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2017

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Sunday, 20 August 2017 09:44

Transalp 2017 - Resumé

Ullrich:

So, die Transalp liegt nun fast 43 Stunden hinter mir und ich bin wieder zu Hause. Holger Schaarschmidt unser Guide von UlpTours, ist schon wiedermit dem Mountainbike auf dem Weg in den Süden. Dieses Mal zum Comer See. Wir, das waren Patrick, Andreas, Markus, Ralf, Frank, nochmal Patrick und ich haben die gemeinsame Woche gestern um 09:00 Uhr beendet und sind in Richtung heimat aufgebrochen. Es war eine schöne Woche. Sie war ganz besonders und sie war anstrengend. Doch was ist von den 6 Tagen täglichen Radelns durch die in meinen Augen schönste Region Europas geblieben?

Zuerst einmal Stolz. Ich war immer unsicher, ob ich genug trainiert hatte. Immerhin ist es eine GoWild Tour gewesen und damit die höchste Kategorie, die Ulp anbietet. Die letzten beiden Jahre bin ich im Medium Level gefahren. Das bereitete mir im ersten Jahr noch einiges Kopzerbrechen, im zweiten Jahr jedoch war ich wunderbar vorbereitet und genoß die Fahrt. Es ist in meinen Augen nicht zu unterschätzen, dass es doch einen Leistungsunterschied zwischen einer Medium Tour und dieser Tour gibt. Das mag sich nicht in höhenmetern oder Kilometern ausdrücken, sondern vielmehr in der Art der Belastung. Wir haben Steigungen gemeitert, die nicht so häufig auf der leichteren Variante zu finden ist. Zumindest nicht so dauerhaft. Wir sind Trails bergauf gefahren, die es in sich hatten. Und von den Downhill-Trails mal ganz abgesehen. Ich habe dieses vermutet und so habe ich mich noch intensiver vorbereitet, als die Jahre zuvor. Es hat geholfen, auch wenn ich das ein oder andere Mal innerlich geflucht habe. Aber letztlich habe ich das, was ich eigentlich ganz gut kann, gemacht: Durchbeissen, wenn ich etwas erreichen will.  Und positiv denken, dass es schon irgendwie klappen wird.

Das liest sich jetzt nicht gerade nach Genuß. Aber es war ein Genuß, diese Tour zu machen. Die vielen Eindrücke zu gewinnen, die vielen Highlights der Alpen in so kurzer Zeit zu erblicken. Es war für mich nicht immer ein Genußradeln, wie ich es mir vorgenommen hatte (und wie ich es letztes Jahr von Garmisch zum Comer See auch erlebt hatte). Aber es war ein Genuß, Regionen zu betreten, die so beeindruckend waren, dass man sich als Mensch so unendlich klein fühlt. Und es war ein Genuß, in Regionen zu sein, wo nur wenige Menschen einen Fußabdruck hinterlassen. Der Kulturschock kam dann, wenn wir wieder in Touismusregionen fuhren.

Man möge sich vorstellen, mit wenigen Naturfreunden auf der Sesvenna Hütte zu schlafen. Um 22:00 Uhr unendliche Ruhe zu genießen, die klare Luft zu riechen (wenn man denn riechen kann) und einfach nur kaputt und erledigt die schöne Natur anzuschauen (das natürlich nicht im duneln um 22:00 Uhr). Und dann innerhalb von nicht ganz 24 Stunden in das stark bevölkerte Serfaus mit tausenden Touristen einzufahren, wo Lautstärke, Hektik (warum eigentlich im Urlaub) und in den Gesichern der unzähligen Touristen ganz wenig Freude, Glück und Zufriedenheit zu sehen ist. Größere Kontraste kann es nicht geben. Welche Umgebung mir am besten gefällt? Na ja, das ist wohl schwerlich zu erraten.

Wo wir gerade bei der Hüpttenübernachtung waren. Ich war auch geschockt. Geschockt von der Häßlichkeit des Stilfser Jochs. Was sich dort die italienischen Architekten und Bauherren ausgedacht haben spottet jeder Beschreibung und ist schwer zu toppen. Nun gut, wofür auch tolle Hotelbauten hin stellen. Die Touristen kommen doch sowieso. Mit dem Motorrad, um nach erfolgreicher Fajrt auf 32 Kilometern 63 Kehren gemeister zu haben und dann noch schnell die Bratwurst auf dem Pass zu essen? Hierfür sind keine Bauten notwendig, die sich der Natur anpassen und einigermaßen schön sind. Trotzdem wäre -auch wenn die Natur hier oben auf knapp 3000 Metern recht karg ist- etwas mehr Schönheit in der Bebauung möglich. Übrigens sollte das Beispiel mit den Motorradfahrern nicht abwertend gemeint sein. Soll jeder seinen Sport, sein Hobby genießen. Doch bitte, liebe Motorradfahrer und Autolenker mit hochgezüchteten, Chipgetunten Fahrzeugen oder einfach nur Potenzverstärkern: Wenn ihr Fahrradfahrer auf der Straße seht, die sich mit Muskelkraft eine Berg hochquälen (ja, das ist nicht immer einfach!), bitte nehmt Rücksicht auf diese. Fahrt nicht so enga an ihnen vorbei, dass sie sich fast genötigt fühlen, in den Straßengraben zu fahren. Und überholt nicht im Gegenverkehr, denn auch ein Fahrradfahrer ist Gegenverkehr, den man nicht gefährden darf. Und das gilt für Euch alle. Insbesondere jdeoch 4 Motorradfahrer aus Ingolstadt, die ich leider nicht kennenlernen darf, sonst hätte ich ihnen mal erklärt, wie sich das rücksichtslose Fahren auf der anderen Seite anfühlt.

Und da ich soeben schon über Häßlichkeit von Bauten schrieb, so betrifft das sicher nicht nur das Stilfser Joch. Ischgl ist so ein weiteres Beispiel. Ein Winterskiort der Superlative. Hunderttausende Touristen, Musikacts von Sting über Peter Gabriel zu Rhiana, Tina Turner und was weis ich noch, treten hier im Winter auf. Im Sommer jedoch ist der Ort (der für meine Begriffe viel zu stark verbaut ist) und insbesondere die Bergwelt um ihn herum keine Schönheit. Doch halt: Es gibt Schönheiten auch um Ischgl herum. Nur nicht dort, wo Skigebiet ist. Klar, in der Höhe über 2000 Meter ist es recht karg. Die Baumgrenze ist schon weit unter uns. Aber die Menge an Liften, die hier auf engstem Raum stehen, Arbeiten bei denen Drainagen indie Skipisten gelegt werden, um sie besser pflegen zu können, Mahlwerke, die aus Gestein feinstes Steinpulver machen (um wahrscheinlich die Wege der Pisten zu befestigen). All das ist nicht schön! Aber es bringt wohl nachhaltig Touristen und Geld....

Ich schrieb am zweiten Tag von Grenzen. Ich habe mehrfach Grenzen gesehen: Landesgrenzen, meine physischen Grenzen und auch psychische Grenzen. Es sit gut, dass es diese Grenzen gibt. Sonst würde ich ja irgendwann überheblich und größenwahnsinnig werden. Ich bin jedoch auch stolz, die ein oder andere Grenze hinaus geschoben zu haben. Natürlich nicht die topografischen Grenzen. Das haben ja die Soldaten im 1. Weltkrieg am Bochetta di Forcola probiert. Es ist sinnlos, weil man Grenzen -wenn man heute drüber fährt gar nicht spürt. Die Menschen diesseits und jenseits der Grenzen, die wir überquert haben, sind prinzipiell gleich und sie wolen (hoffentlich) das Gleiche: Frieden, Zufreidenheit und etwas Glück. Neun, es geht mir beim Grenzen verschieben um die persönlichen Grenzen. Ich glaube schon, dass ich meine Leistungsfähigkeit trotz meines -für die Gruppe- recht hohen Alters im letzten Jahr durch intensives Training verbessert habe. So konnte ich die physischen Grenzen, sei es durch bessere Fahrtechnik (OK, hier ist noch einiges zu tun) und bessere Kondition weiter verschieben. Aber auch die phsychischen Grenzen (z.B. die meiner Höhenangst) habe ich durch festen Willen und Konzentration etwas verschieben können. Und ich freue mich hierüber und bin richtig stolz. sozusagen bin ich für mich auf dieser Tour ein kleiner Grenzgänger geworden.

Und da kommen wir auch schon zur Gruppe. Wir hatten andere Teilnehmer, die auch so ihre Grenzen hatten. Sie waren ofensichtlich und nicht so leicht zu verschieben. Aber welche Grenze auch da war, die Gruppe, der ich für die tollen Tage noch einmal danke möchte, hat unterstützt, hat Schwächen oder Grenzen akzeptiert. Es gab kein urren und Mucken - vielmehr wurde auch bei schwächerer Leistung immer wieder motiviert und positiv zugeredet. Eventuell iegt es daran, dass nur spezielle Typen solche touren mchen. Und denen scheinen wichtige soziale Kompetenzen eben ins Blut gelegt zu sein. Auch wenn ich nicht immer so schnell Kontakt aufbaue, so ist dieses in dieser Gruppe für mich relativ schnell gelungen. Das lag unter anderem wohl auch daran, dass die nach meiner wenigen Erfahrung typische erste Phase des testosteron geschwängerten Profilieren durch schnelles fahren und waghalsige Aktionen in dieser Gurppe gar nicht aufkam. Eventuell lag es auch an der Schwierigkeit des ersten Tages, der uns allen zu Schaffen gemacht hat ;-).

Ich möchte abschließend noch ein Wort zu unserem Guide sagen: Auch in Situationen, in denen es mal schwierig wurde, aht er nie seinen Humor verloren und mit seinr lockeren uns lustigen Art immer mit einem Augenzwinkern die Stimmung bei dem ein oder anderen hoch gehalten. Hut ab und danke dafür. Das habe ich so noch nicht erlebt.

Bleibt noch die typische abschließende Frage: Das nächste Mal? Wenn es ein nächstes Mal gibt (heute würde ich sagen ja, aber das kann sich ja auch noch ändern), dann nicht mehr in diesem Level. Ich stellte irgendwann die Frage, ob ich das flasche Level gebucht hatte. Ich meine schon. Auch wenn ich durchgefahren bin und die oben beschriebene Freude hatte, so war die Anforderung an mnich grenzwertig. Wäre die Gruppe nur ein wenig heftiger drauf gewesen, ich hätte es nicht mehr geschafft. Also, nächstes Mal dem Alter Tribut zollen und eine Medium Tour? Könnte sein, denn ich war ja noch nie am Gardasee. Und das sollte man doch schon einmal gemacht haben. Alternativ eine Enjoy oder light Tour nach Meran entlang des schönen Vinschgau in bester Sonne. Ob ich daran Spaß habe? Wir werden es sehen ;-)

Wer bis hierhin durchgehalten hat, dem sei gedankt. ggf. konntet ihr miterleben, was ich erlebt habe. Die vielen Rechtschreibfehler, falschen Wörter bitte ich zu entschuldigen. Das war meistens Apple, die es nicht geschafft haben, meien Tastaturanschläge anständig zu interpretieren oder uach Wörter ersetzt haben, wo sie der Software gsagt haben, dass das wohl das Wort sei, welches ich gemeint habe. Ich hoffe, die meisten Fehler sind wieder berichtigt.

 

Nun -wie Holger so schön schrieb- Kette rechts, ride on und bis (vielleicht) zum nächsten Mal

Ciao, Euer Ullrich

 

Frank:

Kampf – insbesondere immer wieder der Kampf mit mir selbst prägte die Woche. Es war sehr schön und es war eine Erfahrung, die ich nie missen möchte, weil sie mir auch wieder meine eigenen Grenzen gezeigt hat. Grenzen, die ich zu überwinden geschafft habe, auch wenn ich es nicht geglaubt hätte es schaffen zu können.
Es war ein tolles Gruppenerlebnis und die hervorragende Leistung des Guides Holger eine solche Gruppe zu führen.
Es waren landschaftliche Highlights, es waren einige der schönsten Trails der Alpen auf unserer Tour, es war ein absolut zuverlässiges und tolles Bike, es war ein ganz tolles Team und es war letztlich mein bester und längster Freund Ullrich, der mich zu einem rundum zufriedenen Resümee kommen lässt.
Danke – es war toll.

