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Ullrichs shots

2018

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Sunday, 22 July 2018 00:00

Dolomitentour 2018 - Tag1

So, nun ist der 29.08.2018 schon fast zu Ende, und der erste Tag einer Rundtour durch die Dolomiten vollbracht. Gestern sind wir frühzeitig aus Goslar aufgebrochen, um kurz nach 06:00 Uhr in Richtung Mühlbach in Südtirol zu fahen. Hier sollte unsere Radgruppe, die aus 6 Teilnehmern besteht um 18:00 Uhr das Kennenlernen vollziehen.

Nun, kurz nach Goslar das übliche. Eine dumme Autofahrerin in einem 3er BMW bremste bis auf 10 km/h herunter, um einen Betonmischer in einer einspurigen Baustelle auf der Bundesstraße aus dem Beschleunigungsstreifen die Vorfahrt zu geben. Wenn doch die Deppen endlich mal die Straßenverkehrsordnung lernen würden, so würden mehr kritische Situationen vermieden werden.

Sei es drum. Wir fuhren richtung Osten um nach ca einer Stunde dann den Kurs in Richtung Süden einzuschlagen. Die B6n, A14 und A9 war recht frei und so kamen wir mit 130 km/h recht flott voran. Bis kurz vor München, wo der Verkehr naturgemäß dichter wurde. Die Autobahn vom Inntal nach Kufstein war gesperrt. EIn brennender Lkw wurde gemeldet. So fuhren wir über die A96 in Richtung Garmisch. Auch hier Stau vor Eschenlohe. Aber kein Problem für ein Auto ohne NAvigationssystem. Abfahrt von der Autobahn, dann in Richtung Kochelsee, WAlchensee und in der Nähe von MIttenwald hieß es noch einmal in Deutschland tanken. Hier wurde auch der Fahrer gewechselt. Ich war dann nach über 600 km und knappen 6 Stunden doch zu müde und Frank übernahm.

Auch Frank kam gut voran, eine kurze Mittagspause aim Zirler Berg mit Blick auf das Inntal. DIe Autobahn war frei und so ging es zügig in Richtung Brenner. Mautticket bezahlen (online ging ja wegen EU Gesetzen nicht) und nach knapp25 Minuten waren wir auch schon in Italien. HIer wurde von uns noch das obligatorische Warnschild montiert und so konnten wir die letzten 25 Minuten nach Mühlbach in Angriff nehmen.

In Mühlbach trafen wir Mario, unseren Guide. Ein netter, fröhlicher lustiger Mann, der auch mal im Harz gelebt hat. Weiterhin kamen Karl-Franz (kurz Kalle), Markus und Markus dazu und unsere kleine Truppe war komplett. Wir haben von jedemm 2. 2 Polizisten, 2 Feuerwehrmänner, 2 ITler. Nur einen Guide. OB das gut geht?

Ja, es ging gut. Am ersten Tag zumindest. Soweit kann ich bis hier berichten. Denn der zweite Tag begann recht früh. Ich brachte die letzen Ausrüstungsgesgenstände, die ich nicht gedachte, mitzunehmen wieder ins Auto. Es war 07:00 Uhr. Christoph begleitete mich auch er wollte noch Sachen deponieren. Mein Ohr machte Probleme. Wie so häufig die letzen 4 Wochen. Piepen und Druckgefühl sind nicht normal, aber jetzt muss ich da durch. Und nach einem Frühstück war um 08:30 auch keine Zeit mehr daran zu denken. Denn wir fuhren ab 09:00 Uhr (die Kirchenglocken bimmelten gerade) in Richtung Rodenecker Alm. Das hieß erst einmal Aslphaltstraße bergauf. MAnchmal fast in der Falllinie, manchmal in Kurven. Es war steil. Und laut. Schlecht für mein Ohr. Die Lautstärke kam von Lkws und Pkws, die uns überholten. Hier war ein VErkehr wie auf dem Kuhdamm oder auf der A2 bei Braunschweig.

So fuhren /quälten wir uns knapp 900 Höhenmeter -oder waren es 800?- um dann endlich die Straße zu verlassen. Auf einem Schotterweg ging es weiter und es kam die erste schöne Aussicht über die Dolomiten.

Kunststück - heißt unser Tour doch auch Dolomiten Panorama Tour. Und so fuhren wir das PAnorama genießend berauf, bergab, bergauf, bergab. Es war alternierend unt teils verblockt. Anstrengung pur. Und immer wieder das Panorama. Wir sahen die Plose, die Geißlerspitzen und auch die Zillertaler Gletscher im Norden. Nach einer Johannesbeerschorle oder auch Radlern ging es wieter. Bergauf, bergab. Bis zum Mittag um 13 Uhr, wo wir einsam in er Natur in Ruhe, ungestört unser Mitgebrachtes Essen aus dem Supermarkt von Mühlbach zu uns nahmen.

Es gab Vinschgerl und Bananen für mich. Und Wasser aus der Trinkblase. Die Gespräche waren lustig, teils ernst über Bildung, Politik und was weiss ich und es ist klar. DIe Truppe hier ist eine tolle Truppe. So etwas wünscht man sich. Den Humor am rechten Fleck und vor allen Dingen teamorientiert. Hier wird die Gruppendynamik nicht studiert, sondern positiv gelebt.

EIn platter Reifen beim Guide und 5 Minuten nach ABfahrt bei Frank hielten uns kurz auf. Und es ging nach einer weiteren Stunde mit Super Panorama über tolle Trails bergab. Wir wollten nach Bruneck. Die Trails waren einfach nur klasse. Steil, teils verblockt, im Wald -also schattig. Wir fuhren jeder unser TEmpo und am Ende wurde gewartet. Ich kam mit einem Guide aus Südtirol ins Gespräch. Doch das war zu kurz, weil wir weiter mussten.

Und dann war da dieser eine Bauer, Landwirt, Grundbesitzer. Wir durften einen Trail nicht nutzen. Nur für Wanderer. WIr wollten dann usnere Fahrräder schieben. Da wurde er laut, dass er uns dieses verbietet. Sein -vermutlicher- Vater wurde noch lauter und Frank auch (hat er wahrscheinlich nicht gemerkt). Und so mussten wir wieder bergauf auf der Straße fahren, um die Straße ins Tal in Richtung Brunneck zu nehmen.

Markus und MArio suchten den Weg mit NAvi und Smartphone. Ach, da war er. Nach 15 Minuten fuhren wir in die richtige Richtung. Um 100 Meter bergab zu fahren. Diese 100 Höhenmeter mussten wir auch gleich darauf wieder bergauf fahren. Mist! Aber so ist das nun mal. Kann passieren. Ist nur ärgerlich. Warum? Weil wir Zeitdruck hatten. Wir wussten nicht, wann die letzte Seilbahn zum Kronplatz fuhr. Denn dort mussten wir noch hin, um dann Trails in Richtung St. Vigil zu nehmen.

Also nicht taktieren, sondern ratz fatz in die Pedale getreten und wir kamen an der Seilbahn an. Pünktlich. SIe wäre noch 60 Minuten gefahren. Mein Rad macht Sorgen. Vorna am Ritzel schlägt die KEtte über. Das ist nicht das, was gut ist. Und heute Abend muss es repariert werden. Wahrscheinlich ist ein Zahn im Zahnrad defekt. Schau'n wir mal.

Mit der Silbahn hoch, mein Schu stank nach Fäkalien - Kuhmist. So'n mist. Oben angekommen nahmen wir noch eine kleinigkeit Flüssigkeit zu uns. Radler für die anderen. Spezi für mich. Der Ausblick war grandios. Große Erhebungen, Hügel und auch Berge. Und das Dirndl sah auch noch nett aus. Und das Panorama in den Dolomiten - ein Gedicht. Leider war das Restaurant gerade im Begriff zu schließen, so konnten wir uns an dem Panorama nur ganz kurz ergötzen. Und es hieß wieder einklicken, Dämpfer und Federelement lösen und schon ging es in einen Trail. Ich fuhr mit Frank, Christoph und Markus den Flowtrail, während Mario Markus und Kalle den anderen mit mehr Sprüngen fuhren.

Es war mittlerweile 17:00 Uhr. DIe Kräfte schwanden und es hieß bannig aufpassen, damit nichts passiert. Kalle ist gestürzt, sonst aber zum Glück niemand.

Doich irgendwan hat auch der Spaß ein Ende, die Straße ist erreicht, einige MEter bergauf - nicht der Rede wert und es ging dann wieder herunter in Richtung St. Vigil. Meine Bremsen quietschen, meine Klamotten sehen nru noch dreckig aus. Ich bin ausgelaugt, mein Fahrrad knarzt und ich habe Hunger und Durst. Alles kein Problem. Das Hotel ist gleich erreicht. Gleich? Nun, in St. Vigil hieß es nochmal einige Höhenmeter zu erklimmen. Für die Zahlenfetischisten: Knapp 60 km 1800 hm. Mir ist das egal. Ich will nur noch duschen, trinken und essen. Doch wo ist das Hotel. Wir finden es nicht! Nach weiteren 30 Minuten. Es ist mittlerweilse 18:30 haben wir es gefunden. Super, klasse. Doch verglichen mit den bisherigen Hotels meines Reisveranstalter ist es nich superklasse. Es ist einfach, reicht aus aber kein Highlight. Nun, die hatten wir auch auf der Rodenecker Alm und auf dem Kronplatz. Wenn man Noten von A (schlechteste), bis E (die Beste) geben würde, wären wir heute bei doppeldeutigen "Doppel D".

So jetzt duschen un in 30 Minuten geht es Essen. Bis morgen, wo wir nach Arraba durch das Farnes Tal fahren werden Ich melde mich dann mit Bildern und weiteren GEschichten.

Bis dahin liebe Grüße

Ullrich

 

 

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Wie war es für Ullrich, auf seiner vierten Transalp?

14.7.2018 12:30 Uhr. Wir sind gerade vom Brennerpass los gefahren. D.h. wir sind schon wieder auf der Heimreise und die diesjährige (und meine letztmalige?) Transalp ist somit vorüber, erlebt, gefahren, genossen oder gar geschafft- Jede dieser Beschreibungen stimmt auf seine Art und Weise. Es war eine Transalp mit Höhen und Tiefen. Und das im wahrsten Sinne der Worte. Wir sind einige Tausend Meter bergauf gefahren und auch einige Tausend Meter bergab gefahren. Wir sind auch mehrere Hundert Kilometer geradelt. Mal auf Straße, mal auf Waldwegen, mal auf Fahrradwegen und mal auf Trails. Wir haben 6 Hotels kennen gelernt, wobei die alle von Ulp sehr schön ausgesucht waren. Auch das "Schlechteste" von ihnen war noch absolut ausreichend. Wenn man die Relationen beachtet!. Ich habe mich wohl gefühlt.

Nun, und wir haben 6 Tage unterschiedlichste Charaktere kennen lernen können. Es sind zwei Gruppen los gefahren. Oder besser gesagt 10 Individuen. 5 Frauen, 4 Männer und unsere beiden Guides Lutz und Julian.

Und wie es bei so zufällig zusammen gewürfelten Gruppen nun der Fall ist, harmoniere ich mit einigen besser, mit anderen schlechter. Die Gruppe funktionierte für mich überwiegend. Hatte jemand einen kaputten Schlauch, wurde ihm sofort geholfen. Ich hatte sehr nette Gespräche, wenn ich auf solchen Touren auch lieber mich genieße und die Natur. Für die guten Momente danke ich den Beteiligten. Danke Markus, danke Günter und Danke Thomas. Doch ehrlich muss ich auch sagen, dass ich den Zusammenhalt und die Stimmung, den ich bei meinen Touren im Jahr 2016 und 2017 erleben konnte, dieses Mal nicht gefunden habe. Warum nicht? Nun, da mag es mehrere Gründe geben.

Zum Einen müssen mir nicht alle Charaktere gefallen. Tun sie auch nicht. Wir sind ja eine Interessensgemeinschaft, die 6 Tage das gleiche Interesse hat. Aber nicht alle Interessen werden von uns geteilt. So war es für mich eben unpassend, in schönster Natur dauerhaftes Gerede zu hören (welches für mich nicht immer erhellend war), in meiner Wahrnehmung übermäßig künstliches Gelächter über Dinge, die ich nicht lustig fand. Und dann war da auch noch eine Überheblichkeit, bei Einzelnen gegenüber der Einsteiger Truppe. "Ist das hier nicht schöner, als in so einer Cappuccino Truppe durch das Tal zu fahren?", "Hast Du Dich nicht gelangweilt, als Du mit der langsamen Truppe gefahren bist...?" So viel Dummes Zeug habe ich auf keiner anderen Transalp erlebt. Und so viele Missachtung von Claudia und Sabine war für mich erschreckend. Musste den Wortführern dieser Worte doch klar sein, dass ich das als Ehemann und Bruder auch mitbekomme. Sensibilität 6, setzen!

Es war unpassend. Und dieses gerade von den Teilnehmerinnen, die aus Level 1 in die Level 2 Gruppe gewechselt waren. Wenn Claudia und Sabine Level 1 gefahren sind, und nicht schnell genug für zwei Damen waren, dann ist das OK, wenn sie in Level 2 wechseln. Wenn diese Teilnehmerinnen dann aber Trails nicht schnell fahren können, oder gar nicht fahren können und auch am Berg bei uns hinterher hängen, so ist es nicht mein Stil, hierüber zu lästern, wie die gleichen Damen das in meiner (und auch Sabines, bzw. Claudias Wahrnehmung) gegenüber der Level 1 Gruppe gemacht haben. Mich widert so ein Verhalten an und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das die Beiden gar nicht gemerkt haben. Ich hätte mich gefreut, hätten die beiden Freundinnen die Toleranz gegenüber der anderen Truppe an den Tag gelegt, die ich gegenüber ihnen gezeigt habe. Habe ich es den Beiden gesagt? Nein! Warum nicht? Weil ich einfach keine Lust hatte. Claudia jedoch hatte hierüber auch mit Lutz, meinem  Guide,  gesprochen und das war sehr gut.

Nun und dann war da das ewige Gesabbel, welches ich schon erwähnt hatte. Ich fahre die Tour, um die Natur zu genießen. Ich muss nicht die ganze Zeit reden und auch keine Geschichten hören. Mal ist das OK, aber nicht immer. So traf dann das MItteilungsbedürfnis einer Mitfahrerin (OK, ich wurde zu Beginn von dieser schon hierüber gewarnt) nicht das Hörbedürfnis von mir. Und ehrlich wen interessiert es, ob wir 420, 410, 400 oder 380 km gefahren sind? Und wen interessiert es, ob ich 10.000 Höhenmeter, 8000 Höhenmeter oder nur 6000 gefahren bin? Niemanden! Ich mach das doch nicht für Zahlen, sondern als Erlebnis und zum Wohlbefinden.

Ich könnte mir vorstellen, was man aus dieser Zahlenfixiertheit interpretieren könnte. Aber das steht mir nicht zu, hierüber zu urteilen. Es passt nur mit dem mehrfach gleichen Ausdrucksweisen dieser einen Mitstreiterin zusammen, die von Hackordnung, Trialordnung und ähnlichem sprach.

Sei es drum, jeder soll glücklich werden, wie er möchte. Jeder hat das gleiche Geld bezahlt, jeder soll so sein, wie er möchte. Und so habe ich aus der Tour das Beste gemacht, habe genossen und auch viel Spaß gehabt. Danke Markus, Thomas, Günther! Von Günter habe ich übrigens viel über Hopfenbuchen gelernt (nämlich, dass es diese überhaupt gibt) und ich habe viel über Wildschweine und deren Verhalten gelernt. Nun kann ich mit weniger Angst in Zukunft durch den Harz fahren. Ach ja, dass Douglasien auch gut riechen, wie Zirben, kann für mich in Zukunft auch noch wichtig sein. Daher nochmals Danke Günter.

