ab und zu nach starker Sonneneinstrahlung in Bläschen verwandeln. Gemerkt und sofort mit dem entsprechenden Pflaster den Kampf aufgenommen. Aber der Kampf ist prinzipiell aussichtslos. Ich hätte ggf. weiter Zinktabletten, wie vor meiner Transalp nehmen sollen. Aber sei es drum, wer nicht hören will, muss fühlen.

Also ging es mit meinem Fahrrad, mehreren Mitstreitern und meinen Lippenbläschen los auf eine Tour, die mehrere Tausen Tiefenmeter, also bergab Fahren bedeuteten. Und bei der ich 500 Höhenmeter bergauf strampeln durfte. Für den Rest nahmen wir Seilbahnen und Sessellifte. Das ist ja das, was unserem Sohn Felix so gefällt. Und ich finde es eigentlich nicht so toll. Ist ja nicht anstrengend! So sage ich es Felix immer wieder, ob er es hören will, oder nicht. Und in der Hoffnung, dass er das jetzt hier nicht liest, weil ich sonst selber meine väterliche Autorität untergraben habe, muss ich dann doch sagen, dass es einen gewissen Reiz hatte und trotz Aufstiegshilfen recht anstrengend war. Denn bergab fährt man mit dem Mountainbike im Stehen. Und da merkt man dann, welche Muskeln die letzten Tage, Monate, Jahre dann doch unterentwickelt wurden.

Es ging im Uhrzeigersinn herum um den Sellastock. Erst fuhren wir hoch zum Grödnerjoch. Was folgte war ein Flowtrail, der künstlich angelegt war, aber sehr viel Freude bereitet hat. Ich kam mit meinem Fahrrad immer besser voran und selbst in ruppigenTeilstücken, die natürlichen Ursprungs waren, ließ ich mein Rad machen, was es wollte und konnte so die Fahrt genießen.

In Corvara angekommen nahmen wir die zweite Seilbahn. Ich mit einem netten Belgier, der seinem Sohn den Urlaub zum Hochschulabschluss geschenkt hatte, und den ich angesichts seines Mutes bewunderte. Ohne richtiges Mountainbiketraining in den Bergen ist das schon eine Herausforderung. Ggf. sogar etwas leichtsinnig und zu unbedarft. Aber er und sein Sohn haben diese Tour bestens hinter sich gebracht.

Die Sonne schien von oben (von wo auch sonst?), es war nicht mehr kalt, und die Jacke nun im Rucksack. Oben angekommen fuhren 3 Mitstreiter einen Schotterweg herunter und 4 inklusive meiner Person einen Wurzeltrail. Der war auch nicht schlimm, bis auf eine Stelle, wo ich  fast einen Herzinfakrt angesichts der Ausgewaschenheit und der Steilheit erhalten habe. So schob ich fünf Meter und weiter ging es. Es sei noch erwähnt, dass ich den Trail zu schnell angefahren bin. Und nur durch meine exorbitant grandiose Köperbeherrschung (andere mögen das Glück nennen) konnte ich zu Beginn einen Sturz vermeiden. Will man ja nicht haben...

Nach dem Sessellift, den wir erreichten, mussten wir nun etwas für unsere Beine tun. Es hieß einige Meter bergauf zu fahren. Rechts vor uns die Marmolada, links der Heilig Kreuz Kofel und rechtsseitig die Sella Gruppe. Ein Bild, was man gesehen haben muss. Und so waren auch viele Wandeer unterwegs. In trauter Einigkeit mit uns Bikern. Viele Italiener, die viel entspannter sind als wir störrischen Deutschen. Denn es geht sehr gut, Wanderer und Mountainbikefahrer zusammen auf einem Weg. Man muss einfach nur Rücksicht nehmen. Beide Seiten! Es geht auch ohne Wegsperrungen. Und da können sich die Deutschen Behörden, sei es im Schwarzwald oder auch im Nationalpark Harz eine Scheibe von abschneiden.

Und es waren auf diesem Weg von der Seilbahn zur Almwirtschaft viele Wanderer unterwegs. Auch Andreas, ein Kollege der Konzernsicherheit. Ich glaubte es nicht. Ich fahre eintausend Kilometer von zu Hause weg, um Fahrrad zu fahren und sehe den Kollegen, mit dem ich in meiner alten Tätigkeit so häufig zusammen arbeitete. So klein ist doch die Welt. Nach kurzem Pläuschchen mit ihm uns seiner Frau musste ich los, die Gruppe war schon weiter voran gefahren und ich musste richtig Gas geben, sie einzuholen. Aber auch das gelang mir auf dem schönen Weg, der hoch, dann runter, dann wieder hoch und nochmal hoch ging. Der Weg führte uns zur Ütia Pralongia.