Fotos der Woche:

Am Fimbapass kam die Sonne heraus. Tiefblauer Himmel und rechtsseitig das Val Sinestra im Unterengadin

Am zweiten Tag waren wir noch recht munter. Zusammen haben wir trainiert, zusammen sind wir (meist) gefahren und zusammen haben wir die Tour erfolgreich geschafft.

Der Start zum flowigsten Trail auf der ganzen Tour: Der Trail vom PAsso di Trela hinunter nach Livigno. Das ist für mich Mountainbiken mit größtem Spaßfaktor

Gezeichnet von der Anstrengung des Aufstiegs, der Mittagssonne und der Angst auf dem Trail zum Malga Pendenolo. Das gilt natürlich nur für mich. Holger, der stets positive Guide hat noch genug Kraft für Faxen...

Diesen Schotterweg mussten sie kommen. Es führt kein anderer Weg nach Bochetta di Forcola. Rückblickend eine tolle Aussicht auf die Berninagruppe in der Ferne.

Die Schweizer haben schon eine komische Sprache: In der Uina Schlucht sollte man stoßen. Beim Fahren hätte ich mir sowieso in die Hosen gemacht.

Die Uinaschlucht ist vollbracht - und das trotz Höhenangst.

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Friday, 18 August 2017 16:16

Transalp 2017 -Day 7

Ullrich:

Heute sollte der letzte Tag unserer Transalp "Best of Trails" von Ulpbike sein. Ich habe es geschafft, die Tour, die unter der Kategorie GoWild angeboten wird, von Anfang bis zum Ende durchzufahren. Ich habe keine Verletzung davon getragen und bin natürlich sehr erfreut darüber. Denn nicht jedem aus unserer Truppe ging es so. Heute, auf einem der letzten Trails hatten wir noch einen Sturz  zu beklagen. Und zwei Teilnehmer mit Magen/Darm gibt es auch noch unglücklicherweise zu verzeichnen. Darauf hättenw ir durchaus verzichten können. Und überhaupt war der Tag dann irgendwie anders, als geplant (was grundsätzlich jedoch nicht schlimm ist). Fangen wir aber wieder der Reihe nach an:

Aufstehen war heute etwas später, weil wir erst um 07:30 Uhr frühstücken wollten. Das Frühstück in Serfaus war grandios. Der Tag begann mit zauberhaften Damen, die superfreundlichen Service am umfassenden Frühstücksbuffet boten. Das findet man leider nicht immer. Einige Mitarbeiter im hotel Post in nauders, wo wir unsere zweite Nacht verbrachten, hätten sich durchaus eine Scheibe abschneiden können. -Ich will hier aber grundsätzlich erwähnen, dass die Hotels, die Ulp für uns ausgesucht hat, schon sehr schön waren. Über nicht ganz so perfekte Servicekräfte kann man auch drüber weg schauen!

Zurück zum freundlichen Service in Serfaus: Das freute mich doch umso mehr, weil es ja fraglich ist ob ich hier jemals wieder her kommen würde und ich war ja auch nur eine Nacht im hotel. Und da hab ich auch schon Hotels erlebt, bei denen die Mitarbeiter nicht so freundlich waren, da man sich ja nicht unbedingt wieder sieht. Hier war aber alles Bestens und so verabschiedete uns noch der Hotelchef des Hotels Lawens persönlich, als es um 08:45 die ersten Höhenmeter bergauf ging. Nur, um nachfolgend einen Singletrail in Serfaus Inntal abzufahren. Flowing sollte er sein. War er wahrscheinlich auch. Aber ich war entweder zu müde, kaputt oder einfach noch nicht auf Betriebstemperatur. Mir fiel der Trail sehr schwer, aber letztlich sind wir alle heil unten angekommen, um bei schönstem Sonnenschein in Richtung Samnaun zu fahren.

Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes. Eine Kaltfront zieht an und Gewitter drohen. Wann diese genau Ischgl erreichen werden, darüber gibt es bei den verschiedenen Wetterdiensten unterschiedliche Auffassungen. 15:00 Uhr, 17:00 Uhr oder gar erst Mitternacht. 

Für uns ist das keine schöne Situation, wollten wir doch auf keinen Fall auf dem Grenzkamm in Ischgl (was unser Ziel war) in exponierter Lage von einem Gewitter überrascht werden. Und so entschied sich unser Guide Holger für die sichere Variante -  nämlich den Aufstieg nach Smanaun ncht über Waldwege zu fahren, sondern direkt über die Straße. So konnten wir Zeit gewinnen und vor 15:00 Uhr in Ischgl sein.

Die Fahrt in der prallen Sonne war kein Zuckerschlecken für mich.  Und rücksichtslose Autofaher mit ihren Boliden, die wahrscheinlich nur zum steuerfreien Tanken nach Samnaun fuhren machen das Leben genauso schwer, wie rasende Motorradfahrer. Trotzdem gibt es auch Gutes zu berichten. Wir -besser gesagt Holger- entdeckten einen schönen Trail, der der Uina Schlucht vom Vortag wenig nachsteht, als wir einen Tunnel umfahren wollten.

Hier fuhren wir und gingen, weil der Weg noch teils verblockt war. An einer Stelle, an der der Hang fast senkrecht linksseitig hinab ging, verkantete einer unserer Teilnehmer seinen Lenker nach links. Geistesgegenwärtig konnte er den Lenker und das Fahrrad wieder auf die rechte Seite ziehen. Zum Glück, denn sonst wäre er abgestürzt. Ich sah in sein Gesicht und er nahm es ganz locker. Ich könnte das angesichts meiner Höhenangst nicht so locker aufnehmen. Aber Ende gut, alles gut. Es ist nun mal zum Glück nichts passiert.

Wir fuhren weiter nach Samnaun, aßen dort noch einen Apfelstrudel und fuhren dann mit der Seilbahn in Richtung Grenzkamm Ischgl.  Auf dem Weg dorthin nahmen wir noch einen angelegten Trail mit. Und hier passierte es.  Am letzten Tag, auf einem der letzen Trails stürzte einer unser Gruppenmitgleider. Schmerzen in der Schulter, Helmabdruck auf der Stirn waren das Ergebnis. Er versuchte noch zu fahren, aber an ein Weiterfahren war letztlich nicht zu denken. 

So fuhr die ganze Gruppe mit dem Sessellift zum Grenzkam hoch, Andreas in Begleitung mit Frank mit der Seilbahn zur Idalpe. Wir über die Skipiste, die im oberen Bereich sehr schlotterig war, hinterher. Wir passierten noch eine Baustelle, auf der aus Felsgestein feinstes Steinmehl hergestellt wurde. Die Räder, Schuhe, Kleidung und wahrscheinlich auch die Lunge von innen -alles weiß und von Steinmehl eingehüllt. Überhaupt ist ischgls Bergwelt keine Reise Wert. So mein Eindruck. Hier ist mehr eine Großbaustelle zu sehen, die von vielen Liften dominiert wird. Nicht gerade das, was ich von den Alpen erwarte. Aber der Rubel, oder Euro muss rollen. Und im Winter danken diese Verschandelung der Alpen ja hunderttausende Ski- und Partysüchtige.

Frank begleitete Andras auch zum Arzt. Ich begleitete den verbleibenden Rest noch auf einem Singletrail in Richtung Fimbatal. ein Deja für für mich. Diesen Trail bin ich vor drei Jahren schon einmal gefahren. Heute fiel mir die Fahrt viel schwerer. Lag es daran, dass ich müde war? Hatt mich die Auffahrt nach Samnaun und überhaupt die ganze Woche zu sehr ausgelaugt? Oder war ich einfach nicht so trainiert, wie vor zwei Jahren? Oder hatte ich einfach Respekt, weil mir am letzten Tag nichts mehr passieren sollte? ich weiß es nicht. Vermutlich aber war es die Angst, die durch den Sturz eines Gruppenmitglieds gewachsen war. Ist eigentlich aber auch egal. Wir haben den Tag und auch die gesamte Tour schön ausklingen lassen. Ganz leicht und einfach fuhren wir über eine Straße und einige kleine Trails runter nach Ischgl. Denn  der gewünschte  Kaiserschmarrn auf der Bodenalpe mit samt Kaffee für Holger war uns nicht vergönnt. Der Kaffee sei aus und auch keine Milch mehr im Hause. Irgendwie konnte ich das nicht glauben. Ggf. hattte die Wirtin einfach kein Interesse mehr, Kunden nach Feierabend zu verkaufen. Der Winter bringt wohl genug Kohle im Partydrom Ischgl. Ggf. hat sie sich auch nur auf den Feierabend gefreut und zu bedienen war ihr lästig. Wir werden es nicht erfahren. 

So ging es unverrichteter Dinge -wie erwähnt- über die Straße mit einzelnen Abstechern in kleine Trails talwärts. Patrick und ich dann nur noch auf der Straße. Denn Monrezumas Rache hatte nun ein zweites Opfer in der Gruppe gefunden. Frank litt schon seit gestern daran. Woran es lag? Auch hier habe ich keine Ahnung. Wir munkelten, ob wohl Kuhmist, welches an Trinkflaschen oder Trinkschläuchen hing, oder über Handschuhe den Weg in dass Körperinnereng gefunden hatten. Aber auch hier werden wir wohl eine Klärung nicht mehr herbeiführen können. Hauptsache es geht allen drei Teilnehmern schnell besser. So wie es mir nach Abschluß der Tour ging.

Unsere Best of Trails im Jahr 2017 war Freitag, den 18. August um ca. 16:30 zu Ende. Eine Transalp der besonderen Art für mich. Doch dazu in de Zusammanfassung und im Fazit mehr.

Ciao, Euer Ullrich

 

Frank:

Zurück ins Basislager
Der letzte Tag der Tour begann mit Ungewissheit über meinen Gesundheitszustand. Das Magen-Darm-Problem war glücklicherweise den Rest der Nacht nicht mehr aufgetreten und ich entschloss mich dafür es zu versuchen. Das Frühstücksbuffett war lecker und man fühlte sich sehr gastfreundschaftlich durch die Gastwirte behandelt. Der letzte Tag musste doch auch zu schaffen sein. Wie immer – um 08:00Uhr ging es los.
Zunächst durch Dorf, dann etwas aufwärts und dann über Wiesen und Trails hinab ins Inntal. Die Trails waren schön, aber aufgrund der linksseitigen Geländeneigung grenzwertig für meinen Kopf – kurz: zeitweise schob ich besser. Dann ging es unspektakulär im Inntal aufwärts auf kleinen Straßen bis Pfunds.


Zeitdruck
Aufgrund von erwartetem Unwetter hatten wir etwas Zeitdruck. Das machte die Sache nicht besser. Holger unser Guide überlegte immer wieder zwischen der eigentlich landschaftlich schöneren Route oder der Autostraße nach Samnaun. Letztlich entschied er sich für den schnelleren Weg, weil wir bis Mitte des Nachmittags den Bergzug zwischen Samnaun und Ischgl passiert haben sollten – es wurde ein Wetterumschwung erwartet und da sollte man besser nicht mehr in der Höhe sein.
Die Straße nach Samnaun über Spiss war indes auch alles andere als schön. Ein langer Anstieg von fast 600 Höhenmetern über eine lange Strecke zunächst über Serpentinen und dann durch eine Schlucht. Hitze, Autoverkehr und zunehmendes Unwohlsein sorgten für zusätzlichen Spaß bei mir. Bei Spiss folgten wir einem schönen Forstweg bis wir weitere 300 Höhenmeter höher die ersten Ausläufer von Samnaun erreichten. Eine kurze Pause und dann fuhren wir zur Doppelstöckigen Seilbahn von Samnaun. Ziemlich vollgestopft mit Wanderern und Mountainbikern startete die große Seilbahn dann Richtung Bergstation.