Wobei ich abschließend sagen kann, dass die Tour Garmisch-Comer See oder auch die Level 3 Tour "Best of Trails" viel mehr hochalpine Erlebnisse hatte. Und dadurch waren sie viel schöner für mich. Trotzdem war es alles in allem eine schöne Tour, mit hoch engagierten Guides, netten Mitfahrern und schöner Landschaft.

Viele dieser Alpentouren werde ich  so nicht mehr machen und ich bin dankbar, dass meine Gesundheit die 6 Tage durchgehalten hat. Auch meine Kondition hat gehalten. Das war eine Sorge, die ich vor der Tour hatte, denn im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich in der Vorbereitung ja 500 km weniger trainiert. Und so kann ich sagen Ende gut, alles Gut. Und die wenigen negativen EIndrücke, die vergese ich. An den positiven Eindrücken werde ich mich -wie auch  in den Jahren zuvor- lange laben können. Und ich hoffe, dass Sabine und Claudia genauso denken können wie ich und ihre emotionalen Belastungen durch die oben erwähnte Missachtung auch vergessen können. Im Übrigen sei ja gesagt, dass die Leistungen für Neulinge viel Größer zu bewerten sind, als die von mir, der nun schon die vierte Tour hinter sich hat.

Noch ein abschließendes Wort zu unseren Guides: Danke Lutz für die Trials, die ich fahren durfte. Danke auch für die Rückmeldung zu meiner Fahrweise im Vergleich zu 2015 und Danke für die Eindrücke, die ich dieses Mal gewonnen habe. Und danke auch für die guten Gespräche, die wir während des Fahrens geführt haben. Mir wird unser Gespräch von Bozen hinauf zum Mendelpass wo wir 60 Minuten 12 km bei 500 Höhenmeter -ich musste einfach auch mal Zahlen bringen ;-)  in Erinnerung bleiben. Und das obwohl die Zeit wie im Fluge an mir vorbei ging.

Danke Julian für Deine einzigartige Art und Weise. Dein Humor ist einmalig. Dein Sarkasmuss ist das, was ich gut leiden konnte. Ich fürchte, dass ihn nicht jeder versteht. Und Danke Dir für die Art und Weise, wie Du Dich um Sabeine und Claudia gekümmert hast. Deine sozialen Qualitäten rufen einfach danach, dass Du hieraus etwas mehr machst. Und ich bewundere, dass Du so ein harter Typ bist, verwegen und risikobereit, dass Du Morgens Elmex nimmst und Abends Aronal. Das muss Dir erst einmal jemand nachmachen. Als Steigerung könntest du mal im Smoking an eine Tankstelle fahren und tanken. Dort steht ja immer "Not Smoking".
Noch ein Tipp zum Schluß: Tausch Deine Transalp Urkunde bei Bewerbungen wieder gegen Dein Physik-Masterzeugnis aus. Das kommt dann doch bei Personalern besser, die Dich einstellen wollen! Hätte ich einen Arbeitsplatz zu besetzten, der auf Dich passen würde, Du würdest ihn sicher bekommen.

In diesem Sinn, schließe ich jetzt kurz vor Garmisch meinen Blog zur diesjährigen Transalp. Ich sage Kette rechts und keep on riding..

Nachtrag 14.07.2018: In Grainau, wo wir noch Urlaub machen, traf ich zufällig meinen Guide Holger Schaarschmidt von der letzten "Best of Trails" Tour. Das war ein nettes Wiedersehen. Und ich nehme das Obige zur wahrscheinlich letzten Tour von mir zurück. Ich denke, dass ich auch nächstes Jahr wieder eine Tour fahre. Mit Holger. Mal sehen, ob es klappt.

 

Und was denkt Claudia nach ihrer ersten und sicherlich einzigen Trans Alp?

Die Äußerungen zu den Höhenmetern und Kilometern, zu den gefahrenen oder geschobenen Trails und dem einen oder anderen Charakter von Ullrich muss ich nicht wiederholen. Ich bin bestimmt auch nicht jedermanns oder jederfraus Sache - aber ich bin auf jeden Fall teamfähig und denke mir in mancher Situation eben meinen Teil.

Für mich gab es weder eine 'Hackordnung' bei der Reihenfolge der Radelnden noch einen Wettkampf gegen irgendjemanden aus der Gruppe. Für mich war es wie bei meinen Marathons und auch den anderen Läufen: Ankommen ist das Ziel und vor allem, dass es mir dabei und danach gut geht. Und genau das habe ich erreicht. Ich hatte keine Schmerzen (außer den üblichen jahreslang bekannten), ich fühlte mich etwas kaputt, aber richtig gut!

Als Sabine Ullrich irgendwann mal fragte, ob sie auch auf der Tour mitfahren könne, hatte ich zunächst Sorge, dass sie, die schon immer Sport gemacht hat, mich derart zieht, dass ich mich überfordere, nur, um nicht immer hinten anzuhängen. Auf unseren gemeinsamen Fahrten durch den Harz habe ich ihr das auch offen gesagt. Aber wir haben vom ersten Mal an gemerkt, dass das super passt mit uns beiden. Sabine war am Berg manchmal fixer, hatte da so ihren 'Lauf', ich war dafür bergab deutlich mutiger und wir harmonierten einfach toll beim Fahren. Wir haben wirklich schöne Touren gemacht und wollen das auch ab und an beibehalten.

Während der Tour ist das genauso harmonisch geblieben und es war einfach toll, Sabine, dass wir gemeinsam gefahren sind. Wir haben uns gegenseitig ermuntert und keine von beiden hat sich schlecht gefühlt, wenn es mal nicht so lief - da war eine ganz ehrlicher und aufrichtiger Zusammenhalt ohne jegliche Konkurrenz und/ oder Neid auf erbrachte Leistungen. So, dachte ich eigentlich, ist das in Sportlergruppen mit diesem Ziel, eine gemeinsame Tour zu machen, üblich. Nun, da wurde ich vom Gegenteil durch einige wenige Teilnehmenden überzeugt. Sicherlich habe ich das mit dem andern Guide thematisiert, aber eben nicht mit den betreffenden Radlern, aber im Nachhinein denke ich, hätten sie das ohnehin nicht verstanden. Empathie ist für manche nicht nur schwer zu schreiben, sondern auch zu empfinden. Es hat mich sehr verletzt, dass man sich auf meine Kosten amüsiert hat, aber auch hier ist mir klar, dass es sich nur um einen kleinen Teil handelt und wenn sie das nötig haben - bitte - wenn sie sich dadurch selbst aufgewertet haben. Ich habe dieses Päckchen irgendwann auch zugeschnürt und daraus gelernt habe ich allemal. Und ich hoffe, dass mein offenes Gespräch in Bozen auch etwas Nachhaltigkeit zeigt. 

Warum habe ich diese Tour gemacht? Weil ich es wollte - nicht, weil ich es schon konnte! Ich wollte es wissen und ich weiß, dass ich meinem Körper mit all seinen Krankheiten und Einschränkungen damit eine ganze Menge zugemutet habe. Wir beide sind an vielen Tagen nicht gut aufeinander zu sprechen und ich habe ihn diese Woche wahrlich provoziert. Aber er hat mich nicht wirklich im Stich gelassen. An der Norbertshöhe und am letzten Tag zum Abschlussfoto hatte ich Sorge, dass nun die Rache kommt, aber er hat es mir dann doch gegönnt, dass ich mit Stolz zurückblicken kann, dass ich es geschafft habe. Das Gefühl kann man schwer beschreiben, das ist einfach so ganz ruhig und warm und zufriedenstellend.

Und zum Abschluss noch ein paar Sätze zu unserem Guide Julian: Ich weiß nicht, ob er die Zeilen irgendwann mal liest, aber er war vom ersten Moment an der richtige für uns beide. Er war einfühlsam, konnte uns super einschätzen, das richtige Tempo und die richtigen Strecken für uns entscheiden und uns trotzdem auf charmante und geschickte Art immer wieder zu Höherem fordern. Es hat einfach Spaß mit ihm gemacht, sein feiner Humor ist einfach großartig und ihm konnten wir keine Steigung und keinen Weg abschlagen und irgendwie krumm nehmen. Wir haben während der Touren zu dritt viele schöne und interessante Gespräche geführt - also war da noch genug Luft :-) zum Atmen beim Radeln, Schieben und Tragen. Ich wünsche ihm, dass er seine Fähigkeiten und seine Kompetenzen im Umgang mit Menschen irgendwann nicht nur für seine Touren und sportlichen Aktivitäten nutzt, sondern den Mut für ein Parallel-Leben aufbringt, über das er ja selbst nachdenkt und über das wir auch immer wieder gesprochen haben.

Und Sabine - Dir danke ich, dass wir diese Tour so bravourös zusammen durchgezogen haben und dass Du eine so tolle Teampartnerin warst. Wenn ich nochmal fahren würde - immer wieder gerne mit Dir! 

Und der letzte Satz gehört Ullrich: Ich habe ihn auf der Tour an den Abenden doch auch immer wieder mal mit meinen Gedanken vollgesabbelt und dabei kam auch der Gedanke auf, dass ich mich so ein wenig in sein Hobby eingedrängelt habe. Ich habe ja einfach gesagt, dass ich auch so eine Tour mit ihm mitmachen möchte und habe gar nicht gefragt, ob er das auch gut fände. Er fand es aber gut und hat ja sogar diese Switch-Variante herausgesucht. Es war auch für ihn eine Umstellung, dass er diese Tage nicht nur an sich und seine Dinge denken musste, sondern eben auch an mich und uns. Und auch das hat hervorragend geklappt und ich danke ihm für diese Erfahrung und dieses Erlebnis. Ein weiterer 'Bonding-moment' in unseren 24 Jahren, die ja auch wie so eine Art Alpenüberquerung waren. Es war toll mit Dir und wenn ich noch einmal fahren würde - auch immer wieder sehr gerne mit Dir - zumindest dann an den Abenden nach getrennten Anstrengungen! 

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Ullrichs letzte Etappe

Freitag, der 13.7. Der letzte Tag der Alpenüberquerung von Garmisch zum Gardasee liegt hinter uns. Wie jeden Morgen hieß es aufstehen. Doch anders als die letzten Tage mussten wir nicht zu früh aus dem herrlichen Bett im Hotel am Molvenosee. Nein, die Abfahrt war mit 09:00 Uhr angesetzt und so konnten wir unsere müden Knochen und Muskeln eine halbe Stunde länger relaxen lassen und zur Schonung dieser beitragen.

Das Frühstück war reichhaltig. Irgendwie jedoch italienisch, denn die Lautstärke im Raum war für meine Begriffe viel zu hoch. Das ist jedoch das, was man wohl mit Italien verbinden muss. Nicht nur die laute Musik, die aus dem Vorraum in den Speisesaal herüber schallte und zu einem hohen Lautstärkepegel beitrug, sondern auch das Reden der wenigen italienischen Gäste hatte genauso, wie beim gestrigen Abendessen dafür gesorgt, dass bei mir keine ruhige Abendstimmung und nun Morgenstimmung eingetreten ist.

Macht auch nichts. Denn gleich sollte es ja wieder los gehen. 09:00 Uhr einklicken. Doch Julian, der Guide von Sabine und Claudia hatte sein Fahrrad noch nicht zu Ende gepflegt. Aber Julian kann man das ja gar nicht übel nehmen. Er ist so ein positives Energiebündel mit dem rechten Humor und dem gewissen richtigen Grad an Sarkasmus, dass man ihn eigentlich gern haben muss. Doch zurück zur Tour. Es ging also um 09:05 Uhr los. Erst entlang des Molvenasees, dann ging es eine kleine Straße herunter und hier ist es passiert.

Mein erster Reifenschaden auf dieser Tour. Trotz schlauchloser Reifen hat sich ein Loch im Hinterrad durch ein schwimmendes Fahrgefühl bemerkbar gemacht. Also hieß es Reifenwechsel. Das ist dann mit Hilfe von Markus und Julian recht schnell gegangen. Das Loch war durch die austretende Dichtmilch (warum hat die nicht gedichtet?) schnell gefunden, der Ersatzschlauch eingezogen und schon hechteten wir dem Rest der Gruppe, die nicht gewartet hatten, nach. Dank unglaublich guter Leistung hatten wir die Anderen recht schnell wieder eingeholt. Hierbei galt es noch einen steinigen, schottrigen Trail hochzufahren, der mit ca. 25% Steigung dann für einen Sturz sorgte. Nicht bei mir. Jedoch bei Julian. Und er sagte ihn vorher sogar noch an, als er um Abstand bat. Nix passiert, also ging es weiter und wir holten Claudia und Sabine ein. Claudia und Sabine wurden durch einen Guide einer anderen Truppe wieder auf den Weg gebracht. Denn Lutz und der Rest der coolen Gang hatten gar nicht gemerkt, dass sie Claudia und Sabine abgehängt hatten. Nun gut, passiert einmal. Ist ja alles gut gegangen.

Wir fuhren auf und ab über ganz normaler Waldwege durch ein nettes kleines italienisches Örtchen (den Namen habe ich leider vergessen), welches mit irgendwie an Don Camillo und Peppone erinnerte, bis wir dann nach einigen Höhenmetern oder besser Tiefenmetern das Tal erreicht hatten. Hierbei hatte Lutz noch die fabelhafte Idee, einen Trail zu fahren. Das wäre für Level 3 und 2 wohl möglich gewesen. Für Level 1 sicher nicht. So zog er sich (verständlich?) den Zorn einzelner Mitreisender auf sich zu. Der Trail war steil, teils sehr verblockt und nachdem die Ersten von uns hinunter gefahren waren, war auch der Weg aufgewühlt und extrem rutschig. Nun gut, manchmal vergisst man, wie so ein Weg ist, den man schon einmal gefahren ist. Im oberen Teil war er ja auch für mich fahrbar. Im unteren Teil bin ich dann gestürzt. Gehend ;-).

Im Tal fuhren wir nun gen Gardasee. Es sollte heute eine recht kurze Etappe werden, kaum noch Steigungen (ca. 500 Höhenmeter) dafür wollten wir Mittags den See erreichen, um noch etwas vom Gardasee zu genießen. Auf dem Radweg, der uns dem Ziel Riva näher brachte, musste ich kurz anhalten. Und die Gruppe fuhr vorbei. Das ist kein Problem, weil ich schon recht schnell fahren kann und so auch die Gruppe wieder einholen konnte. Doch nach 500 Metern kam ich in eine Ortschaft, mit 3 alternativen Fahrwegen. Ich wählte den linken. Richtig! Da habe ich ja mit einer Wahrscheinlichkeit von 33% ins Schwarze getroffen. Danach ging es geradeaus oder rechts. Tja, was tun? Ich sah Claudias Helm am Horizont also rechts. Und nach weiteren 500-600 Metern ging es links und rechts entlang.  Keine Gruppe zu sehen. Niemand wartete an der Kreuzung. Ich  war bedient. Das geht so nicht. Wenn einer aus der Gruppe fehlt, und eine Kreuzung kommt, muss man warten. 2 Mal habe ich Glück gehabt. Hier nicht. Denn ich fuhr links und das war falsch. Leider habe ich das erst nach ca 1,5 Kilometern realisiert.

Das hieß dann für mich, einen netten Landwirt fragen. Mit Deutsch, italienischen Wortfetzen und Händen und Füßen. Aber ich wusste, dass ich nun 1,5 km zurück fahren musste um dann noch einmal Gas geben musste, um die Gruppe einzuholen.