Nun folgten geschmeidige Trails, die sich sehr flüssig fahren ließen, manchmal einige Steine, nichts Schlimmes. Wir errichten den Lift Campologno, der uns wiederum einige Höhenmeter berauf brachte und fuhren dann feinsten Singletrail nach Arraba.  Wir querten die Hauptstraße in da sah ich es,  das kleine Cafe, Restaurant in dem ich mal vor Urzeiten mit meiner Schwester Sabine gegessen hatte. Das war an dem Tag, als sie angesichts von knappem Kraftstoff Abends im Dunkeln fast die Nerven verloren hätte. Überhaupt gab es einige Erinnerungen auf dieser Tour. Denn auch mit meinen Freund Frank Hermanns war ich schon mal hier. Mit Rennrad und Mountainbike. So machten wir vor ich glaube 26 Jahren unsere gemeinsame Sellarunde. Allerdings gegen den Uhrzeigersinn und dann ach auf der Staße über Grödnerjoch, Sellapass, Passo Pordoi und Campologno Pass.

Aber weiter mit dem heutigen Tag. Es war mal wieder Zeit, eine Seilbahn zu nehmen. Es ging auf zur Porta Vescovo. Als wir die Gondel, die im Übeigen keine Umlaufgondel war, sondern parallel mit einer zweiten Gondel den Berg hoch fuhr, verließen haute mich der Anblick um. Wir standen direkt gegenüber der Marmolada. Die höchste Erhebung in den Dolomiten. Es war schattig. Und das nicht nur wegen der Temperatur auf über 2500 Metern, sondern auch dadurch, dass die Sonne mittlerweile von Wolken verdeckt war.

So fuhren wir im Schatten eine Schotterstrecke bergab, die im Winter als Skipiste dient. Überhaupt werden hier viele Einrichtungen, die im Winter dem Wintersport dienen, im Sommer für Wanderer und Mountainbiker genutzt. Nun kam der technisch anspruchsvollste Trail des Tages. Ein Singletrail mit dem Namen Teufelstrail (oder Höllentrail, das weiss ich nicht mehr), an dem man sich fahrtechnisch richtig austoben konnte. Und das taten wir auch. Die Kraft neigte sich dem Ende, wir hatten noch nicht Mittag gegessen, und so konnte es zu kleinen Unachtsamkeiten kommen. Die haben aber wieder angesichts grandioser Körperbeherrschung keinen Sturz nach sich gezogen. Oder sagen wir es einfacher: Weil ich bannig viel Glück hatte.

Das Mittaggessen kam keine Minute zu früh. Wir nahmen es auf der Fondom Hütte ein. Nachfolgend ging es dann mit der Seilbahn in Richtung Passo de Pordoi, um nachfolgend einen technisch schwierigen Trail durch den Wald, einen Speed-Trail und eine Skipiste in Richtung Campitello zu fahren.

Wie den ganzenTag war die Reihenfolge klar: Walter vorweg, nachfolgend unser Mitstreiter aus Utah, dann Heike aus Leipzig oder ich und hinten dann Heikes Mann, Waldou aus Brügge und sein Vater sowie unsere Beggleiterin aus Utah. Durch Campitello ging es auf einem Wanderweg zur Seilbahn, die uns dann noch einmal über das Sellajoch brachte. Der Ausblick spectaciolous. So dachten wir alle in Englisch, weil das die Sprache des Tages war. Sellastock, Marmolada hinten rechts und linksseitig die Rückseite von Langkofel und Plattkofel, wie ich sie noch nicht gesehen habe. Ich kannte nur den Blick von der Seiser Alm, die ich mit dem Schlern links durch einen kleinen Pass sehen konnte. Nun ging es auf geschmeidigen Trails an einigen Stellen doch verblockt mit etwas Steinen in Richtung Wolkenstein. Die Geschwindigkeit wurde größer und zum Abschluß konnten wir es so noch einmal krachen lassen.

Zusammenfassend: Sehr nette Truppe (hätte ich in der Schnelle so nicht erwartet, aber ggf. verbindet doch das gemeinsame Hobby), grandiose Aussichten, viel Spaß, zusätzliche Bikebeherrschung gelernt und die Sicherheit, dass ich hier noch einmal wandern möchte. 

Aber morgen fahre ich noch einmal. Und zwar wieder mit einer Truppe aus dem Hotel. Und darauf freue ich mich schon.

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