Talfahrt mit der Gondel
Dort angekommen ging es eine Flowtrail hinab zu einem Sessellift. Und hier passierte dann unser erster Unfall. Andreas war mit seinem Bike aus der Kurve geflogen und hatte sich möglicherweise an Schulter, Nase und Kopf verletzt. Zunächst fuhr er weiter , aber bei der dann folgenden Sesselliftfahrt verstärkten sich die Schmerzen und er entschloss sich die Gondel auf der anderen Seite ins Tal zu nehmen. Bei mir stellten sich zeitgleich Durchfall und Bauchschmerzen ein, so dass auch ich den Weg mit der Gondel ins Tal nahm.
Ich unterstützte Andreas bei der Gondelfahrt und beim Handling seines Bikes, brachte ihn zum Arzt und ging dann mit beiden Bikes so schnell es eben ging ins Hotel. Denn auch bei mir stieg der innere Druck im unteren Bauchbereich. Am Hotel brachte ich beide Bikes in Sicherheit und ging schnellstmöglich aufs Zimmer. Den Rest des Abend und der Nacht bekam ich Montezumas Rache zu spüren. Zum Abendessen und für eine Bilderschau verlies ich das Bett nochmal, aber sonst fühlte ich mich ziemlich abgeschlagen.

 

Fotos des Tages:

In Samnaun vermutet man vieles, doch nicht so einen tollen Karman Ghia - Konzernfahrzeug halt ;-)

Auffahrt von Samnaun zum Alp Trida Sattel...

Trotz Bike-Kodex passiert auf diesem Trail hinunter zur Alp Trida ein Unfall. Zum Glück war das Ergebnis nur eine Schulterprellung.

Bei der Auffahrt zum Flimsattel konnten wir noch einmal den Beginn des Grenzkamms sehen, auf dem wir eine Woche zuvor gestartet sind.

Auch das passiert: Ein Handschuh voller Kuhmist - Den Ort der Stürze kann man sich ja nicht immer aussuchen.

Ischgl kurz vor Abschluß unserer Mountainbiketour. Eigentlich ein hässlicher Ort. Doch nicht annähernd so hässlich wie die durch Lifte und Technik verschandelten Berge oberhalb Ischgls

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Wednesday, 09 August 2017 18:36

Transalp 2017 - Day 6

Ullrich:

Der vorletzte Tag auf dem Mountainbike in den Alpen begann mit einem tollen Sonnenaufgang.  Das Vinschgau, auf das wir herab sehen konnten, war von oranger/roter Farbe beleuchtet und der Ortler schien in schönem Rosa. Es war der Blick aus der Sesvenna Hütte, als ich um halb sieben aus der Tür sah, der einfach beruhigend und schön war. Frühstück sollte es bis 08:00 Uhr geben, und wir wollten uns so zum Frühstück um 07:00 Uhr treffen. Ich war früher wach und hatte unruhig geschlafen. Denn an diesem Tag wollten wir zurück ins Inntal, um nach Serfaus zu radeln. 

Zwischen der Sesvenna Hütte und dem Inntal liegt jedoch die Uina Schlucht. Ein Weg, der in den Felsen gehauen wurde, um den Weg vom Unterengadin ins Vinschgau zu ermöglichen. Die Uina Schlucht ist recht tief und auf dem Weg gibt es manchmal auch an steilen Abhängen keine Geländer. Das Fahrrad Fahren ist sowieso verboten, man darf sein Bike nur schieben oder Stoßen, wie der Schweizer sagt.

Und wir fuhren die ersten Hundert Höhenmeter kurz vor 08:00 Uhr hinauf, um die Uina Schlucht in kürzester Zeit zu erreichen. Wir schoben alsbald Fahrräder. Wer mich kennt, weiss um meine Höhenangst. Ich hatte sie schon im Sommer bei einer Wandertour auf die Zugspitze über das Gatterl ein wenig beherrschen zu versucht. Und auch auf der Alpspitze bei Garmisch. Aber einmal Höhenangst, immer Höhenangst. Und so hatte ich bannig Respekt, wenn nicht gar Angst, diese Schlucht zu durchqueren. Aber, mir war nicht mal so richtig mulmig - trotz Höhenangst. Ich konzentrierte ich auf den Weg und schöne Aussicht. Und als ich nach knapp zwanzig Inuten und zweihundertfünfzig Höhenmetern aus der Schlucht draußen war, war ich überwältigt und gleichzeitig stolz. Richtig Angst hatte ich keine und ich konnte die Ausblicke und meine Zeit in diesem Bauwerk mehr als erwartet genießen.

Holger machte noch schnell das obligatorische Tagesfoto und es folgte ein toller Trail. Rein ins Inntal mit hoher Geschwindigkeit und dem Stolz ohne große Mühen die Höhenangst in der Schlucht besiegt zu haben!

Kurze Zeit später im Inntal machten wir den ersten Anastieg über 500 Höhenmeter um den Unterengadiner Höhenweg von Ramosch nach Tschlin zu fahren. Tolle Trails brachten uns zurück ins Inntal, wo wir noch kurz zu Mittag aßen. Das mussten wir auch, da wir nun wiederum eine Steigung zu bewältigen hatten. Dieses Mal weitere 500 Höhenmeter nach Serfaus. Und das war kein Zuckerschlecken. Die ersten 30 Minuten ging es richtig steil nach oben. Ich hatt schon fast keine Kraft.  Von Luft ganz zu schweigen.  Unser Guide Holger, der wirklich top ist, sagte nur, dass es halt eine GoWild Tour ist. Und damit hat sich das Meckern und der Frust erledigt. Es ist das Schwierigste, was Ulptours im Programm hat.  Und da muss man nun durch.

Nun ich bin da auch durch und habe Serfaus dann auch sehr glücklich, wenn auch kaputt, erreicht. Doch mir stellt sich die Frage, ob GoWild das Richtige für mich war. Sicher, es hat bis zum heutigen Tag sehr viel Spaß gemacht. Aber es war mega anstrengend. Die Lockerheit, der Medium Tour im letzten Jahr ist weit entfernt. Genuss des Fahrens ist etwas anderes. Es ist halt sehr viel Kämpfen, so das zum Genuß der Natur für mich manchmal zu wenig Zeit ausserhalb der regelmäßigen Pausen bleibt. Aber ich habe das gebucht und mache das Beste draus. Auch wenn ich mehrfach am Ende meiner Kräfte war, sozusagen über meine Grenzen hinaus gegangen bin, so hat es doch sehr viel Spaß gemacht. Auch an diesem Tag! Danke nochmal Holger.

Doch mit der Ankunft in Serfaus nicht genug. Wir fuhren noch mit der Seilbahn bis zur Bergstation, um den Frommstrail zu fahren. Das ein Trail, der Spitzenklasse. ein grandioser Überblick über die Alpen. Von den lLechtalern über das Paznauntal, das Wettersteingebirge, die Miemigner Kette, das Kaunatal. Bis hin zum Inntal. Das konnten wir alles bei grandioser Weitsicht sehen. Der Trail hatte es in sich. Es war sehr anstrengend, da wir ja mittlerweile knapp siebzig Kilometer hinter uns hatten und mehrere Hundert Höhenmeter. Aber auch diesen meisterte ich. Wenn auch wieder etwas langsam als die anderen. Der Lohn: eine Brause für mich und ein Radler und Biert für die anderen Teilnehmer. So haben wir vor dem Abendessen den Tag in einer schönen Almwiese zwischen Serfaus und Fiss ausklingen lassen.

Nach dem Abendbrot noch einen Gang über das Dorffest, bei dem wahrscheinlich mehr Menschen auf den Beinen waren, als Sonnabend früh am  Stachus in München, gingen Frank und ich zurück ins Hotel um uns auszuruhen. Aber eine Beobachtung konnte ich machen, die ich mir nicht erklären kann. Die Musik auf dem Fest war schön, das Wetter war gut, nur warum haben so wenig Urlauber freudige und zufriedene Gesichtsausdrücke gehabt? Ich kann mir das einfach nicht erklären. Ich wäre dankbar und bin es auch, eine zeit meines Urlaubs in den Alpen zu verbringen. Und ich bin dankbar, dass ich eine so super Mountainbike-Tour gesund überstanden habe.

Aber auch hier ist jeder seines Glückes Schmied und mir fällt ein Satz ein, den Holger beim Frühstück in Nauders vorlas: "Die Lebensspanne ist dieselbe, ob man sie lachend oder weinend verbringt." Google sagt, das sei von Konfuzius. Von wem das auch immer ist: Recht hat derjenige, der sich diese Weisheit ausgedacht hat. Und ich genieße lieber die Lebensspanne lachend. So wie jeden Tag auf dieser Transalp. Auch trotz der Anstrengungen und Strapazen. Weil ich stolz und glücklich bin, dieses Abenteuer trotz seiner Grenzen erleben zu können.

Servus für heute,

Ullrich

 

Frank:

Die Uina Schlucht, die Engadiner Höhenwege, der Frommes Trail
Spannung, etwas Skepsis vor dem was an der Uina Schlucht kommt und das Wissen wieder einen konditionell anspruchsvollen Tag vor mir zu haben, ließen mir so einige Gedanken durch den Kopf schießen. Das Frühstück schmeckte, wenngleich ich nicht ganz so viel Appetit wie sonst hatte. So wie die Hüttenwirte war auch das Frühstück – schnörkelos, praktisch, auf das wesentliche und wichtige konzentriert – gut.

Spektakuläre Schlucht
Um 8:00 Uhr ging es wieder los – ich fands gut, dadurch war in der Uina Schlucht noch nicht soviel Verkehr zu erwarten. Zunächst wenige Meter bergauf, vorbei an einem kleinen Bergsee, an Kuhherden und über eine Hochebene kamen wir der Schlucht auf einem schön fahrbaren Trail näher. Das Tal verengte sich so stark, dass man fast vermutet, dass es endet. Ein Warnschild wies darauf hin, dass der Weg ab diesem Ort nicht mehr befahrbar, sondern nur noch schiebbar sei. Und dann tat sich die Schlucht auf – in Felsen gehauen verläuft großteils ohne Geländer (nur mit Seilsicherung im Felsen) der Pfad in teilweise über 100m Höhe durch den Fels. Das Bike fest gepackt, jeden Schritt abwiegend und hochkonzentriert gingen wir den Weg entlang. Auch wenn ich natürlich vorsichtig war und auch durchaus skeptisch ist dieser Weg ein Erlebnis, dass ich auch wiederholen würde. Es war spannend diese Höhe und diese Kulisse in Natura zu sehen.
Ca. 20 bis 30 Minuten brauchten wir zum Passieren der Schlucht. Über gutausgebaute Wanderwege und Trails ging es entlang des Bachs durch eine weitere Schlucht ins Tal nach Sur En. An einigen Stellen mussten wir große Murenabgänge passieren, die wenige Wochen zuvor den Wanderweg verschüttet hatten.

Höhenwege und die Fischerhütte
Kaum hatten wir das Tal (Inntal) erreicht ging es in Ramosch auf der anderen Seite wieder bergauf. Wasser auffüllen im Dorfbrunnen und dann über Wiesenwege auf die Unterengadiner Panoramawege. Sehr schöne Bergwiesen und ein toller Blick ins Tal – der Name der Wege passt. Leider musste sich dieser kurze und schöne Trail aber auch art erkämpft werden – 300hm die mir aufgrund der Wochenleistung schon schwer zu schaffen machten. Aber auch das wurde durchgezogen, wie auch viele weitere Meter. Die Trails – teilweise mit Kletterei verbunden waren den Abstecher wert. Nachdem wir zurück ins Tal gefahren waren ging es zunächst auf der Straße, später auf Wanderwegen und Trails entlang des Inns bis zur Finstermünzbrücke. Diese alte Zollbrücke ist ein sehenswertes altes Zollgebäude über dem Inn. Ein wenig weiter kehrten wir in der Fischerhütte ein – ein kleines aber gemütliches Blockhaus an einem Fischteich am Inn. Hirtennudeln, Spätzle, Apfelstrudel und leckere Getränke hoben die Moral bei allen.