Ehrlich gesagt war das das zweite Mal diesen Tag, dass ein Gruppenmitglied verloren war. So geht das nicht! Das hat mich schon sehr enttäuscht. Egal, ich habe die Gruppe gefunden und bin dann mit Lutz, Claudia, Sabine in Richtung Arco gefahren. Der Rest der Gruppe wollte noch einen Trail fahren. Da hatte ich gar keine Lust mehr. Nicht auf den Trail und nicht nach der Verfolgungsjagd, die der Suche nach Dr. Kimble in Nichts nachstand. Dafür haben wir dann auf die Anderen wartend ein nettes Eis in Arco gegesen, bevor wir gemeinsam nach Riva aufgebrochen sind.

Riva, ein toller Name, aber für mich kein Ort, den ich erleben muss. Da ist der Marktplatz von Venedig wahrscheinlich nicht so bevölkert, wie dieser kleine Ort. Fahrradfahrer, wohin man sehen kann. Aber wir wollten ja nicht lange bleiben. Lutz hatte noch die tolle Idee, auf einen Aussichtspunkt zu fahren. Die Sonne brannte und 250 Höhenmeter in heißer Sonne lagen vor uns. Zum Glück auf Asphalt, welcher auch noch von unten brannte. Claudia war kaputt. Wer kann es ihr angesichts ihrer tollen Leistung übel nehmen? Niemand! Sabine fuhr gut. Und dann war da auch noch Oskar.

Ja, Oskar wollte am letzten Tag zumindest von Arco mit nach Riva und auf den Aussichtspunkt fahren. Ich war hoch erfreut, Claudia auch. Seine Hand ist noch nicht wieder ganz gesund, aber irgendwie war es ihm ein Bedürfnis. Und so kurbelte er mit Claudia den Berg hoch. Mit seiner Mama ;-).

Bis zum ersten kleinen Aussichtspunkt. Foto machen, auf Claudia warten, nochmals Foto machen und "HALLO". Da waren doch Peter und seine Frau aus Goslar. Am Arsch der Welt trafen wir nun einen Kollegen von Claudia und eine ehemalige Mitarbeiterin der PT Lounge von Christian Brink in Goslar. Was es doch für Zufälle gibt. Nun sind wir aber schleunigst weiter gefahren, weil der Himmel grummelte. Wir wollten ja noch zum Aussichtspunkt, einem Bunker über dem Gardasee.

Und das haben wir auch geschafft. Nicht trocken. Denn auf den letzten 50 cm kamen so einzelne Regentropfen herunter. Das tat der Stimmung keinen Abbruch. Und so wurden Fotos gemacht, Umarmungen ausgetauscht und der Blick in die schöne Seestimmung genossen. Doch es hieß angesichts des startenden Regens Abschied von hier nehmen. Claudia und Sabine über die Straße, der Rest über einen Trail. Claudia und Sabine wurden klitschnass, Oskar und ich nicht so sehr.

Oskar fuhr im Trial vor mir und ich war begeistert. Was der Bengel aus seinem Trailkurs mitgenommen hat, wie er das Fahrrad beherrschte, es war eine Wonne, das zu sehen. Und Lutz war auch davon angetan, wie Oskar auf dem Fahrrad saß.

Riva ist erreicht, knapp 420 km liegen hinter uns, und 6 Etappen waren zu Ende. Doch nicht ganz. Wir haben das Abschlusseis noch nicht gegessen. Und dass wollten wir jetzt nachholen. Die Eisdiele war voll, viele Menschen wollten sich vor dem Regen zurück ziehen. Wir fanden jedoch einen Platz für uns alle. Und das Eis war Bombe. Ich weiss nicht, warum ich immer so gutes Eis esse, wenn ich bike. Livigno: Top, Oberammergau: Super und hier einfach nur grandios. Die Eisdiele hieß Bar Gelateria Flora und ist nur zu empfehlen. Also, wer mal am Gardasee ist, sollte dort unbedingt einen Eisbecher essen!

Nun hieß es noch die Reise richtig zu beenden. Also musste das obligatorische Bad im Gardasee her. Also hieß es für mich und einige andere umziehen und ab in die Fluten. Das war der Lohn von literweisen Schweisstropfen in den letzten 6 Tagen. Und es war herrlich. Der See ist ja schöner gelegen als der Comer See, den ich vor 2 Jahren genießen konnte. Und es gab noch einen anderen Unterschied: Es wimmelt hier nur so von Goslarern. Hier in Riva wurde nun auch noch Oskar durch eine Goslarer Familie am Strand begrüßt. Wie klein die Welt doch ist... (hatten wir das heute nicht schon einmal?).

Nach einigen Fotos, bzw. unzähligen Fotos einzelner Gruppenteilnehmer ging es dann langsam wieder in Richtung Arco, wo unser kleines, niedliches Hotel Pace auf uns wartete. Toll, wie in alten Gemäuern so ein schnuckeliges Hotel eingebaut wurde. Ich hatte keine Lust mehr zu radeln. Markus ging es genauso. Zumindest nicht schnell. Und so fuhren wir wirklich sehr gemütlich genussvoll die letzten Kilometer, bis wir am endgültigen Ziel des Tages waren.

Oskar hatte eine Pizzeria für 19:00 Uhr klar gemacht. Er ist ja Fachmann. Und das Essen war nicht von schlechten Eltern. Super Pizza (ja, ich habe freiwillig Pizza gegessen), ein Vitello Tonato, was ich mit Oskar geteilt hatte, Käse, Salate. Alles vom Feinsten und in einer irren Geschwindigkeit serviert. Dazu noch freundliche Bedienungen. Warum gibt es so ein Restaurant nicht in Goslar?

Nach einem Eis am Marktplatz saßen wir noch bis 23 Uhr zusammen, bevor sich Familie Kohl verabschiedete. Kurz vor dem Weggehen, warme männliche Stimmen. Melodische Sequenzen, dynamische Musik. Was war das? Nun, ein Männerchor bestehend aus 9 Personen sang vor der Kirche einige Lieder. So wie der berühmte Südtiroler Bergsteigerchor sein "La Montanara" ivergangenen Jahrhundert sang. Das war einfach toll und war die richtige Einstimmung um nach einer langen, anstrengenden, schönen Tour gemütlich und genussvoll ins Bett zu gehen.

Nur das ewige Gesabbele einer Gruppenteilnehmerin war geeignet, die schöne Stimmung zu verstören. Alle hörten zu, nur sie musste reden. Ich weiss nicht, ob sie das gar nicht gemerkt hat, dass sie die Stimmung, die durch die Sänger hervorgerufen wurde, dadurch verdorben hat. Doch dazu in der Zusammenfassung morgen mehr.

Und hier sind die Ergänzungen von Claudia noch einmal:

Der letzte Tag sollte vor uns liegen und die Etappe sollten diesmal alle gemeinsam zum Gardasee fahren. Dabei grummelte es ein wenig in mir, da ich ja mit einigen Reaktionen auf mein Fahrvermögen doch innerlich immer wieder zu tun hatte. Aber es ging dann eben los, fix voran und natürlich bemühte ich mich, an der Gruppe zu bleiben. Was für die anderen als gemütliches Ausradeln betitelt wurde, war für mich am letzten Tag auch noch einmal echte Arbeit. Der Trail, den wir alle fahren oder natürlich auch umfahren konnten, hatte es schon in sich. Aber da ich keine Probleme damit hatte, ihn auch hinunterzuschieben, war mir das lieber und es war auch landschaftlich viel schöner, als alleine einen anderen, sicher langweiligeren Weg zu fahren. Es war auch mit Schieben und Tragen des Rades eine kleine Herausforderung, aber das fand ich gar nicht schlimm und ich stellte mich auch nicht ungeschickt dabei an - also fiel und rutschte ich nicht und ein kleines Stück konnte ich sogar fahren. Der Verärgerung, dass die Gruppe an Weggabelungen nicht eben kurz wartet oder Zeichen legt, die Ullrich dann auch spürte, hatten Sabine und ich schon hinter uns. Da wir alleine fuhren, Ullrich mit Panne, Markus und Julian hinter uns, die anderen weit voraus, rief ich einfach also einfach hinter einem Radler her, der auf einem E-Bike vorher munter an uns vorbeigeradelt war. Ich fragte ihn, ob er auch zum Garda-See wollte und er lud uns ein, ihn zu begleiten. Also radelten wir neben einem E-Bike her und konnten gut mithalten. (Na gut, so schnell fuhr er nicht.) Er berichtete, dass er seit 20 Jahren für 'Go crazy' Touren fuhr, gerade eine E-Bike Tour ausprobierte, um notwendige Akkuladungen und Pausen sowie die Strecke an sich zu testen, weil es in der nächsten Woche mit den Teilnehmenden losgehen sollte. Aber er war sehr erstaunt, dass unser Guide nicht an der Weggabelung auf uns gewartet habe, denn das sei ja wohl selbstverständlich und überhaupt orientiere man sich nicht an den Stärkeren und Schnelleren. Irgendwann trafen wir auf die anderen, der 'Gast-Guide' übergab uns sehr  freundlich an Lutz, der dann doch einsehen musste, dass es tatsächlich auf dem Weg die Weggabelung mit zwei gleichwertigen Wegen gab.

Dann düsten wir, gemütlich radelnd war das ja für die anderen, wie schon gesagt, weiter. Auf den letzten Trail verzichtete ich (Sabine auch) und die Guides tauschten die Gruppen, damit Julian den ihm unbekannten Trail auch fahren konnte. Wir trafen mit Lutz und Ullrich in Arco ein, sauten uns und die Räder auf dem Weg dorthin noch etwas ein und waren auch nicht gerade langsam unterwegs. Geschafft! - In Arco holten wir Oskar zu uns, der auf den Aussichtspunkt mitfahren wollte und dafür die Radklamotten schon angezogen hatte. Nach einer Pause für alle ging es auf den NUR 400 oder 500 Höhenmeter hoch gelegenen Aussichtspunkt, wo das Abschlussfoto gemacht werden sollte.

Die Norbertshöhe war schon eine Nummer, aber heute kam auch noch die pralle Sonne dazu. Die erste starke Steigung kämpfte ich mich mit Sabine hoch. Wir ermunterten uns gegenseitig. Oskar radelte locker neben mir her (nein, er sang keine indischen Lieder, aber erzählte mir nette Geschichten). Sabine kam dann bis zum nächsten Treffpunkt mit allen etwas fixer voran. Ich musste mich erst einmal wieder sammeln, bevor ich Ullrichs Fotowunsch nachkommen konnte und dann trafen wir, wie von Ullrich schon erwähnt, auf Peter und Petra aus Goslar. Ich wusste, dass die beiden am Garda-See mit dem Roller unterwegs waren, aber hätte nicht mit einem Zufallstreffen gerechnet. Zum Erzählen hatte ich aber keine Puste und wir wollten ja auch noch weiter. Peter ermunterte mich noch mit: Oh, das ist aber noch eine ganze Ecke, aber ich wollte da auf jeden Fall auch hochfahren. Also trat ich weiter in die Pedale und jetzt war es so, dass Sabine und ich wieder gemeinsam fuhren, weil sie keine Kraft mehr hatte und eigentlich die Tour für sie auch schon in Arco beendet war - so mental. Aber Tritt für Tritt kurbelten wir uns hoch und hielten auch nicht mehr am zweiten Zwischenaussichtspunkt an. Jetzt wollten wir auch weiter und wir haben es geschafft! Das Angebot am ersten Halt von Lutz, dass ich auch umkehren könne, wenn es zu anstrengend sei, empfand ich fast als beleidigend, denn das hätte auch bedeutet, dass ich nicht auf dem Gruppenabschlussfoto sein würde. Ein etwas unbedachtes Angebot, wie ich finde. Außerdem habe auch ich meinen Stolz - ich wollte da aus eigener Kraft hoch und ich habe das auch geschafft. Kaputt war ich, aber glücklich und aus eigener Kraft oben.

Sabine und ich sind dann, weil es uns eben nicht peinlich war, nur die Straße runter gefahren und haben nicht den letzten Trail geschoben. Es goss recht heftig und wir mussten uns konzentrieren, weil das mit dem Bremsen und der Sicht dann auch so eine Sache ist, aber wir waren glücklich und düsten dann doch recht fix bergab und waren am Ende klatschnass. Julian sammelte uns ein und den Rest mit dem Eis und dem Zusammentreffen mit Familie Schönfelder aus Goslar am See hat Ullrich ja schon geschrieben. Ich habe nur drei Kugeln Eis gegessen, aber die waren mega lecker und massig viel. Aber das war eine wirklich gute Belohnung nach dem anstrengenden Aufstieg zum Fototermin..

Das Bad im See war nichts für mich, ich habe auch kein Foto mit dem Rad auf dem Arm, im Wasser über dem Kopf oder sonst wo gemacht - ich war einfach nur froh, dass ich es geschafft habe. Ich mochte auch nicht großartig quatschen und 'rumwundern', ich wollte einfach nur das Angekommensein für mich genießen. Das gemeinsame Abendessen war lecker, aber auch hier hatte ich eher ein Bedürfnis nach mehr Ruhe um mich herum gehabt. Aber ich saß eh mit Sabine am Tischende und so konnten wir uns beide gegenseitig noch ein bisschen an unserer Leistung freuen und den Abend ausklingen lassen. Rest ist bekannt.

 

Nun noch einige Bilder vom letzten Tag

 

 

 

 

 

 

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Thursday, 12 July 2018 00:00

Mountainbike Garmisch - Gardasee - Day 6

Bericht Ullrich

So, nun kommen wir zum 12.07.2018. Dem Tag, der mit einem ernsten Gespräch zwischen Claudia und unserem Guide begann. Claudia und Sabine mussten einfach die gehässigen Kommentare in der Gruppe über die Basisgruppe thematisieren. Der Stachel saß tief und so geht es nicht. Meines Erachtens hat jedoch unser Guide die Probleme erkannt, war offensichtlich sehr geschockt und so ging es für alle befreiend und bei aufgeklartem Klima (nicht nur wettertechnisch) in den vorletzten Tag der Transalp zum GArdasee.

Der Tag sollte wieder ein langer werden. Wir sollten knapp 2000 Höhenmeter fahren und die Basisgruppe hatte mit Julian auch nur 600 Höhenmeter weniger. So fuhren wir gemeinsam los, bis nach 15 Minuten ein kurzes Tschüss in Richtung Claudia und Sabine die Trennung der Gruppen einleitete. Ich fuhr mit Lutz, hatte mit ihm noch einmal über die Begebenheiten der letzten Tage, die Claudia und Sabine belasteten, besprochen und dann weiter über berufliche Dinge erzählt. Ununterbrochen. So fuhren wir die ersten 500 Höhenmeter mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12 km/h in einer Stunde hoch. Dann ging es in den Kalterer Höhenweg.

Kalterer Höhenweg? Ich bin mir vorgekommen, wie im Harz. Es war kein Unterschied auf den Forstwegen hier und denen in Richtung Käste, Hahnenklee oder zur Schalke. Somit war ich in meinem Element. Es lief. Auch die Geschwindigkeit der ersten Stunde und die gefahrenen 100 km des Vortags merkte ich noch nicht. Was ich jedoch sehr schnell merkte, ich hatte zu wenig gegessen. Ich schob einen Hunger und hatte nach den ersten zwei Stunden des Tages schon zwei Riegel gegessen. Ich hatte kaum noch Reserve. Eigentlich nur ein Riegel und ein Engergypack. Das Trailfahren war nicht schlimm, jedoch merkte ich bei jedem Aufstieg, wie die Kräfte nachließen und auch der Hunger stärker wurde.Meine Beine verloren Kraft. Ich war kaputt. So kaputt wie lange nicht. Ich konnte mich jedoch über den wunderbaren Ausblick auf den Kalterer See und die in den Wolken verschwimmenden Dolomiten freuen. Irgendwann kreuzten wir eine tiefe Schlucht. Bergab, bergauf und hierzu benötigten wir 30 Minuten. Ich hatte keine Kraft mehr, wurde immer langsamer.