Pünktlich zur Seilbahn
Um ca. 14:00Uhr ging es weiter mit der Ansage bis um 16:00 Uhr an der Seilbahn in Fiss sein zu müssen. Über Pfunds (wo Franziska, die Freundin Holgers mit dem Bike wartete) ging es durchs Inntal bis Tschupbach, wo wir steil den Berg in Richtung Sefaus hinauffuhren. Erneut 300 hart erkämpfte Meter gingen in die Beine und zulasten meiner Kondition. Wir schafften Serfaus knapp vor 16:00Uhr und erreichten die Seilbahn in Fiss rechtzeitig.
Warum Seilbahn? Wir wollten noch den ursprünglich für den nächsten Tag geplanten Frommestrail fahren. Ein Highlight – wie sich dann auch herausstellte. In der Seilbahn ging es dann hoch bis auf die Bergstation Schönjoch auf 2450m. Vom Schönjoch aus hat man einen fast 360° Rundumblick auf die Alpen. Von hier aus beginnt auch einer der schönsten längsten Trails der Alpen. Der Frommestrail ist ein Flowtrail mit Anfangs sanften, aber steigen Passagen, dann Anliegern und kleinen Sprüngen und später technischen Elementen im Wald. Diesen Spaß ließen wir uns nicht entgehen, auch wenn meine Bremsen irgendwann laut quietschend ihr Missfallen ausdrückten. Das Abschlussbierchen (Radler) gönnten wir uns heute in einer Wiese, nachdem wir zuvor im M-Preis einen 12 Pack eingekauft hatten.  
Das Hotel war sehr exklusiv und gastfreundlich. Das Duschbad im Hotelzimmer auch besonders willkommen nach zwei Hüttennächte. Am Abend trafen wir uns zum Besuch einer Pizzeria und des Dorffestes. Eine leckere Pizza mit Schinken, Pfifferlingen und weiteren Zutaten, sowie ein Salat vom Buffet war mein Abendgericht. Eine halbe Stunde nach dem Essen fing dann ein Grummeln im Bauch an, dass mit zahlreichen Toilettenbesuchen endete.  

 

Fotos des Tages:

Morgenstimmung an der Pforzheimer Hütte mit Blick auf das Ortler Massiv

Die Sesvenna Hochebene brachte uns zur Uina Schlucht

Anfahrt in die Uina Schlucht. Ab hier wurde geschoben...

An einigen Stellen waren Drahtseile gespannt, doch nicht überall in der Uina Schlucht ist der Weg so gesichert...

Blick zurück ins Unterengadin, welches wir auf dem Höhenweg verließen.

Genussradeln auf dem Unterengadiner Höhenweg durch satte grüne Wiesen

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Wednesday, 09 August 2017 18:36

Transalp 2017 - Day 5

Ullrich:

Die Nacht auf der Garibaldi Hütte war stürmisch. Es zog an meinem Bett, weil 6 Personen doch Sauerstoff brauchten und wir das Fenster in Badezimmer, welches im Übrigen recht klein und niedlich war, offen ließen. Ich hatte schon die Befürchtung, dass ich durch den Zug eine Erkältung erhalte. zum Glück ist das ich passiert. (NACHTRAG: Und es ist doch passiert, einen Tag später war mein Hals dick, der Husten begann und ich fühle mich jetzt zu Hause angekommen, immer noch nicht wohl)

Ich stand recht früh auf, denn Frühstück sollte es um 7:00 Uhr geben. Und ich wollte natürlich noch Fotos vom Ortler schießen und den Sonnenaufgang fotografieren. Letzteres gelang nicht, da sich das Wetter sehr schnell änderte. Nebel und Wolken zogen auf und so war ich nicht unglücklich, gestern die Entscheidung getroffen zu haben, den Goldseetrail nicht zu fahren. Die Ausssicht war gleich Null.

So fuhren wir nach einem spartanischen Frühstück los. Die Uhr zeigte 08:00 Uhr. 100 Meter runter zum Joch, wo Frank dann noch Bremsen wechseln wollte. Gessagt, getan und weiter ging es zurück ins Val Müstair über den Umbrailpass. Wir fuhren in Tal. Dort angekommen den Radweg zurück nach Laatsch, den wir zwei Tage zuvor gekommen waren. Und es war beeindruckend, wie lange wir bergab fahren konnten. Das mussten wir ja alles hochgestrebten haben.  Und so waren Frank und ich mächtig stolz.

In Laatsch entledigte ich mich noch meiner Oberbekleidung. Der Kälte der Höhe am Stilfser Joch bei über 2900 Metern folgte jetzt eine wohlige Wärme im Tal. Und es waren Gerüche da! Genau wie letztes Jahr bei meiner Transalp. Das durch Morgentau und Regen nasse Gras und Heu produzierte wohlige Gerüche, die durch eine schemenhaften Sonneneinstrahlung noch verstärk wurden. So kann das Radeln auch nebem dem physischen Genuss (wenn es dann einer ist) und den optischen Genüssen der hochalpinen, teils einsamen Bergwelt auch olfaktorische Genüsse bieten. Einfach herrlich. Das ist es, was ich letztes Jahr schon beschrieb und dieses Jahr auch wieder genießen konnte.

Wir fuhren kurzärmlich entlang eines Radwegs bis nach Schleis. Von hier ging es wieder 1200 Höhenmeter bis zur Sesvenna Hütte. Am Anfang ging es noch über geteerte Straßen, um nach ca. 30 Minuten in Schotterwge zu übergehen. Pünktlich um 11:30 hatten wir zum Mittag Schlining erreicht. Hier gab es nichts  zu essen und der Hunger trieb Fank. So fuhren wir noch kurz zur Schlininger Alm, um bei Kaiserschmarrn noch ein Getränk zu uns zunehmen.

Die letzten 200-300 Höhenmeter zur Sesvenna Hütte waren nicht fahrbar. Zumindest nicht für mich (und wie sich später zeigte auch die überwiegenden Anzahl einer Mitstreiter) Die Steigung war viel zu hoch und das Geröll rutschte andauernd unter den Reifen weg. Zu erwähnen sei noch, dass natürlich Holger, und die beiden Patricks, die auf der Tour wahnsinnige Leistungen zeigten, die Steigung fast komplett hoch fuhren. Meinen größten Respekt hierfür.

Doch auch schiebend könnte ich die Sesvenna Hütte pünktlich um 14:00 Uhr erreichen. Frank kam etwas später. Unsere Mitstreiter trudelten teils mit Busunterstützung (von Schleis nach Schlining) über den Nachmittag ein. Wir genossen die entspannte Atmosphäre und waren auch froh, unserem Körper mal einige Ruhe geben zu können. Das brauchte mein Körper auch dringend. Die Beine waren müde, die Konzentration teils dahin und so schlief ich beim relaxen auf einer schönen Holzliege mit Blick hinab in das Vinschgau ein, bevor ich nach kurzer Zeit vom telefonierenden Frank geweckt wurde.

Ich möchte noch erwähnen, dass es gerade die Truppe, die wir waren, ausmachte, dass jeder so fahren konnte, wie er eben konnte. Die einen schwierigere Passagen lockerer, die Anderen steile Aufstiege schneller. Die Einen teils schiebend, die Anderen danne ben fahrend. Holger, dem hier noch einmal großes Lob gezollt werden soll, führte uns, wie es nötig war. Und jedes Gruppenmitglied war tolerant dem anderen gegenüber und half, wo es nötig war.

Nun noch kurz zur Sesvenna Hütte: Die Atmosphäre hier oben war toll. Ein Wirt, ein Original mit sehr angenehmer und präsenter Ausstralung. Und durch ein T-Shirt mit der Aufschrift "PEARIG" interessiert, erläuterte mit der Hüttenwirt noch die Bedeutung des für mich unbekannten Wortes. Es steht dafür, dass eine weibliche Sau paarungsbereit ist. Dazu sagt man im Südtiroler Dialekt auch ‚pearig'“. Nun gut, damit erübrigte sich der Kauf eines T-Shirts mit dem Aufdruck für meine Frau. Wer weiss, wie sie das verstanden hätte...

Nach einem netten Abendbrot und erzählen bis 22:00 und die Gruppe war in toller Stimmung. Holger wollte noch ein Geselschaftsspiel spielen, doch das verblieb angesichts der  netten und lustigen Unterhaltung. Um 10:00 Uhr ging es dann ins Bett. Wieder war ein Mehrbettzimmer unseres. So schliefen Frank und ich dieses Mal mit 4 Personen in einmaliger Dunkelheit und Stille ein. Ich denke, das könnte ich öfter so genießen. In Ruhe und in der Mitte der Natur einfach die Zeit genießen und zur Ruhe kommen. Warum mache ich das nicht öfter? Mal sehen, ob sich irgendwann noch einmal eine Möglichkeit ergibt, oder ich dies Möglichkeit schaffe. Ich denke schon!

Die Nacht war unruhig. Warum? Das lag am Programm des nächsten Tages. Doch dazu später mehr.

Liebe Grüße

Ullrich

 

Frank:

Ruhige Tour zu zweit
Der morgentliche Gang zur Toilette ist normalerweise nichts, was ich in einem Reisebericht beschreiben würde. Das tue ich natürlich auch jetzt nicht. Das Toilettenfenster ist das Besondere – bzw. der Blick direkt ins Tal auf die Passstraße. Aufsteigende Wolken, Gletscher des Ortler im Hintergrund und bestimmt 30 Kehren der Passstraße – spektakulärer geht es kaum die Morgentoilette zu verrichten. Das Frühstück war gut. Um 8:00Uhr ging es los – heute in zwei Teilgruppen (später sogar drei). Während sich der Großteil der Gruppe auf den Goldseetrail begab, der für einige steile Passagen (für mich Schiebepassagen) bekannt ist, entschlossen Ullrich und ich mich nach Rücksprache mit unserem Guide Holger für die Abfahrt über den Umbrailpass nach St. Maria und dann durch das Val Mustair bis Schleis. Das war zwar etwas weniger spektakulär, hatte aber die gleichen Eckdaten zu bieten – denn das Ziel war das Selbe und der tiefste Punkt war auch der Selbe.
Auf der Passhöhe musste ich noch eine Bremse wechseln und dann ging es über die früh am Morgen noch leere Passstraße zum Umbrailpass und dann weiter ins Val Mustair. Bei einer solchen Abfahrt (fast 30 Minuten stetig steil bergab) wird einem erstmal bewusst, was man sich für Höhen erkämpft hat. Landschaftlich schön, aber glücklicherweise ohne weitere Schwierigkeiten erreichen wir St. Maria, um auf dem Waldweg durch das Val Mustair nach Glurns und dann nach Schleis weiterzufahren. Nach anderthalb Stunden erreichen wir den Dorfbrunnen von Schleis im Vinschgau. Die Trinkblasen werden gefüllt.


Langer Aufstieg nach Schlinig
Ein langer Aufstieg über Anfangs Straße und später Waldwege beginnt. Die 900hm bis Schlinig führen durch teilweise dichte Nadelwälder, schöne Almen, an Bächen entlang, bis wir nach ca. 2 Stunden Schlinig erreichen. Nach kurzer Suche für ein Mittagessen entschließen wir uns zur Weiterfahrt, um an der Schlinigalm zum Mittag zu speisen. Die Fahrt dorthin wäre eigentlich einfach, wenn dort dann nicht plötzlich Gegenwind gewesen wäre. Aber nach 20 Minuten konnten Ullrich und ich leckeres Mittagessen (Hirtenmakaroni) bestellen und in aller Ruhe die Sonne genießen. Wir waren ja schon kurz vor dem Tagesziel. Aber auch das musste noch erarbeitet werden. Sehr steil führte ab der Schlinigalm ein kleiner Weg vorbei an einem Wasserfall zur 300m höher liegenden Hochebene. Wenige meter nach Erreichen der Hochebene kommt dann auch die Sesvenna-Hütte ins Blickfeld – das Tagesziel. Erwartungsgemäß waren wir vor den anderen da. Um 14:15Uhr legten wir uns auf ein paar Sonnenliegen und freuten uns auf einen entspannten Nachmittag.
Um 15:30 Uhr und um 17:00 Uhr folgten jeweils weitere Mitglieder unserer Gruppe. Einige hatten aus dem Tal einen Postbus genommen und hatten sich den Anstieg nach Schlinig gespart. Den legendären Apfelstrudel der Sesvenna-Hütte musste ich mir gönnen. Die Hüttenwirte – zwei charismatische Brüder – reichten uns ein tolles Abendessen um 18:30Uhr. Weitere Biker und Wanderer waren noch eingetroffen und es wurde ein schöner und unterhaltsamer Abend auf der Hütte.

 

Fotos des Tages:

Morgenstimmung von der Garibaldi Hütte in Richtung Bochetta di Forcola (wo wir gestern noch waren) aufgnommen. Das sonnige Wetter hilet jedoch nicht lange.

Schnell wurde es neblig, und zur Abfahrt um 08:00 Uhr war keine Sonne mehr zu sehen.