Da war die Buschenschänke, die wir um 12 Uhr erreichten willkommener als alles andere. Ich bestellt einen Kaiserschmarrn und hoffte auf entsprechende Kohlehydrate für den Nachmittag. 1,25 Liter Apfelschorle fanden ebenso den Weg in mein Innneres. Die Stimmung in der Gruppe gefiel mir heute viel besser. Ich erfuhr viel von Markus, mit dem ich an einem Tisch saß. So auch, dass ein deutscher Sportstar, der aus seiner Heimat kommt, dem männlichen Geschlecht in jungen Jahren sehr zugewand war und sehr viele Kontakte diesbezüglich gemacht haben sollte. Aber was geht mich das eigentlich an? Lustig war es trotzdem zu hören.

Der Blick aufs Tal fiel gleichzeitig auf die Brennerautobahn. Ich war erschrocken, wie wenig Verkehr dort herrschte. Weniger offensichtlich, als beim oben genannten Sportstar. Und weniger auf jeden Fall, als auf der A2 im täglichen Wahnsinn. Im Vergleich verschwindend geringer Lkw Verkehr. Und so genossen wir die Sonne, bzw. ich den Schatten, da ich kein Hautkrebs vom Hersteller bekommen möchte. Ich cremte mich noch einmal ein und es ging weiter. Doch halt, was war das?

Klänge von Alphörnern. So  wurde zu unserem Gehen ein Lied gespielt. Dieses fiel ja nur zufällig mit unserer Abfahrt (die wir nun verzögerten) zusammen. Irgenwie war es etwas kitschig, wenn auch sehr schön.

Es ging steil bergab, meine Bremsen waren ja noch nicht so richtig eingefahren und verglasten bald wieder. Dei Steilheit hier sucht schon seines Gleichen. In den Dolomiten hatte ich letztes Jahr schon ähnliches erlebt.

Nach der Abfahrt ging es wieder auf Transfer. Über Straßen gegen den Nachmittagswind kämpften wir uns zwischen 15 und 25 km/h gen Süden. Noch ein Eis? Nein, die Eisdiele hatte zu. Warum? Weil Lutz noch nie so früh an dieser Stelle mit einer Gruppe gewesen ist. Somit 0,6 l Spezi und ab ging es auf den nächsten Anstieg. 15 Kilometer und noch einmal 800 Höhenmeter waren zu bezwingen. Dieses jedoch auf der Straße. Nach 45 Minuten hieß es noch einmal Wasser auffüllen und bei mir Arme kühlen. Ich war überhitzt. Beide Arme wurden bis zu den Achseln in das erfrischend kalte Brunnenwasser gelegt. Das brachte den Kreislauf wieder zurück. Das Wasser lief über meinen Kopf und mein Trikot war komplett nass.

Das sollte sich kurz nach der Abfahrt wieder ändern. Uns erwarteten die letzten 45 Minuten Aufstieg für den Tag. Das Trikot war durch Sonneneinstrahlung und Wind recht bald wieder trocken und der Schweiss wurde schnell vom Körper weg transportiert.

Ich holte den ersten Radler ein, da ich etwas später vom Brunnen losgefahren bin, und später auch noch Lutz, mit dem ich einige Meter zusammen fuhr. Dann ließen meine Kräfte nach. Meine Füße wurden Taub und ich ließ Lutz ziehen. Mein Puls war nicht über 130, aber ich hatte einfach keine Kraft mehr. Noch zwei Kurven - ja ja: lutz, habe ich meinen Kindern auch immer erzählt.

Aber ehrlich, nach zwei weiteren Kehren war der höchste Punkt erreicht. Es ging leicht bergab. Und was passiert? Ich muss treten!!! So stark war der Gegenwind. Letztlich war die große Anstrengung vorbei, wir tranken noch kurz etwas und fuhren über Andelo zu unserem Quartier am Molvenosee.

Ein kurzer Waldweg, der sehr flowig zu fahren war, grüßende, rücksichtsvolle und freundliche italienische Wanderer machten uns den Weg frei. Bon giorno und Grazie waren unsere Antworten bei jedem Einzelnen.

Gegen 18 Uhr waren wir am See, ich benötigte eine kalte lange Dusche. In den See bin ich dann nicht mehr gegangen. Das wird morgen am Gardasee nachgeholt.

Nun, um 22 Uhr sage ich Gute Nacht, Ciao oder Buoena Notte.

 

Claudias Tag

Wie Ullrich eingangs schreibt, hat der andere Guide das Problem verstanden, schöner wäre es für mich und uns aber gewesen, wenn er es vorab selbst gemerkt und erkannt hätte, anstatt mitzumachen. Aber das Thema ist gegessen und wir schon gesagt: Wieder was dazugelernt. Aber mir fehlte tatsächlich den Vormittag über noch meine Konzentration und Energie auf und für mich. Wir fuhren von Bozen an den Molveno-See. Heute in einer größeren Gruppe, da der Vortag doch sehr anstrengend für viele gewesen ist. Julian hatte schöne Wege und Trails für uns herausgesucht und es machte sehr viel Spaß. 

Dieser Tag wurde von Julian auch 'Königsetappe' genannt. Es lagen so einige Höhenmeter vor uns, aber die 'Hammersteigung' sollten wir uns für das Etappenende aufsparen. Wir haben auf einem sehr netten Dorfplatz ein wenig Pizza gegessen, bevor es richtig losging und ich war mal wieder beeindruckt von Julians Essvermögen, mehr aber noch von seiner Fähigkeit, parallel zur Bestallung von Pizza nebst Sonderwunsch und Getränkebestellung noch mit dem Büro von ULP zu telefonieren und den nächsten Auftrag zu regeln. Er bekam die richtige Pizza, die Dame war in keinster Weise beleidigt, dass sie nur die zweite Geige spielte und das mit dem Auftrag hat wohl auch geklappt.

Wir verabredeten, dass jeder sein Tempo fahren sollten, Julian regelte den Treffpunkt und Sabine und ich wollten in unserem Tempo hochfahren. Gesagt - getan. Steigung ist das eine, moderate Steigung ist das andere, aber für diese Steigung fehlten Sabine und mir die Worte. Neben den schon erwähnten unflätigen Bemerkungen unterwegs fuhren wir diesen mörderische, betonplattendurchzogenen Weg durch den Wald nach oben. Schier endlos schien der Weg. Ab und an leuchteten Julians blonde Haare vor uns auf, weil er sich nach vorne vergewisserte, dass alles bei den anderen Gruppenteilnehmern in Ordnung ist und nach hinten, wie es uns beiden denn wohl geht. Plötzlich hörte ich Stimmen, was ich als Zeichen von echter Zivilisation wertete, verbunden mit der Hoffnung, dass wir am Ziel angekommen sind - also natürlich nur am Treffpunkt zur Weiterfahrt. Das mit den Stimmen stimmte auch, Julian stand da ebenfalls, aber nur, um uns charmant den weiteren Weg mit den nächsten, kleinen, aber feinen Hügelchen auf dem Weg nach oben zu zeigen. Ich erinnere mich noch, dass er es auch hier wieder schaffte, dass wir ein Witzchen wagten, damit er uns sagen konnte, dass da anscheinend noch immer 'Luft nach oben' bei uns sei.

Nach einer gemeinsamen Erholungspause in einer Art Park ging es endlich auch mal wieder ein wenig bergab. Wir durchquerten einen sehr beliebten Ferien- und Ausflugsort - Andalo. Während Julian augenscheinlich keinerlei Ängste hatte, einen der vielen Fußgänger jeglichen Alters auf den übervollen Wegen und Wiesen zu 'treffen', fuhren wir im Slalom, jederzeit bremsbereit hinter ihm her und waren erstaunt, dass es in dieser Ecke der Welt auch eine Art Disneyland gibt. Der Ort besteht nur aus Hotels, es war laut und hektisch und wir waren froh, als wir wieder im Wald waren und dann auch noch einen richtig langen, nicht schweren, aber schnellen 'Trail', Verzeihung Ullrich, es war eher ein steiler Weg, runterdüsen konnten. Als ich irgendwann mal nach hinten schauen wollte, um zu gucken, wo Sabine bleibt, war diese auch fast schon da. Sie wollte bergab immer hinten fahren, weil sie sagt, dass sie Angst hat zu stürzen. Aber von Tag zu Tag wurde sie mutiger und sicherer und somit auch schneller. Also sagte sie dann:" Och, ich habe einfach nicht mehr gebremst!"

So ging auch diese Etappe zu Ende und wir haben uns, wie jeden Tag, dazu gratuliert. Egal, was sonst so war und ist und worüber ich mich geärgert habe, ich habe mich jeden Tag darüber gefreut, dass ich es geschafft habe, mit meinen kleinen Stummelbeinchen diese Wege und Kilometer zu bestreiten. Das Hotel lag fein direkt am See. Sabine und Oskar hatten ein Seeblick-Zimmer, aber es war auch so sehr schön und ich war ohnehin ziemlich kaputt. Der nächste Tag sollte uns zum Gardasee bringen und die gesamte Gruppe sollte, mehr oder weniger, zusammen dorthin fahren. Das setze mich zwar irgendwie unter Druck, weil ich ja niemanden bremsen und behindern wollte, aber ich hatte es ja nicht entschieden und irgendwie wird es sich ohnehin wieder aufteilen.

Und nun die Tagesbilder

Während der Fahrt auf dem Kalterer Höhenweg. Ein Weg, wie wir ihn wahrscheinlich auch im Harz finden. Zum Biken zumindest. Die Aussicht hier und das Wetter sind jedoch unvergleichlich. Im Hintergrund in den Wolken liegen die südlichen Dolomiten.

 

 Kurz vor der MIttagspause. Ich war kaputt wie lange nicht. Zu wenig in Bozen gegessen und eine große Anstrengung. Lutz der Teufeslbiker gibt aber auch ein Hammertempo vor.

 Das verdiente Mittagessen. Ein Kaiserschmarrn den ich bei grandioser Aussicht und tollem Sonnenschein nebst 1,25l Apfelsaftschorle (aus wunderbaren Äpfeln) genießen konnte.

Der Aufstieg von Mezzolombardo zum Molvenosee war beschwerlich. Drückende Sonne und schon etwas kaputte Beine vom Vormittag. Aber die Aussicht lässt vieles in Vergessenehit geraten.

 Am Molvenosee verschlechterte sich das Wetter. Ein Gewitter kündigte sich an und brachte in der Ncht Abkühlung.

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Wednesday, 11 July 2018 00:00

Mountainbike Garmisch - Gardasee - Day 5

Ullrichs Tag

So, nun ist der vorletzte Tag der diesjährigen Transalp vorbei und der gestrige Tag ist noch nicht geschrieben. Dieses will ich jetzt nachholen. Doch warum ist noch kein Bericht von gestern online? Ganz einfach: Gestern, am 5. Tag der Transalp, und somit dem 4. Tag auf dem Bike, war ein immens langer Tag. Wir sind nach meinen Aufzeichnungen knapp 1800 Höhenmeter gefahren und haben dabei 100 km zurück gelegt. Durch viele Trails, die wir vom Vigiljoch herunter gerfahren sind, haben wir ganz die Zeit vergessen. Und wir mussten doch noch von Lana nach Bozen. Denn unser Hotel war in Bozen. So kamen wir erst gegen 19:00 Uhr im Hotel an. Nach dem Abendessen war ich dann schlicht und einfach zu müde, noch zu schreiben. Das wird also im Folgenden nun nachgeholt. Und das der Reihe nach.

Wie jeden morgen diese Woche, hieß es gegen 06:30 aufstehen, dann anziehen, Frühstücken und um 08:30 hieß es einklicken auf dem Marktplatz von Glurns. Glurns ist eine wunderschöne mittelalterliche Stadt im Vinschgau und das Hotel Grüner Baum ist ein Gedicht. Whirlpool auf der Terasse mit Überblick über die mittelalterlichen Dächer, wo gibt es das sonst noch?

Der Morgen begann auch gleich mit einem Schnapper. Nach 50 Meter ging es in der Fallinie in die Weinberge hoch, die hier die Stadt umsäumen. Das hatte mir nach der Nacht gerade noch gefehlt. Die Nacht war heiß. Nicht so, wie das der geneigte Leser interpretieren mag. Nein, das Zimmer, das wunderschön war, hatte eine Temperatur, wie  in einer Sauna. Doch Fesnter öffnen war nicht drin. Flugameisen!. Das hatte ich schnell raus, denn irgendwie hatten sich die Viecher meinen Körper als Landebahn ausgesucht. Die Nacht war also nicht sehr erholsam, der Tag zuvor ja anstrengend und danach gleich noch kalt die Fallinie hoch, das war schon ein Ding.

Aber gleich nach 15 Minuten ging es dann in den ersten Trail. Der Blick auf das Vinschgau bei strahlender Sonne. Einfach ein Traum!. Und flowig war der Trail auch. Natürlich ging es nicht immer bergab auf dem Trail, sondern sogleich wieder bergauf. Warum? Weil der nächste Trail wartete.

Die Sonne stach vom Himmel. Es war schon sehr heiß und so kam die Bewässerungsanlage der Apfelplantagen gerade recht. Denn beim Aufstieg zum zweiten Trail fuhren wir erstmal einige Meter an Apfelplantagen vorbei. Nun gut, heiße Sonne, Anstrengung bei Bergauffahrt, was liegt dort näher, als die Erfrischung durch Wasser. Und die haben wir kostenlos durch die Apfelbauer bekommen. Nicht nur beim Aufsteig zum zweiten Trail, sondern auch danach. Denn dort ging es wieder durch Plantagen. Ebenso nach unserem unfreiwilligen Eisstop, den wir angesichts eines platten Reifens einlegen mussten. Ein zweiter Platten folgte 10 Minuten später, so dass das zweite Mal an diesem Tag ein Reifen gewechselt werden musste.

Nun gab es keinen anständigen Trail mehr und wir wechselten auf den Etsch Radweg. Nicht gerade das, was ein Mountainbiker gerne fährt, aber das Vinschgau ist lang und wir müssen ja noch nach Bozen. So fuhren wir bei einer Steifen Briese von vorne flußabwärts. Das Tempo war trotzdem nicht moderat, sondern eher sehr schnell. Wir überholten andere Radfahrer und auf dem Radweg zogen wir uns angesichts unseres Tempos sicher den Zorn einiger anderer Radfahrer, die wir überholten zu. Es ging hier auch zu, wie auf der A2 im Berufsverkehr.

Mittags hatten wir in einem Biergarten hoch über dem Vinschgau gegessen. Das war super toll, der Wald spendete Schatten und das Essen brachte notwendige Kohlehydrate. Diese brauchten wir auch. Denn nachdem wir um 15:00 Uhr aus Rabland mit der Seilbahn Aschbach einige Höhenmeter überwunden hatten, ging es weitere 500 Höhenmeter zum Vigiljoch. Das war einfacher Forstweg, wie ich ihn im Training zigmal in Richtung Käste gefahren bin.

Oben angekommen warteten aber wieder Trails auf uns, bis wir noch kurz etwas trinken konnten. Das geschah am Vigilius Restaurant.  Es war mittlerweile 17:00 Uhr und so fuhren wir ab. Natürlich wieder über Trails.  Klasse! Diese waren jetzt aber eine andere Liga. Die Trails letztes Jahr bei "Best of trails" waren dagegen recht einfach zu fahren. Die Steilheit hatte es in sich. Ich schätze mal 35-40% Steigung und dazu noch verblockte Wege. Die Bremsen glühten, die Konzentration war auf dem Siedepunkt und es hat Spaß gemacht.

Lutz schaute auf die Uhr und es war 17:30. Ach du, wir mussten ja noch nach Bozen. Das waren noch locker eine Stunde Fahrt aus Lana. Somit fuhren wir aus Richtung Ultental nach Lana. Dieses Mal jedoch Straße. Eine Umleitung in Lana führte zu weiteren Höhenmetern und Zusatzweg. Letztlich kamen wir irgendwann auf den Radweg und hatten wiederum Gegenwind.

Mit einer Geschwindigkeit von 17 km/h fuhren wir gen Bozen. Das hatte zur Folge, dass eine Mitradelnde doch sehr gelitten hatte. Sie war einfach kaputt und wurde immer langsamer. Markus hat den Windschattenspender gegeben und so kamen wir um 19:00 Uhr endlich im Hotel in Bozen an.

Ich war recht sauer, weil wir doch einige Zeit hätten sparen können, wenn wir auf den Trails nicht immer hätten warten müssen. Trailfahren ist nicht jedermanns Sache. Aber das ist in einer Gruppe eben so. Man sollte auch auch die Schwächeren Rücksicht nehmen. Habe ich auch getan und habe natürlich nichts gesagt. Andere Gruppenmitglieder legten jedoch eine Kommunikation an den Tag, die der Einsteiger Gruppe nicht gerecht wurde und eher belustigend über die Gruppe wirkte. Ich fand das so zum Kotzen, dass ich beim Mittagessen schon einmal etwas dazu sagte. Dass diese gleichen Gruppenmitglieder über die Einsteigergrupe, wo Claudia und Sabine mitfuhren, vermeintlich lustige Späßchen machten, ist nicht nur unverschämt, sondern auch absolut unsensibel und nicht gruppenfördernd.

So war ich um 19:00 Uhr bedient angekommen und habe nach Dehnen, Duschen und Ankleiden nur noch den Wunsch, schnell zu essen und ab ins Bett. Denn die 100 km haben mich nicht umgebracht, aber etwas müde war ich schon und eben angesichts des oben GEschilderten nicht besonders gut gelaunt. Ich hatte mich einfach geärgert.

Und nicht nur ich, sondern auch Claudia und Sabine, die die vermeintlichen Späßchen im Herz trafen. Daher will ich hier auch noch einmal schreiben, dass ich finde, dass die Einsteigergruppe ihre Sache gut machen. Ich ziehe meinen Hut, bzw. Fahrradhelm vor der Leistung der Beiden. Ist ja ihre erste Tour und ich erinnere mich, wie schwer meine erste Tour war. Dafür machen sie das wirklich hervorragend. Und Lästereien oder Späßchen sind absolut unangebracht. So etwas hatte ich auf einer meiner bisher 3 Touren auch noch nicht erlebt. Und ich war enttäuscht. Primär wegen der in meinen Augen Unverschämtheit einzelner Gruppenmitglieder, die die Wirkung auf Claudia und Sabine entweder nicht merkten (dann waren sie unsensibel), oder denen das egal war und sie wollten sich über die Beiden erheben (dann war das peinlich).

Ich war ggf. auch nicht so gut gelaunt, weil die Tour sicher nicht so schön war, wie die bisher gewählten Touren. Wir haben unheimlich viele Transferpassagen drin. Lutz gibt sich viel Mühe, für uns das Beste heraus zu holen. Aber mit der Natur der Garmisch-Comer See Tour oder auch der Best of Trails, bei der wir Natur pur hatten und ganz viel hochalpine Eindrücke sammeln konnten, ist diese Tour nicht zu vergleichen.

Dann musste nach dem Abendessen auch noch um 22:00 Uhr das Bremssystem optimiert werden. Denn die Bremsklötze waren abgefahren und bedurften noch eines Tauschs. Vorne war das gar kein Problem. Hinten gab es viele Probleme, Das Schleifen war nicht weg zu kriegen, mein Shirt durchgeschwitzt im schwülen Keller. Und nach knapp 30 Minuten hatte ich das Problme zumindest rudimentär gelöst. Aber zurück zu Hause, muss ich noch einmal schauen, was der Fahrradladen in Prutz mit meinem Hinterrad und mit der Bremse gemacht hat. Gutes wahrscheinlich nicht.

Nun gibt es aber über den Tag nicht mehr viel zu berichten, ausser die unterschiedlichen Gerüche, die ich heute wahrnehmen konnte. Von der feuchten, frischen Luft in den Obstplantagen bis hin zu den durfitgen Waldeindrücken, die so schön natürlich rochen war mal wieder alles dabei. Leider auch Autoabgase, die wir entlang der Straßen dann doch einatemen mussten Denn die Lkw, die uns überholt haben, nahmen keine Rücksciht und so haben wir Ruß und Stickoxyde eingeatmet. Natürlich nicht Volkswagen Stickoxyde. Denn die sind mittlerweile ja sauber ;-).

 

Ergänzung durch Claudia

Für den heutigen Tag stand eine entspannte Tour auf dem Programm - so sagte es Julian. Wir starteten um 8:57 h in Glurns und radelten recht fix auf der Via Claudia Augusta in Richtung Meran, Lana und Bozen, wo wir unterhalb der Burg Sigmundskron übernachten sollten. Wir radelten fix, obwohl wir sehr heftigen Gegenwind hatten, aber konnten uns dabei auch noch unterhalten. In manchem Teilen wären wir rückwärts geradelt, wenn wir nicht gegengetreten hätten. Irgendwann  sah Julian, dass Lutz ihn angerufen hatte und so erfuhren wir, dass eine Teilnehmerin in unsere Gruppe wechseln wollte. Wir warteten eine gute Stunde und nutzen diese Zeit für Balancetraining und Dehnübungen und Julian übte das rückwärts radeln. Es war schon erstaunlich, wie viele kleine und große Radgruppen, Einzelradler und Rennradfahrer in dieser Zeit an uns vorbeifuhren. Gemeinsam ging es weiter.

Diese Etappe waren wir dann schon ein wenig früher, nämlich gegen halb fünf im Hotel. Je später es wurde, desto mehr wunderten und sorgten wir uns, weil die anderen nicht kamen.  Das Hotel hatte eine tolle Lage. Die Dame an der Rezeption war etwas 'angetrocknet' distanziert, aber wenn man freundlich zu ihr war, konnte man doch ein Lächeln erreichen. Die Chefin des Hauses sprudelte nicht gerade vor Freundlichkeit, arbeitete aber trotz ihres Rollators noch mit. Irgendwie hatte das alles auch seinen Charme - eben anders, als bisher. Beim Quatschen vor dem Abendbrot in lockerer Runde und während des Essens merkte ich zunehmend, dass meine und Sabines Leistungen doch zur Belustigung einiger in der Gruppe beitrugen und dass hier auch der eine oder die andere nicht merkte, dass das unprofessionell war. Ich habe den einen oder andern Spruch die Tage schon immer mal wahrgenommen, aber irgendwie war es dann genug und ich merkte, dass mir das emotional doch sehr zusetzte. Nach einem kurzen Gespräch mit Sabine war uns klar, dass wir das ansprechend wollten. Trotzdem beschäftigte mich das in der Nacht weiterhin.

Wir haben die Situation morgens passend adressiert und das war auch sehr gut so. Die fehlende Wertschätzung und teilweise auch damit verbundene Abwertung meiner und unserer Leistungen haben wir schon sehr zu schaffen gemacht. Ich hatte im Vorfeld mehr trainiert, als empfohlen war, hatte sogar den kleinen Test gemacht, welches Level für mich passend ist, habe alle bisherigen Etappen ohne Hilfe und Unterstützung geschafft und auch in der vorgesehenen Zeit, ich habe niemanden in der Gruppe ausgebremst oder belastet mit fehlenden Fähigkeiten, habe immer richtig einschätzen können, was ich mir zutrauen kann, wo meine Grenzen sind und habe trotzdem immer ein bisschen mehr gewagt und dazugelernt und habe mit so einer Situation durch Einzelne in einer Gruppe mit doch eigentlich dem gleichen Ziel einfach nicht erwartet. Ich dachte immer, unter fairen Sportlern gibt es das nicht. Wir sind doch nicht im Wettkampf oder in Konkurrenz. Aber auch hier bin ich wieder bei Erlebnissen und Erfahrungen und auch dies hat dann eben dazugehört und ich bin froh, dass ich es nicht stillschweigend ertragen habe und hoffe, dass andere Einsteiger-Radler oder 'Erst-Touren-Radler' davon profitieren werden.

So, nun geht es gleich an den heutigen Bericht, doch hier noch einige

 

Bilder des Tages

EIn Blick ins westliche Vinschgau. Die Sonne strahlt, einige Quellwolken sind zu sehen. So macht das Biken Spaß

 Das Vinschgau in östliche RIchtung gesehen. Von den Trails können wir schon die Zielrichtung sehen, die noch vor uns liegt.

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Tuesday, 10 July 2018 00:00

Mountainbike Garmisch - Gardasee - Day 4

Ullrichs Bericht

Die dritte richtige Etappe liegt hinter uns. Einklicken war Morgens punkt 8 Uhr. Die Tour sollte erst entlang des Inn-Radwegs in die Schweiz gehen, wo der Aufstieg in die Uina Schlucht auf uns wartete. Ich wusste ziemlich genau, was uns erwartete. War ich doch die Uina Schlucht im letzten Jahr mit Holger Schaarschmidt auf der "Best of Trails" Tour herunter gefahren. Ein Zuckerschlecken wird das nicht werden.

So war ich auch verwundert, mit welchem Tempo wir die ersten 2,5 Stunden angegangen sind. Im Schnitt sind wir mit dem Mountainbike 20 km/h gefahren. Natürlich war auch Asphalt dabei. Aber eben auch Waldwege. Und vor allen Dingen waren Steigungen dabei. Wenn ich mich richtig erinnere, waren das knapp 300 Höhenmeter. Wie die Geschwindigkeit zeigt, kamen wir ganz gut voran. Wir fuhren sozusagen im Pulk. Das änderte sich schlagartig, als wir dann den Waldweg in Richtung Uina Schlucht nahmen.

Das Wetter war wieder bombig. Richtig schöne Sonne, die mir die Auffahrt nicht gerade einfacher machte, weil das altbekannte Problem des Schweisses in meinen Augen hervorgerufen wurde. Denn die Auffahrt zur Uina Schlucht war schon anstrengend. Einige richtige Rampen oder Schnapper mit großen Steigungen waren zu bewältigen. Das auf rutschigem Schotter oder zum Schluss auch über Wurzelpassagen. Nun, ich schob auch einige Male, weil ja noch die Wanderung durch die Uina Schlucht vor mir lag.

Gegen 11:40 war ich an der Uina Dadaint Alm angekommen. Hier gab es zu trinken. 1 Liter Apfelschorle, weil ich trotz des mitgeführten Wassers einfach zu wenig getrunken hatte. Wir waren auch nicht alleine. Zwei weitere Radgruppen waren hier schon angekommen, die beide den Weg durch die Schlucht angehen wollten. Wie schön war es doch vor einem Jahr, als wir früh Morgens um ca 08:30 / 09:00 Uhr die Uina Schlucht durchquerten. Wir waren alleine. Das heute hatte mehr den Eindruck eines Mountainbike Festivals. Nicht so mein Ding, will ich doch eher die Ruhe und Schönheit der Natur genießen. Die 3 Damen, die unsere Gruppe komplettieren, kamen nach ca. 15-20 Minuten mit Lutz, der den letzten Mann machte, auch an der Alm an. DIe Pause dauerte knapp 40 Minuten und die brauchten wir wohl auch alle, bevor wir wieder in die Sättel stiegen.

Nun ging es weiter bergauf, bis an ein  Fahren nicht mehr zu denken war. Es war nicht nur nicht mehr daran zu denken, sondern es ist in der Schlucht auch verboten. Der in den Fels geschlagene Weg hat teilweise eine Breite von maximal 1,5 Meter. Rechtsseitig beim bergauf gehen fällt der Fels dann senkrecht ab. Bis zu 100 Metern. Ein Fahren wäre viel zu gefährlich. Und so schoben wir bis zum Uina-Eingangsfoto unsere Fahrräder und nachfolgend ging jeder für sich.

Für mich war das eine große Überwindung. Die Höhenangst von mir hatte ich letztes Jahr zwar schon einmal bezwungen. Doch bergauf gehen ist noch eine andere Dimension, als bergab. Und so kostete mich der Aufstieg der nächsten 30-40 Minuten sehr viel Kraft. Physisch und auch psychisch. Mittlerweile war seit heute früh 08:00 Uhr mein Puls warscheinlich nur in der Größenordnung von Minuten geringer als 120 gewesen. In der Uina Schlucht ging er beim bergauf Schieben über Steine auch mal bis über 150 hoch. An Stellen, an denen keine Sicherung am Wegesrand vorhanden war, ging ich stark konzenteirt auf den Weg achtend. Dort, wo eine Sicherung in Form von einem Drahtseil vorhanden war, habe ich auch mal ein Foto oder auch Videoaufnahmen gemacht. Eigentlich habe ich die Höhenangst ein weiteres Mal bezwungen. Jedoch war das ganz schön schweißtreibend und auch kräftezehrend.

Gegen 14:00 Uhr waren wir am oberen Ausgang der Uina Schlucht und Thomas ließ es sich nicht nehmen, bei mitlerweile erkaltetem Wetter und bedecktem Himmel (am Nachmittag sollte lt. Vorhersage auch noch Regen kommen), nackt im kalten Gebirgsbach zu baden. Ein verrückter Hund. Bei 30 Grad im Schatten könnte ich mir das vorstellen, aber so? Niemals. Thomas argumentierte, wann er denn überhaupt noch einmal hier her kommen würde. Und so sei das Bad jetzt notwendig. Meinen Respekt hat er hierfür erhalten.

Nun ging es über die Sesvenna Hochebene noch ca 300 Höhenmeter weiter nach oben, um die Grenze Schweiz / Italien zu überschreiten. Hier ließen meine Kräfte nach. Ich hatte zwar gut gefrühstückt und an der Unia Dadaint Alm noch ein halbes Brötchen und ein Riegel zu mir genommen. Doch das war eindeutig zu wenig. So ging der Weg über die Hochebene Anfangs noch recht flott von der Hand. Später wurde es verblockter und ich wurde angesichts meines Ernährungsmangels und Kräftedefizits immer unkonzentrierter. Da hieß es dann öfters kurze Stücke schieben, weil ich teils an den einfachsten Steinen hängen blieb und Gefahr lief, zu stürzen. Aber letztlich habe ich das auch hinter mich gebracht und die Kräfte kamen wieder, als ich in der Sesvenna Hütte ein Speckbrett gegessen hatte und mittlerweile auch meinen Flüssigkeitshaushalt mit weiteren 0.75 Litern Flüssigkeit zusätzlich zum Inhalt meines Trinkrucksacks erhöhen konnte.

Es fing an zu regnen und wurde kalt. Wir verließen unseren Außenplatz mit Blick auf den mit Wolken verhangenen Ortler (den sahen wir nämlich nicht - wie schön, dass ich diesen schon einmal von hier bewundern konnte) und gingen in die Hütte, um unser Essen zu beenden. Nachfolgend wollte Lutz noch einen Höhenweg fahren. Und da ging es noch einmal bergauf. Natürlich schiebend, denn an Fahren war nicht zu denken. Angesichts der Kälte entschied ich mich, meine Kleidungsreserven aus dem Rucksack fast komplett anzuziehen. Armlinge, dann natürlich ein frisches trockenes T-Schirt, ein Unterhemd und eine Radjacke. So ging es auf den Höhenweg. Nur die Regenjacke und Regenhose blieb ungenutzt im Rucksack verstaut.