Die Garibaldi Hütte über dem Stilfer Joch im morgendlichen Nebel

Rückblick ins Vinschgau bei der Auffahrt nach Schlining

Hochebene bei Schlining kurz vor der Sesvenna Hütte

Die letzten Meter zur Sesvenna Hütte in der Mitte des Bildes. Rechtsseitig die Pforzheimer Hütte.

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Wednesday, 09 August 2017 18:35

Transalp 2017 - Day 4

Ullrich:

Nach zwei Tagen ohne Intenet hat mich die Welt wieder. Und so kann ich über die letzten drei Tage berichten. Ich kann gleich vorweg sagen: Man kann auch ohne Internet sehr gut leben. Zumindest habe ich das die letzten drei Tage ausprobiert. Und ich habe nichts verpasst. Das funktioniert zu Hause wahrscheinlich nicht. Aber ich habe auf diesen Tagen auch so so viele Eindrücke und Gedanken erhalten, die ich nicht missen möchte. Das Internet könnte ich durchaus missen!

Tag 4 und der dritte Tag auf dem Rad stand im Zeichen der Fahrt von Livigno zum Stilfser Joch. Die Abfahrt war auf 08:30 teminiert, da wir einen defekten Mantel in der Gruppe zu beklagen hatten. Und da musste noch ein Sportgeschäft aufgesucht werden. Letzlich sind wir um kurz vor 09:00 Uhr im Hotel los gefahren. Wir haben dann auch noch ein Sportgeschäft gefunden. Was wir nicht wussten, der 15.8. ist ein hoher Feiertag in Italien. Aber in Livigno verdient man sehr viel Geld mit den Mountainbikern, und so hatten doch einige Geschäfte trotz Feiertag offen. Richtig los ging es dann um 09:20 Uhr.

Die Luft klar und sonnig. 11 Grad zeigte das Thermometer. Kurze Hose, kurzes Trikot und es fröstelte gar nicht. Denn die Sonne schien schon schön. Und so wärmte sie auch gleich die Haut durch die warmen Strahlen. In der Luft lag der Geruch von Rauch aus einem Holzofen. So nahm ich eine Spätsommer- bzw. Frühherbststimmung in den Alpen war, die ich so sehr liebe.

Als wir am See in Livigno vorbei fuhren  (Spaziergänger machen auch hier nicht notwendigerweise Platz doch das Miteinander zwischen Fahrradfahrern und Wanderrn ist hier viel entspannter als in Harz), ging es in den Schatten. Und es wurde sogleich sehr kühl. Das änderte sich schlagartig, als wir den Anstieg zum Passo di Alpisella auf 2268 Metern Höhe begannen. Da Livigno auf 1816 Metern Höhe liegt, mussten wir knapp 450 Höhenmeter überwinden. Ich habe hierfür 50 Minuten benötigt. Und dieses war sehr schwer, weil sehr steile Höhenmeter zu fahren waren.

Und das Fahren war manchmal nicht nur schwer, sondern einfach auch frustrierend. So wurde ich von einigen Mountainbikern überholt, die sehr gut trainiert waren. Jünger als ich waren sie sowieso. Warum kann ich nicht so schnell diese krasse Steigung zwischen 20 und 30%  fahren? Vielleicht, weil ich älter bin? Oder, weil ich kein E-Bike hatte? Denn auch diese Fahrradfahrer überholten uns auf der Strecke. Das ist für mich schon belastend gewesen. Ich total kaputt, ein E-Bike rauscht vorbei und der nicht schwitzende Fahrer grüßt nicht einmal. Letztlich haben ich die erste Steigung des Tages auch gemeistert. In der Gruppe gelang dieses allen. Der eine schneller, der andere langsamer.  Frank dachte ans aufgeben, weil er doch arg geschunden und kaputt war. Aber auch hier hat die Gruppe und holgers unbeschwerte Art die Weiterfahrt motiviert. Und es hat sich gelohnt!

Oben angekommen, kam dann noch eine geschätzt 62-65 Jahre alte Dame auf einem herkömmlichen Mountainbike daher gefahren. Ich zog bildlich meinen Hut. Sie fuhr nahezu entspannt. Absoluten Respekt in diesem Alter, diese Strecke gefahren zu sein. Nach kurzer Pause auf der Passhöhe ging es dann in einem tollen Trail wieder in Richtung Lago die Fraele. Holger gab mir noch einen Tipp und ich konnte meine Fahrtechnik auf dem Trail verbessern. Und so ging die lockere Abfahrt viel zu schnell vorbei.

Unten angekommen, umrundeten wir noch die Stauseen Lago di San Giacomo und Lago di Cancano um uns im Ristoro Solena noch kurz mit Nudeln zu stärken. Denn vor uns lagen wieder mehrere Hundert Höhenmeter, die steil im Berg angelegt waren. Und hier gab es wieder Grenzen, wie am ersten Tag schon beschrieben. Konnte ich unten den Trail noch sehr gut fahren, so änderte sich dieses mit zunehmender Höhe. Der Weg wurde nicht rutschiger oder enger, sondern einfach nur höher. Der steile Abgrund rechts- bzw. linksseitig hat mich doch sehr beeinflusst. Und so wurde mein Fahren zunehmend unsicherer. An ein ruhiges gerades Fahren war nicht mehr zu denken. Ich entschloss mich, zu gehen. Weiter  oben, wo ich die steilen Abhänge nicht mehr so wahrnehmen konnte, ging es mit dem Fahren auch wieder wunderbar. Letztes Wasserfassen auf einer Alpe und so ging es in schönster Sonne über den Bochetta di Pendanolo auf 2704 Metern in Richtung Bochetta di Forcola auf 2769 Metern. Wir kamen dem Ziel hoch zum Bochetta di forcola langsam näher. Auf flacheren alten Militärwegen schraubten wir uns hoch hinauf, bevor ein riesiges Geröllfeld, welches das Fahren für mich weitgehend verbot anschloss. Wir erreichten eine alte Armeestellung aus dem ersten Weltkrieg. Es ist schon schwer zu verstehen, dass sich Österreich/Ungarn, die Schweiz und Italien in solch trostlosem Land bekriegten. Aber ähnliches gibt es heut ja noch zwischen Pakistan und Indien. Verstehe da jemand die Welt.

Doch zurück zu unserer Fahrt: Über einen schönen Trail ging es zum Stilfser Joch. Nicht, ohne zuvor am Umbrailpass iim  außergewöhnlichen Café "Quarta Cantoniera Rita Dei Cas" noch Apfelkuchen zu essen. Der Laden schien in den 50er Jahren stehen geblieben zu sein.  Fast so wie der Harz, meine Heimat. Opi bereitete hinter der Theke die Getränke zu, während Omi bei sehr tragender, klassischer Musik sitzend den Apfelkuchen für uns schnitt (den Opi natürlich nach draussen zu uns brachte). Nichts könnte sie aus der Ruhe bringen, Außer eventuell ihr Mann, dem sie immer wieder Anwisungen gab.  Wer hier die Hosen bildlich an hatte, war schnell klar.

Wir nahmen hier die letzte Stärkung zu uns, um noch einmal 350 Höhenmeter zum Joch zu fahren. Dieses Mal auf der Straße. Von rücksichtslosen Autofahrern und auch Motorradfahrern mit überdimensioniertem Schallpegel teils an den Rand der Straße gedrückt, war ich froh, nach kapp einer halben Stunde den Pass erreicht zu haben, um den egoistischen Fahrzeuglenkern zu entkommen.  Unser Ziel hieß jedoch Garibaldi Hütte. Auch noch einmal knapp 100 Höhenmeter über dem Stilfser Joch auf der Grenze zwischen Italien iund der Schweiz lag sie. Hier sollten wir auf dieser einmaligen Hütte übernachten. Den direkten Blick auf den Ortler und die Serpentinen des Stilfser Joch konnten wir nach der letztlichen Schiebepassage innerhalb von 10 Minuten erblicken. Nun hieß es Abendessen, bevor ich mit 5 weiteren Radlern unserer Gruppe und dem Guide ein Zimmer bezog. Das letzte Mal hatte ich in meiner Jugendzeit in der Jugendherberge mit so vielen Personen das Zimmer geteilt. Eine neue, jedoch alte Erfahrung!

An diesem Abend beschloss ich auch, mit Frank am kommenden Tag über den Umbrailpass ins Val Müstair zu fahren. Der Goldseetrail, auf den ich mich so gefreut hatte, ließ sich für mich einfach nicht realisieren. Er ist ähnlich dem Trail, den wir an diesem Tag hoch gefahren waren. Da htte ich doch etwas zu viel Angst vor der Höhe und dem steilen Abhang seitlich des Trails. Und nur das Fahrrad schieben, macht auch kein Spaß. 

Ggf. gibt es später nochmal eine Möglichkeit. In diesem Jahr erschien mir der Goldseetrail für mich nicht machbar.

Aber dazu morgen mehr...

Wir lesen uns wieder, liebe Grüße

Ullrich

 

Frank:

Kurz vor dem Aufgeben
Der Wäscheservice des Hotels hatte gute Arbeit für unsere Bikekleidung vom ersten und zweiten Tag geleistet. Das Bett glücklicherweise auch, so dass ich gut geschlafen hatte, obwohl ich viel gegrübelt habe. Die Rucksäcke mussten wir heute richtig voll packen mit Übernachtungsgepäck für zwei Hüttenübernachtungen und Tauschwäsche für Stürze.

Aufgeben?
Nach dem frühen Frühstück ging es mit ca. 10kg Rückenlast um 8:15 Uhr zunächst in Richtung Livigno zu einem Bikeladen, weil Patrick einen neuen Reifen brauchte, nachdem der alte Reifen einen großen Riss hatte. Im zweiten Laden war die Suche von Erfolg gekrönt und die eigentliche Strapaze konnte von vorne beginnen. Der Passo Alpisella sollte der erste Anstieg sein – laut Holger fahrbar – für mich leider in Teilen nur schiebbar. 400hm steil nach oben – teilweise überholt von E-Bike-Fahrern (manchmal könnte ich schon k…) und Bikern ohne Mehrtagesgepäck. Frustierend ist das schon, wenn man dann da so hochschleicht. Aber selbst mir gelangen auch noch Überholungen. Vollkommen erledigt und frustriert erreichte ich die Passhöhe – fest entschlossen dem Spuk ein Ende zu setzen. Nur durch die Motivation eines wirklich überragenden Teams (ihr könntet Feuerwehrleute sein) entschloss ich mich der Tour noch eine Chance zu geben und mich weiter von der Sinnhaftigkeit des Kampfes zu überzeugen.
Tolle Ausblicke, klasse Trails und ein super Nudelgericht
Nach dem Passo di Alpisella folgte glücklicherweise ein überzeugendes Argument für das Weitermachen. Ein schöner Flowtrail durch eine Kiefernschonung führte bis zum Lage di Fraele hinunter. Der Lago di Fraele und der Lago di Cancano, zwei Stauseen in den Bergen von Bormio waren schnell auf einem staubigen Kiesweg umfahren. Das blaue Wasser vor der Kulisse der schroffen Berge und der Kiefernwälder war ein schöner Kontrast. Am Ende der Umrundung erreichten wir eine kleine Wirtschaft „Ristoro Solena“. Auch wenn diese Gaststätte sich eigentlich auf Feiertagsbetrieb eingestellt hatte (Maria Himmelfahrt) bekamen wir dort leckere Nudeln ala Napoli und das notwendige Spezi für die Weiterfahrt. Deutlich gestärkt konnte ich die eigentlich schwierige Passage des Tages beginnen.