Das änderte sich schlagartig, als die ersten Regentropfen kamen. Keine kleinen, eher große. Nicht wenig, sondern eher viel. So musste auch diese Kleidungsreserve den Weg aus dem Rucksack an den Körper finden. Der Rucksack wurde abgedeckt und innerlich verfluchte ich die Truppe und den Guide, dass wir diesen Weg noch fahren wollten. Bisher bin ich 18 Tage Transalp gefahren. Nie war ich in den Regen gekommen. Heute bei kaltem Wetter schon (übrigens hat es seit mehreren Wochen hier nicht geregnet, heute schon). Und das Ganze war umso ärgerlicher, als dass wir den Weg gefahren sind, um einen wunderbaren Blick ins Vinschgau zu haben. Hatten wir auch. Mit wolkigem Hintergrund. Und mit temporärem Donner. Das fehlte mir auch noch. Und ich hatte sehr viel Respekt. Denn eines wollte ich nie erleben: EIn Gewitter, bei dem ich auf einer freien Fläche hoch oben in den Bergen geradezu die Antenne zum Einfangen der Blitze bin. Soweit ist es auch nicht gekommen, aber ein mulmiges Gefühl war es schon.

Ich fuhr den Höhenweg mit den Jungs vorne. Lutz wieder mit den Damen hinten. Schade eigentlich, weil ich so gar kein Foto von mir bekommen habe. Fotos von der Landschaft kann ich alleine machen.  Nur Fotos von mir, dafür ist doch der Bilderservice da. Heute waren eben keine von mir vorhanden. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Ggf. wird sich das morgen wieder ändern, dass die Damen nicht so die Unterstützung von Lutz benötigen, so dass auch ich Fotos bekomme.

Doch zurück zum Trail. Anfangs fuhr ich sehr unsicher. Ich hatte noch nicht wieder richtig Kraft, meine Nahrungszunahme auf der Hütte musste ja auch erstmal wirken. Und ich hatte bannig Respekt, denn rechtsseitig ging es sehr steil für meine Verhältnisse bergab. So fuhr ich unsicher und fühlte mich auch nicht so wohl. Das auch, weil die Steine, die teilweise den Weg verblockten recht rutschig durch den Regen waren.

Nach einigen Kilometern hörte es auf zu regnen und der Weg wurde breiter sowie auch rechtsseitig nicht mehr so steil abfallend. Und das war der Punkt, an dem meine innerliche Unzufriedenheit ob der Entscheidung für diesen Weg in Vergessenheit geriet. Denn der Trail, den ich nun mit Thomas im Duo zusammen gefahren bin, war allererste Sahne. Zwischen Pinien ging es wie durch Enge gassen hindurch. Immer schön kurvig und alternierend bergauf und bergab. Wobei die Tendenz klar in Richtung bergab ging. Und so fuhren wir noch längere Zeit den schönsten Trail seit Monaten bis zum Ristorante Pantaplatsch (was es für Namen gibt) oberhalb von Schling. Hier fuhren wir dann auch nach einer tollen Abfahrt über Wiesen, Skipisten und Forstwege vorbei. Schling, der Ort, den ich letztes Jahr mit Frank nach mühevollem Anstieg auf dem Weg zur Sesvenna Hütte erreichte und wo wir kein Mittagessen bekamen.

An Mittagessen dachte ich nicht mehr, war es doch später Nachmittag und ich war froh, wieder im Tal zu sein. Die restlichen Kilometer fuhren wir den Radweg von Burgrain nach Glurns, wo wir direkt am Marktplatz übernachten. Und siehe da, Claudia und Sabine waren mit Guide Julian auch erst 10 Minuten vor uns angekommen.

Nach einem wunderbaren Bad im Whirlpool auf der Terasse mit malerischem Blick über die mittelalterliche Stadt Glurns von Stadtmauern und Wehrtürmen umzäunt und mit Blick auf das Vinschgau wurde der Tag beschlossen. Ein Eis schloss sich noch an, bevor wir dann zu Abend essen sollten. Alles in allem hatten wir einen tollen Tag (nicht nur, weil Sabine heute Geburtstag hatte), sondern weil er durch unterschiedlichste Eindrücke geprägt war.

Und hier ist die nächste Ergänzung von Claudia

Heute hatte Sabine Geburtstag und wir hatten am Vorabend schon beschlossen, dass wir erst um 9 h starten, damit wir mit Julian frühstücken konnten und weil wir ja nicht so eine Tour vor uns hatten. Unser erstes Ziel war ein etwas versteckt liegende historisches Gemäuer, in das seit einiger Zeit ein Cafe - also passend für einen Geburtstagskuchen- eingezogen war. Davor lagen aber noch einige Kilometer vor uns. Von der Hochfinstermünz ging es dann sehr steil bergauf, zunächst auf die Straße nach Martina - Schweizer Grenze. Von dort kämpfte ich mich über unzählige Kehren nach oben auf die Norbertshöhe - es sollten 11 sein, aber das mit dem Beschriften hat nicht ganz so geklappt bzw. scheint nicht jede Kehre eine Nummer verdient zu haben. Sabine hatte einen 'Lauf' und schnurrte vor mir her. Julian hielt ab und an, um sich zu vergewissern, dass es mich noch gibt und dass es mir gut geht. Ja, er hatte uns auch den Bus angeboten - aber das wollten wir selbstverständlich nicht, aber Julian wollte wohl hinterher nicht von uns hören, dass man ja eigentlich auch den Bus hätte nehmen können. Dieser fuhr nun auch an mir vorbei und während ich so Kehre um Kehre verfluchte, tauchte wieder einmal diese Frage nach dem Grund für diese Quälerei auf.

Ja, es war meine ureigene Idee. Ullrich schwärmte nach seinen Touren immer so und ich hatte mir recht spontan, aber auch ziemlich sicher im letzten Herbst überlegt, dass ich auch mal so etwas machen wollte. Als ich im Oktober 2004 aus dem Stand als Nichtsportlerin angefangen hatte, für einen Marathon zu trainieren, war es ja auch eher spontan dazu gekommen. Warum sollte ich mir also nicht auch die Fitness für eine MTB Tour erarbeiten können und Biss und Willen habe ich ja. Aber auf diesen endlos scheinenden Metern nach oben zweifelte ich arg an meinem Geisteszustand und schimpfte auch mit mir. Dann fing auch noch mein blöder Körper an, mir zu zeigen, dass er das alles nicht witzig findet und mir schliefen der linke Arm und das Bein immer wieder ein. Also ließ ich bergauf mal das eine, mal das andere Körperteilchen locken baumeln und achtete darauf, dass mich das nicht zusätzlich beim Anstieg behinderte. Aber ich wollte auch nicht schieben, weil das genauso anstrengend ist.  Oben wartete Sabine und Julian rief mir noch zu, dass ich auf keinen Fall schneller als 60 km/h in die Einfahrt düsen wollte, weil das mit der Geschwindigkeit immer sehr genau kontrolliert wird.

Das ist das, was mich und uns immer wieder ermuntert hat und was unseren Guide auszeichnet. Er hat zur rechten Zeit den richtigen Spruch, die passende Ermunterung oder Geschichte parat gehabt und ich habe es ihm abgenommen, dass er es überhaupt nicht schlimm fand, mit uns für ihn gemütlich, für uns anstrengend durch die Gegend zu radeln. Durch unsere Tempovorgabe haben wir es ihm ja auch 'erspart', dass er bis an seine Grenzen fahren muss. Ein feiner Zug - insgesamt ein toller Begleiter, um das Wort Guide mal zu ersetzen. Dass er für uns auch an diesem Tag eine echt knubbelige Spontanstrecke mit auf und ab, fahren und schieben, balancieren und schleppen eingebaut hatte, hätte ich jetzt fast vergessen. Eigentlich hatte er uns versprochen, dass wir nach dem gestrigen Schiebe- und Tragestück keinen solchen Part mehr haben, aber Julian hat das so charmant begründet, dass wir unsere Räder auch gerne wieder durch die Gegend geschleppt und geschoben haben. Die Aussicht, die Gegend und das Erlebnis, auch das wieder alleine geschafft zu haben, war die Mühe wert. Es ging den Tag bis Glurns und Julian wählte hier für uns eine herrliche Strecke durch die Apfelplantagen im Vinschgau aus und hatte sogar organisiert, dass wir durch die Beregnungsanlagen, denen man wirklich nicht ausweichen konnte, richtig fein geduscht wurden. Das kleine Hotel in Glurns war sehr schön, aber das hat Ullrich schon beschrieben und nach den 69 km war es ein Genuss, in den warmen Whirlpool zu steigen. Der Tag schloss mit einem sehr schönen Abendessen ab und Sabine war rundum zufrieden mit ihrem Radtour-Geburtstag fern der Heimat. 

Mal sehen, wie es morgen weiter geht.

 

Hier wieder einige obligatorische Fotos vom Tag

Die Uina Schlucht beim Aufstieg zum Eingang zu sehen

 

Am Eingang der Uina-Schlucht ein Blick auf einen Teil des bisher gefahrenen und geschobenen Aufstiegswegs

 

Die Uina Schlucht darf nur schiebend (Schweizerisch stossend) mit dem Mountainbike durchquert werden. Ein Fahren wäre auch viel zu gefährlich und kann unweigerlich mit dem Tod enden (was vor Jahren einem holländischen Biker auch passiert ist, der sich nicht an die Regeln hielt). Sehr schön sieht man die fehlende Sicherung rehtsseitig. Und dieser Bereich war ein Breiter Teil vom gesamten Weg.

Die Sesvenna Hochebene. Das war noch einmal eine Anstrengung, eine Stunde über Singeltrails 300 Höhenmeter zu überwinden.

 

Der Höhenweg zurückblickend in Richtung Schling und Sesvenna Hütte.

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Bericht Ullrich

Prutz 18:44 Uhr. Ich sitze mitlerweile auf der Terasse vor unserem Hotelzimmer und komme jetzt nach einer tollen, wenn auch nicht unanstrengenden Etappe, zur Zusammenfassung des Tages. Warum so spät? Nun, die Speiche musste gewechselt werden. Der Händler hat dazu mehr als eine Stunde benötigt und am Ende war auch noch die Bremsscheibe falsch eingebaut, so dass ich erst seit 20 Minuten wieder im Hotel war. Doch der Reihe nach.. Fangen wir morgens an:

Die Nacht war sehr ruhig, keine Schmerzen in den Beinen (was angesichts der halben Etappe gestern auch nicht zu erwarten war). Und so sind wir um 06:30 Uhr aufgestanden, haben schön gerühstückt und um 08:30 hieß es Einklicken, um den Weg in Richtung Imst und nachfolgend Prutz zu beginnen. Die Etappe sollte leider wieder ohne Oskar stattfinden. Die Hand ist immer noch nicht weiter geheilt und es ist auch nicht zu erwarten, dass er noch eine Etappe mitfahren kann. Schade für Oskar, schade für uns. Aber es soll einfach nicht sein. Gesundheit geht vor. Und wenn er stürzt, weil er nicht richtig zufassen kann, wäre das viel schlimmer, als die Tour jetzt nicht mehr zu fahren.

Nachdem die Bikes aus dem Keller geholt waren, ging es bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Marienbergjoch. Die Mädels sind in Richtung Fernpass hoch gefahren, wir eben zum Marienbergjoch. Das sind nach meiner Erinnerung knapp 800 Höhenmeter am Stück auf rutschigem Schotter. Zum Schluss sind es auch noch 30% Steigung. Dieses Marienbergjoch ist ja nun meine Achillesverse. Bei meiner ersten Transalp wollte ich hier die Tour abbrechen, weil auf der Hälfte beide Beine verkrampften. Somit bin ich  im letzten Jahr, als wir hier zufällig Urlaub machten, noch einmal zum Joch hochgefahren. Und da habe ich es am Stück in 1:15 Stunden geschafft. Heute waren es nicht 1:15 Std, sondern nur knapp 1:00 Stunde. Na ja, nicht ganz zum Joch, sondern zur Sunnalm. Und somit kann ich sagen, dass ich wirklich nicht unfit bin. Ich war auch weit vorne in der Gruppe. Doch auch das wäre mir egal. Mir geht es doch einzig und alleine darum, die Natur zu genießen und beim Mountainbiken auch gut abzuschalten. Vom täglichen Leben in der Tretmühle des Jobs. Der mir sicher Spaß macht. Aber ehrlich habe ich auch gewisses Verständnis für die Work-Life-Balance Fokussiertheit der heutigen Bewerber bei uns im Unternehmen. Und auch vor den Wünschen von Julian. Hut ab. Ich bin mal gespannt, ob viele Unternehmen diesen Wunsch unterstützen. Bei uns ist es möglich und ich hoffe für viele Arbeitnehmer, dass sie auch in den Genuss kommen, ihr Privatleben mit dem beruflichen besser zu harmonisieren.

Zurück zur Tour: Hätte mein in Strömen fließender Schweiss nicht die Sicht kurz vor Ende gegen 0 gehen lassen (meine Augen brannten und ich musste sie schließen, damit sie nicht so weh taten), so dass ich noch einmal anhalten musste, wäre ich als Zweiter oder Dritter der Gruppe oben angekommen. Auch das ist mir egal. Es geht nicht um Wettkampf, sondern um Genuß. Die Zeit ist gut, doch auch das zählt nicht. Ich fühlte mich gut. Und das ist alles, was zählt. Na ja, und die Sicht ist grandios gewesen. Am Rande sei noch erwähnt, dass ich froh war. Denn an den Kurven, wo vor drei Jahren meine Beine versagten, waren sie wieder, die Erinnerungen. Warum erinnert man sich nur so gut an negative Dinge? Und das, wo ich sonst so positiv denke. Egal. Das ist nicht des Nachdenkens wert. Ich freue mich über meine Leistung bis zur Sunnalm und den herrlichen Ausblick ins Ehrwalder Becken und auf die Zugspitze. Denn obwohl der Himmel heute bei der Abfahrt schon blau war, war die Zugspitze in einem Wolkenschleier. Doch nun war der Himmel aufgerissen und die Wärme wurde langsm stärker und die Sicht einfach großartig. Wie klein sind wir doch als Menschen gegenüber der Großartigkeit der Natur?

Von der Sunnalm bis zum Joch oben, mussten wir dann doch alle schieben. Alle? Nein, Lutz, unser Guide ist natürlich gefahren. Aber er verdient auch sein Geld damit. Und ich kann ggf. Feuer löschen, Klavier spielen, Menschen führen und habe ggf. noch etwas Ahnung von IT Sicherheit oder Datenschutz ;-). Na ja, Lutz kann sicher auch andere Dinge, deshalb einfach Hut ab. Das ist schon eine tolle Leistung, die keinen Neid hervorruft, jedoch hohen Respekt.

Die Abfahrt auf die andere Seite war recht locker. Manchmal am Beginn zu langsam für meine Gefühle. Aber wir wollen ja sicher ankommen! Eine Johannisbeerschorle auf der Marienbergalm durfte es auch noch sein. Dabei konnten wir den Blick in Richtung Süden genießen. Wäre der Rasentrimmer nicht an gewesen, wäre es auch sehr ruhig gewesen. Doch das war nach 10 Minuten auch erledigt, so dass die einmalige Aussicht und die schöne Atmosphäre von uns allen genossen werden konnte.

Die Abfahrt nach Nassereith war schön, zum Abschluss noch ein kurzer Trail und es ging mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Imst, um nachfolgend auf dem Inntal Radweg die Kronburg anzufahren. Auf der Kronburg, vor die der liebe Gott noch ca 200 Höhenmeter gelegt hat, sollte es Mittag geben. Sollte ist der richtige Ausdruck, dann am Fuße des ersten Anstiegs musste Julian, der Guide der anderen Gruppe, feststellen, dass auf der Kronburg heute Ruhetag war. Also einige Höhenmeter gespart und es ging in Zams essen. Der Service hier war nicht besonders professionell, aber die Kohlehydrate, die wir einnahmen, zwingend notwendig. Eventuell bin ich komisch, aber den Laden würde ich nicht noch einmal weiter empfehlen.Tue ich auch nicht, deshalb schreibe ich hier auch nicht den Namen.