Nichts für Menschen mit Höhenangst
Das Val Forcola lag vor uns – ein Tal, dass hoch hinauf bis in 2500m Höhe führt.
Jetzt bei 1900m – am Abend bei 2950m und „leider“ auch noch eine Zwischenabfahrt - das deutete schon auf einen erneuten Angriff auf die Reserven hin. Stetig ansteigend, aber auch für mich gut fahrbar ging es zunächst bis zu einer Brücke, an der wir die Talseite wechselten. Allerdings der Blick, zu dem was nun folgte war schlicht furchteinflößend – insbesondere wenn man ein ohnehin gespaltenes Verhältnis zu Felsabgründen hat. Ja ich gebe es zu – ich hatte Angst – zumindest von unten. Der Weg folgte einem alten Militärweg aus dem ersten Weltkrieg, der teilweise in den Fels gehauen war. 300m Felswand oder fast senkrechte Schutthänge – mitten drin der stark ausgesetzte Trail nach oben. Ich war froh, dass wir den Trail aufwärts fuhren bzw. gingen und nicht von oben befuhren – ich hätte nur geschoben. Deutlich zügiger als erwartet war nach ca. einer Stunde dieser Akt durch und wir hatten eine Hochebene erreicht. Aber es waren ja noch viele Höhenmeter übrig , die man jetzt sehen konnte. Vorbei an einer Almhütte und zunächst über eine Grasebene „Piani di Pedenolo“ führte der Trail weiter bergauf bis zum nächsten Bergmassiv auch mit Serpentinen – allerdings glücklicherweise nicht mehr so furchteinflößend. Nach einer weiteren Stunde waren am Bocchetta di Pedenolo 2500m erreicht und es musste ein steiles Geröllfeld schiebender Weise passiert werden. Die Felsbrocken waren teilweise so groß, dass man mit dem Fahrrad über das Geröll klettern musste.
Am Bocchetta di Forcola, der nächsten Passhöhe konnte man dann endlich das Tagesziel „Stilfser Joch“ in der Ferne erkennen. Über einen Anfangs schwindelerregenden Trail ging es dann flowig weiter bis zum Umbrailpass.

300m Passstraße – gefährlicher als der Rest der Tour.
Die Zeit schien in den 70er Jahren stehen geblieben zu sein in einem kleinen Gasthaus am Umbrailpass. Opernmusik als Hintergrundsmusik, eine alte Diva am Tisch, Möblierung und Deko aus den 50ern und ein sehr alter aber bemühter Gastwirt. Irgendwie war es unbeschreiblich, aber auch schön als wir eine Apfelstrudelpause vor dem Schlussanstieg auf der Passstraße zum Passo Stelvio (Stilfser Joch) machten. Was nun auf der Straße folgte war ein Schauspiel aus der Sicht eines Radfahrers. Autofahrer fuhren mehr oder weniger protzend ihre vermeintlichen Schmuckstücke mit teilweise quietschenden Reifen in den Kehren aus. Motorradfahrer (fast 50% mit GoPros) fuhren mit ihren Ducatis, Aprillas, Harleys, BMWs oder Japanern posend durch die Serpentinen. Mehr als einmal waren Fast-Crashs zu beobachten. Überholen in der Außenkurve bei Gegenverkehr… Eigentlich spannend, wenn man nicht selbst das schwächste Glied in der Kette gewesen wäre. Aber auch das ging gut. Aber auch die Passhöhe war nicht unser Ziel – nochmal fast 100m höher liegt das Rifugio Garibaldi, dass man noch auf einem steilen Pfad erklettern muss. Der Wirt gibt Freibier für alle, die das mit dem Bike schaffen. Ich glaube unser Guide schafft das, aber sonst ist das kein fahrlässiges Versprechen gewesen. Ich habe lieber die 4€ für mein Gipfelradler bezahlt.

Übernachtung an einem der spektakulärsten Orte der Welt
Die Bikes wurden im Keller der kleinen Hütte verstaut und wir machten ein paar Gipfelfotos. Erschöpft, aber glücklich und zufrieden über das geschaffte und vor allem über die Erwartung auf einen schönen Tagesabschluss an diesem Ort nahmen wir zunächst unsere Getränke auf der Terrasse. Die Hütte liegt genau auf der Grenze Schweiz/Italien und egal in welche Richtung man blickt es geht immer steil hinunter. Gegenüber die die Gletscher des Ortler, unten ca. 50 bis 100m tiefer die hässlichen Gebäude am Pass und auf den beiden Seiten die spektakulären Passstraßen.
Nach einem leckeren Abendessen und einigen gemütlichen Radlern ging es in ein modern eingerichtetes 6 Bett Zimmer.
Die Entscheidung war für mich gefallen – es gab kein zurück mehr. Ich ziehe die Tour bis zum Ende durch.

Fotos des Tages:

Der erste Pass, in der warmen Sonne dem Passo di Alpisella entgegen

Ein Blick zurück zur Alpe Trela. Man sieht das schemenhafte "Z", das wir tags zuvor hinaufgefahren sind.

Der zweite anstieg des Tages. rechtsseitig sieht man den Trail im Fels. Das (Zwischen-) Ziel lag dort, wo der Bergrücken den linken Bildrand schneidet.

Ein Blick zurück, doch das war erst der Anfang für den anstrengenden Aufstieg.

Weiter oben wurde es flowig - schön zu fahren und tolle Aussicht auf eine wenig bekannte Hochebene.

Der Ortler und klein das Stilfser Joch davor.l Unser Tagesziel Nur noch ein Trail, der uns vom Bocchetta di Forcola hinab zum Umbrail Pass führte. Dann noch 350 Höhenmeter und wir waren fast am Tagesziel.

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Wednesday, 09 August 2017 18:35

Transalp 2017 - Day 3

Ullrich:

Heute ging es nach Livigno in Italien. Eine Hamerstrecke für mich! 80 Kilometer und mehr als 2100 Höhenmeter waren zu überwinden. Holger würde sagen: Alles fahrbar. Na ja, ob das mit 51 Jahren noch so gesagt werden kann, mag man bezweifeln. Ob ich sie mit 51 Jahren komplett durchfahren kann, muss ganz klar verneint werden. Aber fangen auch hier wir wieder von vorne an:

 

Es hieß wieder früh aufstehen, Frühstück um 7:00 Uhr und Abfahrt um 08:15 Uhr. Der Tag sollte ein langer werden. Wo wir gerade bei den Zeiten sind. Wir kommen Abends immer spät an und fahren morgens früh los. Die Zeit dazwischen ist begrenze und wird durch Essen und Schlafen noch weiter eingeschränkt. D.h. für den Blog hier, bleibt nicht immer die Zeit, die ich gerne hätte. Zusätzlich macht mir mein Tablet immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Es nimmt meine Tastaturanschläge nicht an, schlägt Wörter vor, die ich nicht will und macht aus dem Text manchmal, was es will. Ich bin einfach zu müde, alles zu korrigieren. Rechtschreibfehler und unsinnige Wörter sind also nicht gewollt sondern dem Zufall, Apple und auch meiner Müdigkeit geschuldet....

Also 08:115 Uhr los und noch kurz zum MPreis in Nauders. Hier haben wir das Picknick für den Mittag gekauft und schon rollten wir ganz leicht in Richtung Reschenpass. 150 Höhenmeter auf einem Radweg bergauf.  Dafür benötigt man ja kein Mountainbike. Aber ein anderes hatten wir ja nicht parat und brauchten später schon noch die großen Übersetzungen und groben Stollenreifen. Jetzt noch nicht und so genoss ich einfach die Zeit. Die Sonne schien und es war noch recht frisch. Nur meine Muskeln waren nichts dergleichen. Sie waren müde von gestern und noch recht kalt. So wurden auch der Motoren meines Mountainbikes aus dem Schlaf gerissen und versahen seinen Job vorzüglich. Nicht der Motor eines E-bikes, sondern ganz natürliche Muskelkraft, umgewandelt aus Kohlehydraten und dem starken Willen, den zweiten -voraussichtlich lockereren Fahrtag der Tour- erfolgreich zu meistern. Nach 2 Stunden waren wir schon im Vinschgau, hatten den Reschensee umrundet und es ging in das Val Müstair.

Hier sollten ca. 1600 Höhenmeter am Stück gefahren werden. Das hört sich nich so schlimm an, ist es aber! Denn der Weg war schotterig und hatte teilweise eine Steigung von schätzungsweise 25%. Nun gut, wir gönnen uns ja sonst nichts. Ich ernähre mich von Riegeln, Enegie-Gels und Wasser. Das wird so schnell ausgeschwitzt, wie ich es nicht nachfüllen kann. Heute waren es schätzungsweise 5 Liter, und ich kann schon fast kein Wasse mehr sehen. Wir fuhren, pausten, fuhren, pausten und irgendwann ging bei mir das Treten mechanisch. Wenn die Zeit gekommen war, schoben wir auch mal 100 Meter, bevor es wieder los ging mit dem Kurbeln. Der Ausblick war abwechselnd und nach einer Stunde haben wir das dritte Land an dieseTag erreicht: Die Schweiz! Kein Unterschied zu den anderen Läöndern war festzustellen. Zumindest abstrakt nicht. Denn es war dort nicht schöner oder hässlicher als in Österreich oder in Italien. Es war rundum schön. Ohne Einschränkungen!

Mittag machten wir um 14:30 Uhr, als wir den zweiten Pass des Tages, den Döss Radond auf 2235 Meter erreicht hatten. Bergkämme, Vinschgauer, Kaminwurzn und etwas Obst sowie Erdnüsse waren der Lohn der Anstrengung. Wir saßen in der Sonne, genossen einfach die umwerfende Bergkulisse und ich war stolz, hier oben mit dem Rad angekommen zu sein. Es wurde kühl, die Kühe gesellten sich zu uns und mussten von Frank vom Fahrrad vertrieben werden.

Das Ganze, bevor es erst auf Schotter und danach auf einem tollen Singletrail bergab ging. Nun meint man, dass bergab locker und nicht anstrengend ist. Weit gefehlt! Es gab immer wieder Gegenanstiege und trotz körperlicher Erschöpfung erforderte der Trail volle Konzentration von mir. Das war meine größte Sorge. Denneinmal nicht aufgepasst, ist der Sturz vorprogrammiert. Der immer positive Holger kannte keine Gnade und gab ein Tempo vor, dem ich nicht folgen konnte. So fuhr ich vermeintlich sicher, dafür aber langsamer hinterher. Kein Problem für die Gruppe, auch mal ab und zu auf den langsamen Ullrich zu warten.

An dieser Stelle möchte ich noch etwas über die Gruppe einfügen. Meine Erfahrungen der letzten beiden Transalp Touren war die, dass an den ersten beiden Tagen jeder Teilnehmer testosterongeschwängert Tempo macht und zeigt was er kann, bevor sich dann am dritten Tag dann eine gewisse Nivellierung der Leistung einstellt. Ich war mit meinen 51 Jahren der Senior der Truppe. Die jüngsten Teilnehmer waren Patrick mit Mitte 20, der zweite Patrick mit knapp 30 Jahren. Dass da ein natürliches Leistungsgefälle ist, lässt sich nicht vermeiden. Aber ich habe keinesfalls festgestellt, dass ich berab als langsamerer und auch bergauf als nicht immer sehr schneller Teilnehmer der Gruppe eine Belastung war. Die Gruppe harmonierte recht schnell und das lag auch an der Art, wie Holger unsere Gruppe führte. Wir wurden innerhalb der ersten Tage ein richtig tolles Team und auch mein Freund Frank wurde immer wieder von den Anderen aufgemuntert. Das musste einmal gesagt werden. Und der Dank an die Gruppe und Holger stecken da natürlich implizit mit drin.

Nun aber weiter im Text: Die Abfahrt ginb richtig gut und wir erreichten gegen 15:30 den Lago die Fraele. Hier hieß es noch einmal 400 Höhenmeter zur Alp Trela und zum Trela Pass zu fahren. Ich wusste, was mich erwartete. Daber war ich nicht gerade miotiviert, diesen letzten Anstieg des Tages in Angriff zu nehmen. Der Anstieg hat es in sich. Und ich schwöre, dass ich diesen Weg so schnell nicht mehr fahren werde. Und das, obwohl der Trail vom Trela Pass in Richtung Livigno das Schönste ist, was man als flowigem Trail fahren kann. Fahrspaß pur und nebenan plätschert der Bach. Dieses Erlebnis ist viele Strapazen wert. Ob es die Strapazen des Tages wert waren, da bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Aber ich glaube schon.

Was aber auf jeden Fall unsre Ankunft in Livigno wert war, war das einmalige Eis in der Lateria di Livigno. Ein Traum! Mit diesem Eis hat mich Holger auch mehrfach motiviert. Und es hat geklappt. Ein super tolles Eis, und es hat geschmeckt! Aber vielleicht lag der Genuss ja nur daran, dass er den Abschluss eines schönen, jedoch recht anstrengenden Tages war.