Denn nun ging es hinauf auf die Fließer Platte. Hierzu mussten wir  ca 50 Höhenmeter auf einem Trail schiebend voran. Die Sonne brannte mittlerweile unerbittlich. Und wer denkt, schieben ist nicht anstrengend, der sollte das mal mit einem 15kg Mountainbike und 8 kg Rucksack probieren. Das ist schon eine Herausforderung. Sicher nichts für die Basis-Tour von Claudia und Sabine. Doch sie fuhren, bzw. schoben mit. Es ging kurz bergab und nachfolgend wieder bergauf die Kalorien zu verbrennen. Teils war es so verblockt und steil, dass ich an zwei Stellen dann doch schieben musste. Und nicht nur ich. Auf der Via Claudia Augusta fuhren wir weiter und sahen das Inntal unter uns. Der Ausblick hier oben von der Fließer Platte war jede Anstrengung wert. Ich kann dieses nur jedem empfehlen, der einmal in dieser Gegend ist. Und es ging nachvolgend auch bergauf, bergab schöne Trails entlang, die jede Anstrengung vergessen ließ.

Nach der letzten Abfahrt mussten wir dann noch ca 10 Minuten auf einem Radweg entlang des Inns in Richtung Prutz. Und hier waren wir auch ca. 16 Uhr angekommen. Also schnell in den Fahrradladen, der auch mein Hinterrad reparieren sollte. Das dauerte bis nach 18 Uhr, weil erstens nicht bekannt war, ob sie meine Speichenlänge vorrätig hatten und zweitens Probleme beim Einbau meines Hinterrades bestanden. Nachdem ich darum gebeten hatte, den Bremssattel auszubauen, war der Fehler auch schnell gefunden. Die Bremsscheibe war nicht richtig fixiert, so dass das Rad gar nicht passen konnte. Ich freute mich schon sehr über den flexiblen Service. Mühe hat man sich dort schon gegeben ;-)

Nun habe ich wieder ein Rad mit allen Speichen, wenn es auch eine kleine 8 hat, die nicht mehr heraus geht. Das heisst, dass ich hoffen kann, dass mein Rad noch bis zum Gardasee hält. Denn einige Speichen sind schon stark unter Spannung, wohingegen andere eher lockerer sind. Warten wir es ab. Es sind ja nur noch 4 Etappen.

Und die nächste hat es schon in sich. Wir werden morgen über die Uina Schlucht nach Italien fahren. Wenn alles gut geht, werden wir sicher erst nach Mittag unser Mittagessen auf der Sesvenna Hütte einnehmen Lutz hat wieder etwas tolles gezaubert. Ein Höhenweg mit einzigartigem Blick auf das Vinschgau sollte es sein. Ich freue mich schon jetzt. Auch wenn ich mich noch gut daran erinnern kann, wie die Radler im letzten Jahr aussahen, die zur Uina Schlucht hoch fuhren. Wir waren ja von der Sesvenna Hütte herunter gefahren. Und das dauerte eine ganze Weile. Das fahren wir morgen hoch? Na prost Mahlzeit. Trotzdem freue ich mich schon sehr. Denn auch hier ist der Mensch so klein. Das ist etwas, was immer wieder erden kann und die Dinge im Leben in die richtigen Relationen setzen kann.

So ist also die Aussicht für morgen. Wie das Wetter wird? Keine Ahnung. Da gibt es nun unterschiedliche Vorhersagen. Wir können es eh nicht ändern, lassen wir uns also überraschen. Wenn wir morgen im Vinschgau in Glurns ankommen, dann erwartet uns hoffentlich die italienische Sonne. Ich werde morgen Abend berichten, wenn ich noch die Kraft und Zeit habe. Denn die Ankunft ist erst mit 18 Uhr angesetzt. Und das, obwohl wir schon um 08:00 Uhr losfahren werden. Es wird also ein langer Tag. Also bis morgen oder eben übermorgen....

Nachtrag von Claudia..

..aus schon besagten Gründen (und in Ergänzung zu Ullrichs Einleitung: meine Beine taten auch nicht weh und das war gut!)

Für diese Etappe hatte sich noch eine Teilnehmerin unserer Gruppe angeschlossen. Wir sind mit Julian über den Fernpass gefahren und wurden bergauf von einigen E-Bike-Radlern überholt. Einerseits frustriert das etwas, andererseits war ich aber stolz, dass ich diese Strecke und Höhen mit meiner Muskelkraft bewältigen wollte und es ja auch schaffte. Wir sind zwischendrin auch auf schönen Waldwegen gefahren, damit es nicht nur Schotter ist. Sowie Julian eine schönere Alternative parat hatte, baute er diese für uns ein. Nach einem Fotostopp ging es weiter in Richtung Kronenburg. Dort wollten wir uns mit der anderen Gruppe treffen und gemeinsam Mittagspause machen. Vor diesem Essen mit der angekündigten grandiosen Aussicht lag aber noch eine steile Auffahrt, die aber eben alle Mühe wert sein sollte. Durch Zufall schaute Julian noch auf den Speisekarten-Kasten am Anfang der Straße: Montag Ruhetag. Wie wunderbar, dass er das vorher gelesen hatte. In diesem Moment radelten auch die anderen an, die natürlich einen deutlich anstrengenderen Weg gewählt und bärenmäßig Hunger hatten. Julian wurde derweil von einem Mofafahrer angequatscht, was ihm, wie er später erzählt, überhaupt nicht passte, aber man ist ja höflich.

Nach kurzer Überlegung ging es weiter mit dem Rad nach Zams und dort fanden wir tatsächlich einen großen Tisch für eine gemeinsame Kohlehydrate-Mittagspause. Das viele Essen für die Energiereserven fiel mir echt schwer, weil ich ja nun eigentlich immer darauf achte, dass mein Hüftgold nicht wächst, aber ich habe dann doch Spinatnockerl gegessen, die sich allerdings dann den weiteren Tag immer wieder bei mir meldeten. Das war noch nicht die Lösung für mich, aber auch hier muss ich ja erst herausfinden wie das so auf einer mehrtägigen Tour ist. Schwer beeindruckt war und bin ich von den immensen Bergen, die Julian so verputzen kann ohne natürlich Hüftgold anzulegen und dann noch weiter entspannt mit uns durch die Gegend zu radeln. Weiter ging es dann in Richtung Pütz. Aber davor lag noch eine enorme Schiebepassage, die meinem Knie und mir nicht wirklich gut tat. Nach der Mittagspause ging es fix, erst noch mit allen, bergauf und dann hieß es: Da gibt es auch die Möglichkeit einer Abkürzung auf die Fließer Platte, auf die wir hoch mussten. Jemand sagte noch, dass sie an uns vorbei wollte, weil sie lieber fahren wollte, aber es handelte sich hier nicht um die Straße, wie auch Sabine und ich dachten, sondern um einen sehr steinigen, verwurzelten, sehr unebenen und schmalem Bergaufstieg. Ich konnte kaum richtig gehen und treten und hatte ja, so ganz unüblich bei einer Wanderung, ja mein Rad und den Rucksack auch noch da hochzubringen. Ich fragte mich sehr intensiv, was an so einem Aufstieg noch 'light' sei und wie ich so dämlich gewesen sein konnte, diese Tour zu buchen. Aber Sabine und ich schoben wacker und stetig und mit der einen oder anderen Schimpftirade nach oben. Das half uns, die Bäume und Grillen waren geduldig und verständnisvoll mit unserem Unmut. Ich meine, den einen oder anderen Spruch gaben wir uns gegenseitig sogar zum Besten, der uns noch zum Lachen brachte. Also war da ja noch Luft nach oben oder so. Julian wartete natürlich weiter oben auf uns (Wir hatten ihn vorgeschickt, damit er unsere unflätigen Kommentare nicht hören konnte) und wollte uns auf den letzten Metern, ganz Gentleman-like, die Räder abnehmen. Aber wir haben auch unseren Stolz und so kamen wir beide etwas angeschlagen, aber ohne andere Hilfe oder Unterstützung lebend oben an und haben auch niemanden auf dem Weg behindert - wie auch, die waren ja auch alle längst schon weitergefahren. Die Teilnehmerin, die sich zwischenzeitlich uns anschloss,  hatte sich auch wieder der anderen Gruppe angeschlossen, weil es ihr mit uns wohl zu langsam oder langweilig war. Vielleicht fehlte ihr die Herausforderung. Am Montag machte ich mir dazu aber noch keine weiteren Gedanken.

Wir fuhren dann auf sehr schönen, für uns beide auch etwas herausfordernden Wegen talabwärts, düsten durch ein Bergdorf, in dem ich mich fragte, wie so ein Dorf es schafft, auch junge Menschen zu bewegen, dort wohnen zu bleiben. Nun denn, auch wir drei kamen in Prutz an - stolz wie Bolle auf unsere Leistung. Julian machte noch einen kurzen Halt am Brunnen mit dem sauren Wasser. An dieser Quelle gibt es einen normalen Brunnen und einen, aus dem wirklich saurer Wasser mit verschiedenen Mineralien sprudelt und viele Menschen füllten sich dort zahlreiche Flaschen zum Mitnehmen auf. Es soll sehr gesund sein.

Die anderen saßen schon bei gemütlichem Bier und Schorle auf der Terrasse, als wir drei dann auch ankamen.  Es wurde für uns beide etwas hektsich, weil dann recht fix die Zimmer bezogen werden sollten, wir aber noch etwas kaputt waren, aber auch das haben wir hinbekommen - wir hatten dann nur eine kleine Pause, aber: Die nächste Etappe war geschafft! Sabine und ich waren stolz auf das, was wir beide geleistet hatten und freuten uns doch tatsächlichem bei allem Respekt auf die nächste Etappe.  

 

Jetzt noch einige Fotos vom Tag

Morgenstimmung an der Zugspitze

 Morgenstimmung Zugspitze

Notdürftig geflickte Speiche am Hinterrad

 Die defekte Speiche

DAs MArienbergjoch links oben zu sehen. Hier sollte es gleich nach dem Start hoch gehen...

 Das Marienbergjoch ganz links oben

Der Aufstieg ist fast geschafft an der Sunnalm

Kurz vor der Sunnalm

30% Steigung auf Schotter ist eine HErausforderung. Gerade, wenn es am Ende des Aufstiegs auf Dich wartet. Im Hintergrund das Ehrwalder Becken..

 30%

Kurz vor Abschluss der zweiten Etappe: Fließ mit einer imposanten Kirche

 Fließ im Inntal

 

 

 

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Saturday, 07 July 2018 00:00

Mountainbike Garmisch - Gardasee - Day 2

Bericht Ullrich

Der erste Tag liegt nun hinter uns. Und es war ein schöner Tag! Es begann für mich Morgens kurz vor 6 Uhr. Ein Blick in das Ehrwalder Moos zeigte eine wunderschöne, friedvolle Morgenstimmung. Die Berge leicht im Schleier und der mystische Nebel umgab das Moos. Hier waren Erinnerungen da. Im letzten Jahr bin ich von hier früh morgens aufgebrochen, um das Wettersteingebirge zu umrunden. Und auch da war das Moos im Nebel, die Zugspitze brach die ersten Sonnenstrahlen. Und da ist es doch schön, an alte Gedanken, alte Zeiten erinnert zu werden.

Doch heute geht es von Grainau nach Ehrwald zurück. Da die Etappe heute jedoch nur einen halben Tag dauern sollte, war das Treffen erst Mittags in Grainau angesagt. So frühstückten wir erst gegen 9 Uhr und nach dem netten Foto konnte ich meinem Körper noch etwas Ruhe gönnen. Frühstücken ging schnell, die einzige Übernachtungsmöglichkeit in der Gegend hatte ein nicht ganz so oppulentes Frühstück zu bieten und schnell ging es auch in Richtung Grainau.

Wir hatten angesichts Oskars Verletzung an der Hand entschieden, dass Oskar die heutige erste Etappe noch nicht fährt, da er den Lenker mit seiner aufgerissenen Handfläche noch gar nicht richtig halten kann. So fuhren wir gemeinsam nach Grainau, trafen dort unsere Gruppe und nachfolgend verabschiedeten wir uns von Oskar, den wir heute Abend dann in Biberwier, unserem ersten Etappenort, wieder sehen sollten.

Meine Gruppe bestand aus 3 Männern, einer weiblichen Teilnehmerin und mir. Zwei weibliche Teilnehmerinnen waren Basic Level angemeldet, wollen aber lieber mit der Medium Level Gruppe fahren. Ob das gut geht? Auch da bin ich gespannt.

Ach ja, was noch wichtig zu erwähnen wäre: Der Guide von Claudia, Oskar und Sabine heisst Julian und ist ein recht netter. Eigentlich studierter Physiker, der aber noch das Arbeitsleben mit dem Freizeitleben besser harmonisieren möchte. Work-Life Balance nennt man das ja heute. Und das scheint ja nun wirklich wichtiger zu sein, als immens hohe Verdienste. Und die Work-Life Balance scheint auch für meinen Guide wichtig zu sein, denn neben seiner Arbeit in der Softwarebranche führt er ab und zu Touren mit dem Mountainbike. Das wusste ich natürlich schon, denn meinen Guide kannte ich schon. Es war der Guide, mit dem ich meine erste Transalp von Garmisch zum Comer See gefahren war. So konnte ich heute also wieder auf Lutz zählen. Und das soll dann auch für den Rest der Woche so sein. Ich freue mich drauf. Denn die Erfahrungen im ersten Jahr waren durchweg gut.

Ich hatte Lutz zwar als sehr schnellen Fahrer in Erinnerung, doch heute war das weit gefehlt. So wie ich es mir vorstellte, sollte unsere Tour nicht durch testosteron geschwängerte Männer (Originalton Lutz) vom Tempo bestimmt sein, sondern vom Spaß und von der Fähigkeit eines Jeden. Und so ging es dann auch los. Immerhin sollen wir doch alle Spaß haben! Genau mein Denken.

Ein gemütliches Tempo brachte uns aus Grainau auf einem Teerweg heraus in Richtung Eibsee. Nachdem wir die Bayerische Zugspitzbahn zwei Mal überquert hatten, ging es dann auf Schotter weiter, um die ersten 200 Höhenmeter zum Eibsee zu überwinden. Ich erinnerte mich an die erste meiner Alpentouren. Hier hatte ich schon fast hyperventiliert. Denn dort hatte ich testosteron gesteuerte Mitfahrer. Aber heute nicht. Ich kam gut voran und wir waren ratz fatz am Eibsee. Claudia und Sabine fuhren so gut mit Julian mit, wie es ihre Erfahrung und die Fitness erlaubten. Wie erwähnt, war das Tempo, welches Lutz anschlug auch für mich ein sehr angenehmes Tempo.

Am Eibsee angekommen waren dort doch sehr viele Menschen, so dass wir nach kurzer Wartezeit auf Julian und seinen Teil der Gruppe diesen Ort nach Fotos schnell verlassen konnten, um uns dem einsamen Weg in Richtung Hochthörleütte in Österreich unter die Räder zu bringen.