Morgen geht es zum Stilfser Joch, wo wir auf der Garibaldi Hütte schlafen werden, bevor es Mittwoch zur Sesvenna Hütte geht. D.h. mir stehen zwei Tage kein Internet zur Verfügung. Somit wird erst wieder am Donnerstag aus Serfaus berichtet.

Bis dahin Gute Nacht, so long und liebe Grüße

Ullrich

 

Frank:

Skepsis!
So richtig Hunger hatte ich nicht zum Frühstück – die Aufregung vor dem was kommt war doch sehr groß. Wieder eine Etappe wie gestern, in der die Mischung „wie soll ich das bloß schaffen“ , „hoffentlich reicht meine Fahrtechnik um den Trail zu fahren“ und „es kann immer noch eine Anstrengung dazukommen“ meine Motivation schon ganz schön herunterrissen oder trotz der Eckdaten eine neue machbare Herausforderung.

Harmloser Anfang
Um 8.15 Uhr ging es los – zunächst noch zum Supermarkt, um etwas Verpflegung für ein Picknick am Döss Radond zu kaufen. Der Start war dann auch harmlos (wie angekündigt von Holger unserem Guide) – über Radwege ging es von Nauders (A) zunächst leicht ansteigend bis zum Reschenpass (I) und dann um den Reschensee mit seiner versunkenen Kirche. Fotostops und weiter ging es über die „Fahrradautobahn“ Via Claudia ins Vinschgau bis wir kurz vor Glurns nach insgesamt ca. 30km Fahrt ins Val Mustair abbogen. Nun begann der lange, aber zunächst noch sehr sanfte Anstieg bis zur Passhöhe von Döss Radond. Das Val Mustair (Münstertal) ist ein weitläufiges grünes Tal und beginnt in Südtirol und geht im oberen Tal in die Schweiz über. In Santa Maria am Ende des Tales war dann der gemütliche Teil der Route definitiv zuende.

Das dicken Ende des Val Mustair
Nach einer kurzen Rast an einem Campingplatz, wo wir unsere Trinkwasservorräte in den Flaschen und Trinkblasen auffüllten und etwas Fraß (Riegel) in uns einwarfen ging es extrem steil bergan auf einer engen Forststraße neben einem tosenden Wildbach. Zuvor mussten wir noch ein Murenfeld überqueren. Anstrengend ging es 750 hm steil bergan – das einzige was von den Qualen ablenkte war die traumhafte Landschaft mit Wasserfällen und Kiefernwäldern inmitten von schroffer Hochgebirgslandschaft. Die Gruppe erreichte nach fast 2 Stunden weit auseinandergezogen die Passhöhe. Ein erfrischender Wind und die plötzlich fehlende Anstrengung zwang uns schnell zum Anziehen der Wind- und Regenjacken. Beim Picknick mit Vinschgauer Brot, Bergkäse, Rauchenden und Obst kamen auch einige neugierige Almkühe zu Besuch.


Die kurze Belohnung
Nach 45 Minuten Pause folgte ein herrlicher Flowtrail über die Almlandschaft des Val Mora. Entlang eines reißenden Gebirgsbaches durch Kiefern- und Lärchenwälder erreichten wir den dritten Pass des Tages den Passo di Fraele – interessanterweise ohne es wirklich richtig zu merken und gleichzeitig wieder Italien. Am Fraele Stausee fuhren wir entlang bis wir erneut gefordert wurden: weitere 400 hm bis zur Alpe Trela –bedrohlich als Serpentine in einer hohen Felswand lag der steile Anstieg vor uns. Ralf und ich entschlossen uns zum Schieben – die Knochen sollten ja auch den Rest der Woche noch halten. Schneller als erwartet erreichten wir die Alpe, aber dann kam die Erkenntnis, dass wir es zwar zur Alpe geschafft hatten, aber es zum Pass noch etwas Arbeit war. Auch wenn wir schon 70km und 2000hm hinter uns hatten kämpften wir in Erwartung bald das leckere Eis eines Eismachers in Livigno in den Händen zu halten. Nach dem Passo Trela folgte dann noch einer der schönsten Trails unserer Reise überhaupt bevor wir um ca. 18:00Uhr Livigno und den Eismacher erreichten. Das Eis war in der Tat legendär und durchaus die Anreise wert. Das konnte man auch an den Besucherschlangen erkennen. Leider war es aber des Kampfes noch nicht genug - das Hotel lag noch 150m höher als der Ort. Ziemlich kaputt und durchaus weiter zweifelnd erreichte ich aber auch dieses Ziel.
Resumee Tag 2: Der Durchhaltewillen und die Eindrücke der Landschaft prägten diesen Tag für mich. 2200hm und 82km sind wahrlich nicht einfach mal so gefahren mit einem Mountainbike in den Bergen. Jeder Rennradfahrer wird nach dem Problem fragen, jeder Mountainbiker weiß, dass das schon eine Hausnummer ist, wenn man nicht auf geteerten und gepuderten Straßen unterwegs ist.

 

Fotos des Tages:

Am Reschensee. Im Hintergrund rechts ist der schneebedeckte Ortler, der höchste Berg der Ostalpen zu sehen.

Die Auffahrt zum Döss Radond. Die Grupe hatte sich auseinander gezogen..

Einsamkeit die letzten Meter vor dem Döss Radond

Der zweite Pass des Tages: Die letzten Meter zum Passo Trela

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Wednesday, 09 August 2017 18:35

Transalp 2017 - Day 2

Ullrich:

Tag 2, unser erster Tag auf dem Rad, lässt sich mit einem Wort überschreiben: Grenzen. Wir haben mehrere Grenzen übersfahren. Von Österreich in die Schweiz, von der Schweiz nach Österreich und  ich habe auch persönliche Grenzen kennengelernt. Doch nun eins nach dem anderen:

7:00 Uhr Frühstück, 08:13 Uhr Abfahrt und schon ging es mit der Seilbahn hoch hinauf zum Grenzkamm. Seilbahn und Mountainbiking? Das passt doch nicht, oder? Wir haben uns für die Aufstiegshilfe entschieden, da die Tagesetappe sonst nicht zu leisten gewesen wäre. Und wir wollten ja unbedingt den Grenzkamm zwischen Österreich under Schweiz befahren.

Das Wetter war kalt, die Sicht jedoch toll. Im Hintergrund blauer Himmel, schneebedeckte Gipfel und bedrohliche Berge. Doch die Kälte hielt nicht lange an. Gleich zu Beginn hatten wir 150 Höhenmeter zu überwinden. Und das auf kürzester Distanz. Mein Herzfrequenzzähler war bei 75 - nun gut, die Messung funktionierte nicht. Denn die Frequenz muss am Anschlag, also wieder an einer Grenze gewesen sein. Kein Wunder, denn wir waren mittlerweile auf 2900 Meter Höhe. Die Luft erschien mir recht dünn und so aus dem Stand ist das sicher nicht gesundheitsfördernd. Ggf. hätten wir uns vorher einen Tag aklimatisieren müssen. Aber trotz der Anstrengung und der so erreichten Leistungsgrenze hat die Fahrt auf dem Grenzkamm Spass gemacht. Und das Gefühl den Grenzkamm komplett zu sehen und zu befahren war schon toll.

Die erste Abfahrt ging dann auch in die Hose. Es gab ein / zwei Stürze eines Gruppenmitglieds - aber zum Glück nichts ernstes. Und so fuhren wir auf ziemlich matschigen Singletrails einige Höhenmeter wieder nach unten, um einen Gegenanstieg von 400 Metern zu überwinden. Per Pedes. An Fahren war nicht zu denken. 8 kg Rucksack auf dem Rücken, 15 kg Fahrrad oben drauf.  So ging es aus Richtung Zeblasjoch in Richtung Fuorcla da Val Gronda auf 2752 Metern Höhe. Es ging einigermaßen, war aber auch wieder eine grenzwertige Erfahrung. Einige Stücke konnten wir unter größten Anstrengungen fahren. Und dabei passierte es:  Ich blieb mit der linken Pedale unter einem Felsbrocken stecken. Tretend! Das bedeutete, dass ich meine Zehen eingeklemmt hatte. Nun gut, das tat weh, war aber so weit nicht schlimm. Schlimmer war die Tatsache, dass sich der Felsbrocken löste, ich das Gleichgewicht verlor und durch das Ausrutschen den scharfen Felsbrocken am linken Unterschenkel spürte. Der Lohn? Für diese Amateurleistung sind jetzt 20 cm Schrammen an meinem Unterschenkel verewigt. Aber die Aussicht auf die Heidelberger Hütte und das Fimbatal von oben war es allemal wert. Den Trail, der uns in Richtung Heidelberger Hütte führte verlassend, hieß es nochmal knapp 300 Höhenmeter zu schieben. Der Aufstieg zum Fimbapass, den wir gegen Mittag erreichten lässt sich ebenfalls nicht fahren. Glücklich wie die Kinder nahmen wir nun die Abfahrt ins Unterengadin in Angriff. Der Weg war gerade im oberen Bereich nach meiner Wahrnehmung sehr rutschig, verblockt und für mich am ersten Tag sicher nicht ungefährlich. So hieß es einige Male absteigen und einen Schritt zu Fuß schieben. Es ist sehr seltsam gewesen. Ich bin diesen Trail sowohl 2015 als auch 2016 schon einmal gefahren. Und er fiel mir beide Male viel leichter als heute. Ggf. liegt es am neuen Fahrrad, mit dem ich noch nicht so richtig eins bin. Oder der Trail ist wirklich ausgewaschener gewesen.  Auch hat der Schnee, der hier noch vor zwei Wochen lag, die Wege recht nass und rutschig gemacht, so dass nicht nur die körperliche Anstrengung, sordern auch die mentale Anstrengung für Kalorienverbrauch bei mir sorgte. Aber es machte Spaß und das ist die Hauptsache!

Die Kalorien, die ich so heftig bisher verbraucht hatte konnten aufgefüllt werden. Wir erwarteten Mittagessen um 14:00 Uhr in der Tanna da muntanella in Griosch. Ein uriges Bauernhaus in Unterengadin, wo de leibhaftige Alm Öhi lebt und Doris einen hervorragenden Rüblikuchen macht. Den hatte ich hier schon einmal vor zwei Jahren und somit sollte es heute Spaghetti mit selbstgemachte Pesto und Alpenrosensirjp als Getränk sein. Doch bevor es die Erfrischung und Ernährung gab, mussten wir noch richtig matschige Strecken schreibend überwinden. Verglichen mit letztem und vorletztem Jahr, war die Fahrt auch im unteren Bereich heute anspruchsvoller, da die Wege mittlerweile ausgewaschener und ausgefahrener sind. Zu viele Mountainbiker halt, die diesen Weg von Österreich in die Schweiz wählen. Oder aber zu viele Kühe, die heir weiden. Wir haben auch Kuh- und Rinderherde durchfahren müssen. Das Gefühl war schon komisch, weil ganz viele kleine Wiener Schnitzel -sprich Kälber- vor unseren Rädern liefen. In meinen Augen nicht ungefährlich (zumindest unbehaglich) und ich war froh, als wir durch waren. Denn es passiert ja in den Alpen immer weider, dass Kühe Menschen angreifen, um ihre Kälber zu schützen.

Nach der Mittagspause fuhren wir über zwei Hängebrücken im Val Sinestra, bevor es über wurzelige Trails bergab und bergauf ging. Das brachte mich wiederum an meinen Grenzen. Die Gruppe ist recht stark, und Holger als Guide unheimlich schnell. Ich musste mehrfach absteigen und schieben. An Fahren war für mich und auch Frank teils nicht zu denken. Doch damit war ich nicht der Einzige. Innerlich habe ich geflucht und ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, ob ich die richtige Tour gewählt habe. Auch weiss ich es jetzt, wo ich die Zeilen schreibe, immer noch nicht. Denn die Grenze meiner Leistungsfähigkeit war mittlerweile überschritten. Doch was soll ich machen? Aufhören? Keinesfalls, dafür habe ich zu lange und mehr als letztes Jahr trainiert. Also durchbeißen - so wie ich das immer mache, wenn ich etwas unbedingt erreichen möchte !