Ich fuhr nett mit Lutz und die Unterhaltung war kurzweilig. Von der Fragestellung, wieso es die Fahrradindustrie schafft, so exporbitant teure Fahrräder auf den Markt zu bringen (ich glaube, das Angebot wird auch künstlich verknappt) und diese auch zu verkaufen, bis hin zu Donald Trump und natürlich Volkswagen war alles dabei. Nun war ich an meine Arbeit erinnert, wenn ich auch nichts mit der Diesel Thematik zu tun hatte. Aber Volkswagen, das betrifft mich doch. Und ich wollte ja eigentlich auch auf der Tour abschalten. Kein Problem, die lockere Fahrt hinauf ließ meine Gedanken schnell wieder kreisen und so war meine Arbeit dann auch recht schnell wieder weg. Das ist auch Mountainbiking: Einfach die Gedanken schweifen lassen (zumindest bergauf). Bergab geht das natürlich nicht immer, da dort für mich immer Konzentration angesagt ist.

Die Luft war kühl, das Atmen fiel leicht und so haben wir auch recht schnell einen schönen Übersichtspunkt über dem Eibsee erreicht. Kurze Pause, Fotostopp, netter kurzer Smalltalk und es ging weiter.

Noch einige steilere Höhemneter, dann eine moderate Steigung und schon ging es zu einem kurzen heftigen Schnapper. Als ich diesen im Mai gefahren war (ich war ja schon mal hier und hatte Claudia im Krankenhaus besucht), habe ich noch geschoben. Na ja, ich scheine doch besser drauf zu sein, als ich dachte. Ggf. half auch Lutz, der nochmal darauf hinwies, dass es nur eine Frge des Tempos sei. Und ich hatte beim Alleine Fahren in diesem Jahr stets Probleme, das richtige Tempo zu finden. Ich habe meine Komfortzone selten erreicht. In der Gruppe fiel mir das heute viel einfacher. Zurück zur Fitness: Ich bin gespannt, wie gut sie wirklich ist. Noch ist nicht aller Tage Abend und die Tour hat noch 5 anstrengende Tage zu bieten.

Nach dem Schnapper ging es kurz noch bergauf. Ich muss darauf hinweisen, dass dieses immer noch ein Waldweg mit Schotter war. Und was kam uns entgegen? Nun 3 Autos mit asiatisch anmutenden Insassen. Sie hatten sich wohl zu sehr auf das Navi verlassen. Kein Wunder, waren es doch keine Volkswagen, sondern allesamt Citroen. Oder lag es an den Fahrern und Passagieren? Auf jeden Fall sind sie nicht rückwärts gefahren, nachdem ich jedem Fahrer in Englisch erläutert habe, dass das eine Sackgasse sei und sie besser wohl rückwärts den Schotterweg zurückfahren sollten. Was sie gemacht haben, wie sie dort heraus gekommen sind, weiss ich nicht. Aber so ist es, wenn man sich auf das Navi verlässt und zu naiv ist, wenn man eine Teerstraße verlässt und in einen engen Schotterweg einbiegt.

Wir fuhren weiter zur Hochthörlehütte, wo ein Kuchen auf mich wartete und eine Johannisbeerschorle. Es war mittlerweile kurz nach 16 Uhr. Knapp 800 Höhenmeter lagen hinter uns, das Wetter wurde kälter und wir haben auch einige Regentropfen abbekommen. Nun gut, das Aufwärmen tat gut, ich stellte fest, dass ich meine Jacke im Koffer gelassen hatte und an Stelle dieser zwei T-Schirts eingepackt hatte. Aber das sollte mich auch nicht stören, dann für die Abfahrt nach Ehrwald musste dann meine Regenjacke herhalten.

Über einen Trail, ging es bergab und es war eine Wucht. Auch Claudia und Sabine sind den Trail gefahren. Ich zog innerlich meinen Hut, weil sie das wirklich einwandfrei gemacht haben. Zu mir meinte Lutz, dass es ein Unterschied zum letzten Mal gewesen sei. Ich würde mein Fahrrad viel besser beherrschen. Also Balsam für die Seele und fürs Gemüt. Danke Lutz ;-)! Was so wenige Worte doch ausmachen können.

Und so ging es in Richtung Ehrwald. Dort stellte ich ein wenig Flattern im Hinterrad fest. Aber das wird schon nichts wichtiges gewesen sein. Aber irgendwie war ich trotzdem beunruhigt. Nun ging es durch einen tollen Lerchenwald, über das Moos dann nach Biberwier.

In Biberwier angekommen war mir auch das Flattern ein wenig klar. Am Hinterrad ist eine Speiche gebrochen. Wo und warum, weiss der Teufel. Das ist ja nun die zweite Speiche in diesem Jahr. Entweder liegt es am Gewicht von mir oder ich muss auch etwas langsamer fahren. Nun muss ich morgen noch mit einer kaputten Speiche fahren und hoffe in Prutz dann einen Fahrradladen zu finden, der dann noch mein Hinterrad reparieren kann. Eine kaputte Speiche, da funktioniert das Fahren. Mit zwei kaputten Speichen wird es schon schwieriger.

So, jetzt geht es ins Bett. Es ist knapp vor 22 Uhr. Nicht ohne mich auf morgen zu freuen, wo es zum Marienbergjoch und zur Kronburg hoch geht. Das erste ist eine Herausforderung, an der ich einmal schon fast gescheitert bin, aber letztes Jahr im Urlaub innerhalb von einer Stunde und 15 Minuten oben war. Mal sehen, wie es morgen wird. Nun gute Nacht und bis morgen, wo ich mich hoffentlich aus Prutz wieder melden kann.

Ergänzung von Claudia

An den Abenden meiner/ unserer Tour waren weder Sabine noch ich in der Lage, zu dem Blog etwas beizutragen. Ich war einerseits kaputt vom Tag, aber andererseits auch von den vielen Eindrücken und Erlebnissen des Tages. Die teilten sich natürlich auf. Da sind die persönlichen Erfahrungen mit der Anstrengung und der Aktivität, die ich meinem nicht gerade gesunden Körper zugemutet habe. Er wird sich an den letzten Tagen sicherlich oft gefragt haben, ob ich noch alle Tassen senkrecht stehen habe oder in irgendeiner Art lebensmüde war, dass ich ihn so herausgefordert habe - aber auch diese Erfahrung war wichtig für mich. Und da sind dann natürlich die Erfahrungen in und mit unserer Gruppe, die mich in den ersten Tagen auch leider emotional einige Kraft gekostet haben, aber auch das gehörte bei dieser Tour nun dazu und zu guter Letzt die Natur mit all ihren Gerüchen und vielen schönen Angeboten, die wir beide immer wieder auch gewürdigt haben. 

Wir hatten das Glück, dass Julian unser Guide war. Er hat es vom ersten Moment an verstanden, sich auf uns und unsere 'light'-Fähigkeiten einzustellen und uns trotzdem immer wieder zu fordern und mit unserem Wissen und Können voranzubringen. Da wir beiden die 'echten' Light-Fahrerinnen (laut Ausschreibung von ULP hatten wir uns und unsere Fitness/ Vorbereitungsintensität absolut korrekt eingestuft, unser Können und unsere Mountainbike-Fähigkeiten dem richtigen Level zugeschrieben) waren, fuhren wir zunächst mit Julian alleine und haben uns, bei aller Anstrengung, interessant und umfassend unterhalten. Der Start in Grainau war schon recht fix und ich habe zunächst auch noch den Fehler gemacht zu denken, dass ich bei der gesamten Gruppe an diesem Tag mithalten muss. Irgendwann fand ich dann auch in mein Tempo hinein. Julian, Sabine und Ich folgten in zunehmendem Abstand dem Aufstieg zur Hochtörlehütte. Am Eibsee warteten die Medium-Fahrer auf uns und dann erneut weiter oben. Ich kannte diesen Aufstieg schon, weil Ullrich mich hier, im Anschluss an eine gemeinsame Radtour mit eine Länge von ca. 50 km noch genau diesen steilen Weg wieder zu unserem Ausgangsort im Urlaub vor einem Jahr hochgeschickt hatte. Er hatte seinerzeit vergessen, wie steil und anstrengend er war und ich hatte vor einem Jahr das Gefühl, dass mein Herz mit dem Schlagen nicht mehr hinterherkommt. Moderat ist ein Wort mit sehr unterschiedlichen Auslegungsgraden :-) Nun hatte ich seitdem aber einige Kilometer und Höhenmeter trainiert und kam zwar langsam, aber deutlich souveräner oben bei den anderen an und konnte auch noch atmen und weiterfahren. Eine Erlebnis und eine tolle Erfahrung für mich, denn daran merkte ich, dass mein Training doch Früchte zeigte.

Auf der Hochtörlehütte waren die anderen schon eingetroffen und hatten sich lecker Kuchen bestellt, als Sabine und ich ankamen, aber wir bekamen trotzdem eine angemessene Pause und danach stellte sich die Frage, ob wir beide auch einen etwas schwierigeren Trail mit nach Ehrwald hinabfahren wollten. Wir wollten und ich finde, wir haben uns für den ersten Tag und nach der anstrengenden Auffahrt recht gut angestellt. Lutz gab den einzelnen noch Tipps zur Optimierung und dann ging es über einen schönen Lärchen(Zauber)wald nach Biberwier ins Hotel. Ich war kaputt, aber froh, dass ich eben gerade diese, mir bekannte Etappe, überstanden hatte. Ich habe auch nur an einer, nee zwei sehr steilen Stellen geschoben, und das fühlte sich für mich sehr gut an. 

Die Hand von Oskar war noch recht entzündet und so überlegten wir einen Plan B: Er würde am nächsten Tag mit dem Shuttlefahrer den Beetle aus Ehrwald holen und würde uns mit dem Auto folgen bzw vorfahren, weil es nicht so aussah, als ob er mit den Hand radeln könnte. Im Nachhinein stellte sich diese Entscheidung als richtig heraus und er war auch nicht unglücklich damit.

 

 Nun noch einige Bilder des Tages

 Morgenstimmung im Ehrwalder MoosMorgenstimmung Ehrwald

 

 Eibsee von Oben bei bedecktem HImmel

Eibsee

 Kurzer Blick zurück nach Garmisch-Partenkirchen

 

Lerchenwald in Ehrwald

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Bericht von Ullrich

So, bald geht es los. Am 8.7.2018 startet der überwiegende Teil der Familie Kohl in das Abenteuer die Strecke von Garmisch zum Gardasee mit dem Mountainbike zu bezwingen. Für Claudia, Sabine und Oskar ist es Premiere, während es für mich nun schon die vierte Tour mit dem Mountainbike in den Alpen ist. Was alles anders wird, als die letzten Jahre, mögen die nächsten sechs Tage zeigen. Der Beginn ist schon einmal vielversprechend.

Nachdem wir heute später losgekommen sind, als geplant, sind wir nach einigem zähfließendem Verkehr und Stau um 14:30 in Garmisch Partenkirchen geweesen. Die Verspätung ist zu verschmerzen, sind wir doch später los gefahren, um unsere amerikanischen Freund Gary und Cindy zu Hause zu verabschieden. Und dazu war gestern noch ein schönes Abendessen in Wildemann angesagt. So sind wir dann gegen 06:30 Uhr in Goslar bei bedecktem Himmel abgefahren. Als wir den Harz endlich umrundet hatten, strahlte in Höhe Leipzig die Sonne vom Himmel. Und der Sonnenschein hat uns auch den ganzen Tag nicht verlassen.

So fuhren wir mit einer Pause im Sonnenschein über anfangs sehr freie, später dann doch sehr befahrene Autobahnen in Richtung Alpen. In Garmisch angekommen, traf uns erst einmal der Schlag. Eine Lautstärke, die seines Gleichen sucht. Unzählige Motorräder sind dort angesichts der BMW Action Days nicht nur zu sehen, sondern vielmehr zu hören gewesen. Nichts von der Ruhe, die wir eigentlich in den Alpen suchen. Wir fühlten uns eher wie in Hamburg auf den Harley Days, wo die lauten Zweiräder unsägliche Lautstärken und Luftverschmutzungen produzierten. Nun etwas ähnliches also in Garmisch.

Wie geschrieben, war es nicht annähernd schön, und als Sabine dann endlich gegen 16:54 in Garmisch mit dem Zug anreiste, waren wir froh, die laute Umgebung endlich zu verlassen. Auch wenn die Tour morgen richtig in Grainau, also in der Nähe von Garmisch los geht, so müssen wir heute noch in Ehrwald (also unserem ersten Etappenort) übernachten. Denn angesichts dieser BMW Tage sind alle Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe von Garmisch schon vor Monaten ausgebucht gewesen.

Auf dem Weg nach Ehrwald wieder unzählige BMW Motorräder, die allerdings häufig rücksichtslos fuhren, was man von diesen Fahrern so eigentlich nicht kennt. Aber so ist das eben. Jeder möchte hier seinen Spaß haben und wir wollen das morgen.

Die letzten Getränke sind eingekauft, die Zimmer für die Nacht bezogen und der Blick auf das Ehrwalder Moos aus unserem Zimmer ist herrlich. So musste Oskar (danke Oskar, wir wissen es sehr zu schätzen, dass Du freiwilig auf einem Foto erscheints), Claudia, Sabine schnell für ein Selfie herhalten. Aber die Aussicht hier in der nachmittäglichen Sonne gibt das Foto sowieso nicht wieder. Aber einen ersten Eindruck zeigt es schon...

Nun freue ich mich auf morgen. Ob ich Probleme haben werde, wir die Tour zeigen. Ich bin sicher nicht os fit wie die letzten zwei Jahre. Aber es wird schon. Sabine ist hoch motiviert, Claudia wird wohl morgen erst so richtig nervös werden. Und Oskar? Oskar hat sich pünktlich zur Tour noch die Hand verletzt. Mal sehen, ob er morgen überhaupt fahren kann. Aber wie es auch sein wird, er wird versuchen, sich durchzubeissen, wenn es nur annähernd geht. Die Chancen stehen allerdings schlecht.

Also bis morgen, wo eine Halbtagesetappe von Grainau nach Ehrwald anliegt. Die Vorhersage sagt, dass es regnen soll, zumindest am Nachmittag und dort, wo wir fahren werden. Also warten wir es ab....

Einschub von Sabine und Claudia

Wir haben beim Mooswirt gegessen und weil uns Ullrich gesagt hat, dass wir gut und viele Kohlehydrate essen müssen, sind wir beide jetzt voll genudelt: Sabine hatte ein großes Schnitzel und Pommes und ich hatte eine Portion leckere Nudeln mit Gemüse. Als Nachtisch haben wir noch bei Oskar am Kaiserschmarrn genascht. Der hatte natürlich vorher auch schon, wie Ullrich, ein Schnitzel mit Pommes - von wegen der Kohlehydrate...

Wenn wir beide morgen nicht auf unser Fahrrrad kommen, dann liegt das an dem viel zu vielen Essen - Kohlehydrate machen nämlich total schwere Bäuche. Nun erholt sich Sabine bei einem grünen Veltliner auf dem Balkon - Blick auf die Berge und das Moos, Claudia belässt es bei einem Wasser, weil sich andere Getränke nicht mit den Kohlehydraten vertragen würden. Oskar telefoniert derweil mit Felina, die sich in Mallorca auf die anstrengende Woche in den Bergen mit den Kohls vorbereitet.

Da wir heute noch in der Lage sind sind, ganze Sätze zu formulieren, beschreiben wir noch die Abendstimmung auf dem Balkon: Links glockeln leise die Glocken der 5 Kühe vor sich hin, der Bauer fährt mit seinem kleinen Traktor gerade nach Hause, die Berge versinken langsam in den Wolken und es sind immer weniger Autogeräusche zu hören. So kann man das sich hier gut gefallen lassen.

Bis morgen dann an dieser Stelle viele Grüße von den Kohl-Bikern bzs. Bikerinnen...

 

Bilder des Tages

Abendstimmung mit Blick auf die Ehrwalder Sonnenspitze

ABendstimmung mit Blick auf die Sonnenspitze in Ehrwald

 

Blick auf das Marienbergjoch, welches übermorgen auf dem Programm steht.

Marienbergjoch in der Dämmerung

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