Es ging in das Inntal hinunter und die Anstrengung für die Beine wurde etwas geringer. Wobei bergab ja im stehen gefahren wird, was ebenfalls sehr kraftraubend ist. Noch anstrengender aber war es für meine quietschenden Bremsen und meine Unterarme. Denn die Steigungen, die wir fuhren, hatten es in sich. Ich schätze mal auf ca. 30 %.  Der Lohn: Eine entspannte Fahrt entlang des Inns bis - ja bis wir wieder an die Unwetter der letzten Tage erinnert wurden. Der Inn war über die Ufer getreten, hat sich ein neuen Flussverlauf gesucht und wir sind mitten durch den kalkigen Matsch, den das Hochwasser (davon hatte ich dieses Jahr ja nun wirklich genug!) produziert hat.

Ich bin bis zur Felge eingesackt und kam auch nicht mehr weiter. Allen ging es so. Also schieben und raus aus der Matsche. Ich schätze mal, dass ich 2 kg Matsch am Rad hatte, und es brauchte einige Kilometer auf der Straße, die wir angesichts zerstörter Brücken fahren mussten, um das Fahrrad einigermaßen vom Matsch zu befreien.

Letztlich ging es dann noch einmal 600 Höhenmeter am Stück über eine rutschige Schotterstraße, bis wir unseren Zielort Nauders über die 3 Ländertrails erreicht haben. Es war mittlerweile 19:30 Uhr. Das Fahrrad heile, ich kaputt und Krämpfe in beiden Oberschenkeln 100 Meter vor dem Hotel.

So ging der erste Tag zu Ende und ich bin gespannt, was uns Morgen auf dem Weg nach Livigno über den Reschenpass, Val Mora und den Passo Trela erwartet. Der Voraussage durch Holger scheint es auf den 80 Kilometern und 2500 Höhenmeter nicht zu anstrengend zu sein, wie heute. Trotzdem muss ich jetzt Ruhen und wünsche eine gute Nacht bis morgen..

Euer Ullrich


 
Frank:


Ziemlich aufgeregt und voller Erwartung auf das was kommt begab ich mich morgens zum Frühstück um 7 Uhr. Um 8 Uhr wollten wir uns dann treffen um dann pünktlich um 8:30 Uhr an der Bergbahnstation zu sein.
Klingt jetzt etwas faul gleich den Tag mit einer Seilbahnfahrt zu beginnen, wer den Rest der Tour dann live erlebt hat würde diese Frage jedoch nicht stellen.
Es fing gleich hammerhart an. Erstmal 150hm steiler Anstieg zum Einstieg in den Trail. Der Trail auf dem Grenzkamm ist zwar nicht sonderlich schwer, aber links und rechts fällt das Gelände steil ab. Ich gebe zu dass mein Kopf da vielleicht etwas zuviel mitspielt. Über extrem matschige und ausgewaschene Trails geht es weiter in Richtung Fimbapass. Zwei Passagen mit ca 400 Höhenmeter, bei denen wir unsere Fahrräder teilweise tragen mussten, gingen schon ganz schön an unsere Kräfte und das ganze dann in einer Höhe von fast 3000 Metern.
Aber irgendwann hatten wir dann die zweite Passhöhe auch erreicht. Leider hatte das Unwetter der letzten Tage auch hier die Trails teilweise ganz schön verunstaltet. Passagen in denen ich schieben wollte, weil es dann doch recht steil neben dem Weg in die Tiefe ging und eine Kuhherde die nun ganz genau in der Mitte des Trails stand schaffte dann noch zusätzlich Anstrengung, weil sie großzügig im unwegsamen Gelände umgangen werden musste. Aber dann wurde das Gelände wieder beschaulicher und wir kamen an eine kleine Hütte in der offensichtlich der Almöhi aus der Milka Werbung lebte. Selbst die Brille stimmte und cool war er ja auch irgendwie. Eine Minzbrause und Nudeln mit Pesto war mein Essen. Leider war es recht teuer, da wir uns gerade in der Schweiz befanden. An diesem Tag haben wir übrigens ungefähr viermal zwischen der Schweiz und Österreich gewechselt.
Nach dem Essen ging es ins Tal über abenteuerliche Trails und 2 Hängebrücke, die hoch über einer Schlucht hängen. Als wir das Inntal  erreicht hatten ging es am Flussufer des Enz entlang bis wir in einem Schlammloch vom Inn stecken blieben. Dementsprechend sahen die Fahrräder aus und natürlich die Fahrer auch. Nun könnte man denken der Tag hat doch genug geboten und die Tour könnte zu Ende sein. Mein Wunsch war dies, aber leider ging das nicht. Wir mussten noch mal 600 Höhenmeter auf einen Berg hochfahren, um nach Nauders auf der anderen Seite des Berges zu kommen. Oben angekommen, mussten wir dann auch eine umgestürzte Bäume über klettern und das war nicht einfach, weil ich  irgendwie schon ziemlich platt war. Aber man staunt was in einem steckt und man kämpft sich weiter.
Nach noch einigen wirklich schönen Trails ging es runter nach Nauders und in unser dortiges Hotel. Es war schon fast 20 Uhr und wir waren insgesamt 12 Stunden unterwegs und morgen sollte die Tour nicht wirklich kürzer werden. Das Abendessen folgte sofort nachdem wir uns gründlich gewaschen haben. Ich war so platt, dass ich kaum noch Hunger hatte und um 10 Uhr ins Bett gefallen bin.
Aber was gut war: diese Nacht wurde wesentlich besser als die davor und ich schlief zumindest zeitweise wie ein Murmeltier.

 

Fotos des Tages:

Schneebedeckte Berge und Sonne am Horizont, so sah es Morgens am Grenzkamm in Ischgl aus.

Am Fuorcla da Val Gronda. Trotz Schnee konnte man nicht davon sprechen, dass es kalt war. 400 Höhenmter schieben und Tragen war kein Vergnügen.

Abfahrt vom Fimbapass. Wo es durch Kühe und ergiebigen Regen matschig war, wurde einfach geschoben

Spaghetti mit Rucola Pesto und Alpenrosensirup in der Tanna di Muntanella in Griosch - alles selbstgemacht (von Doris, nicht von mir ;-))

Dreck, woin man sieht. Der Trail vom Fimbapass sorgte für eine Menge Matsch. Den Rest besorgte der Matsch durch den übergelaufenen Inn

Blick vom Fimbapass in das Unternegadin

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Wednesday, 09 August 2017 18:33

Transalp 2017 - Day 1

Lieber Leser oder auch liebe Leserin, heute beginnt das gemeinsame Transalp Abenteuer von Frank und Ullrich. Wir wollen in den nächsten Tagen unsere Gedanken niederschreiben und Euch an unseren Freuden und ggf Leiden teilhaben lassen.

Jede schildert seine Eindrücke. Mal kürzer, mal länger. Viel Spaß beim Lesen

Frank und Ullrich

Noch ein kleiner Hinweis: Wir schreiben Abends nach langen Touren auf einem nicht optimalen Device. Daher können sich massiv Rechtschreibfehler oder falsche Wörter einschleichen. Die Erfahrung zeigt, das wir Abends zu müde sind, die Fehler zu berichtigen. Wir bitten jetzt schon um Entschuldigung

 

Ullrich

Der erste Tag liegt hinter uns. Und es war sicher der Tag mit der geringsten Anstrengung. Die Autobahnfahrt in den Süden der Republik war recht reibungslos. Kurzer Stau hinter Ulm -das kennt man schon. Und dann bei Memmingen, kurz vor dem Abzweig in Richtung Bodensee nochmal ein Stau. Aber wir sind sehr gut in der Nähe des Bodensee angekommen. Denn hier hatten wir einen kleinen Halt eingeplant. Werksverkauf von Vaude. Das Angebot riesig und ich konnte noch ein langarm-Shirt für kalte Tage bei unserer Transalp kostengünstig erwerben.  Erschreckend war jedoch, wie sich unsere Mitmenschen in großen Gruppen angesichts günstiger Preise verhalten. Ich wurde weggestoßen, nicht wahrgenommen, dass ich an einem Ständer stand und Ausstellungsstücke begutachtete. Das Wort "Entschuldigung" oder auch "Danke", wenn ich mal zur Seite gegangen bin - Fehlanzeige. Der Mensch ist doch ein Herdentier. Das zeigt sich offensichtlich dann, wenn es ein Schnäppchen zu machen gilt. Nach kurzem Halt in Tettnang ging es dann weiter in Richtung Montafon. Wir hatten den Bodensee zu Füßen und die Berge im Hintergrung - einfach herrlich!

Nicht so herrlich ist das Wetter gewesen. Der Regen hörte nicht auf. Na ja, besser heute, als morgen bei unserer ersten Radetappe durch den Regen zu fahren. Das waren die positiven Gedanken, um einfach auch die Sorge von einer durchregneten Transalp beiseite zu wischen. Die Wettervorhersage deutete ja nicht ganz so schlechtes Wetter an. Also positiv denken.

Im Montafon konnten wir unser Mittagessen einnehmen. Ein herrlich schmeckendes Schnitzel gab es zur Stärkung. wEr dort mal in der Nähe von Schruns/Tschagguns ist, der mag auf der Jausenstation Bitschweil vorbei schauen. Das Schnitzel war ein Gedicht und riesengroß. So sind wir doch gut auf die Anstrengungen der nächsten Tage vorbereitet.

Die letzten Kilometer führten uns über die Silvretta Hochalpenstraße in Richtung Ischgl, wo die Truppe der nächsten 6 Tage um 18:00 Uhr den Treffpunkt vereinbart hatte.  Hier der erste kleine Schock, der mich ereilte. Auf dem Weg zur Bieler Höhe, die auf 2000 Metern liegt, sahen wir den ersten Schnee. Und wir wollen morgen mit dem Rad schon auf knapp 3000 Höhenmeter steigen. Das hatte ich mir anders gewünscht, vorgestellt und auch gehofft. Die Stimmung stieg bei mir nicht gerade, aber was soll ich machen? Die letzte Woche war das Wetter sicher schlimmer. Und da morgen etwas Sonne angesagt ist, droht diese, die Luft auf zwischen 2 und 7 Grad zu erhitzen. Ich will ich hoffen, dass der Schnee nicht zum Problem wird.

18:00 am Treffpunkt im Hotel: Die ersten Mitstreiter sind da. Nette Zeitgenossen und ein super netter Guide. Das sind sie also, Patrick, Patrick, Andreas, Markus, Ralf, Frank und ich werden durch Holger von Ulptours auf der GoWild Tour begleitet. Doch wie auch schon im letzten Jahr steht die Frage im Raum, wie die Gruppe harmoniert. Wie ist der Leistungsstand? Wir wollen Trails Trails Trails fahren. Die Mitfahrer scheinen dort wesentlich mehr Erfahrung zu haben als ich. Aber für alle soll es ein Genuss werden. Die Natur zu genießen und dabei biken. Das steht im Vordergrund, so zumindest die Ansage bei der ersten Vorstellung und dem ersten Beschnuppern von uns allen.

Wollen wir hoffen, das es so bleibt. Morgen um 08;15 Uhr geht es los. Wir haben eine heftige Etappe vor uns. Das heisst um 07:15 aufstehen - fast schlimmer als in der Arbeitszeit an einem Sonntag. Aber die Genüsse morgen und die nächsten Tage werden uns hoffentlich dafür entschädigen.

Gute Nacht und bis morgen Abend...

Eurer Ullrich

Frank:

Na da bin ich mal gespannt auf was ich mich da eingelassen habe. Das ist der Satz, der die letzten Monate prägte, wenn ich an unser AlpenX Vorhaben gedacht habe. Skepsis die richtige Entscheidung getroffen zu haben, Respekt vor der Herausforderung und letztlich aber auch Vorfreude und Erwartungen wechselten sich ab. Und nun bin ich hier - eine lange Autofahrt durch ein verregnetes Deutschland liegt hinter uns, ein gutes Abendessen im Hotel und ein unterhaltsamer Abend mit einer Vorbesprechung der Tour durch den Guide Holger ebenso. Der erste Eindruck vom Guide und von den anderen Teilnehmern ist gut.


Das Wetter für den morgigen Tag verspricht zumindest keine unangenehmen Überraschungen. Es sollen 1650 anstrengende Höhenmeter verteilt auf 54 km mit ca. 600 hm Trage - bzw. Schiebepassagen werden. Mal sehen wie es morgen Abendaussieht...

 

Einige Fotos vom Tag:

 Die Kühe begleiteten uns auf dem Weg über die Silvretta Hochalpenstraße...

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