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2015

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Thursday, 16 July 2015 19:04

Transalp 2015 - Day 6

Der morgen begann mit einem Spaziergang durch Livigno. Ich war alleine, die Sonne schien schon und die Luft war klar. Ich war früh wach und schaute mir einige Holzhäuser in dieser steuerfreien Toursitenmetropole Italiens an. Sie waren schön – wenn nur nicht so viele Touristen tagsüber hier rumlaufen würden.. Aber ich war ja einer von ihnen.


Und so machten wir uns auch schnell um 09:00 Uhr auf den Weg zur Seilbahnstation. Wir wollten einmal im Bikepark fahren, bis es über einen Höhenweg in Richtung Furcola di Livigno ging. Der bikepark war nett, aber auch nicht mehr. Ich liebe es eher, richtig durch die Natur zu fahren und nicht irgendwelche angelegten Hindernisse zu durchfahren.


So ging es dann gegen 11:00 Uhr in Richtung Furcola. Wir nahmen den Höhenweg, fuhren nach einigen Kilometern zurück ins Tal um dann auf der Straße (Moment, da gab es doch einen parallelen Weg im Tal) zum Pass hochzufahren. Mittagessen und Teilung der Gruppe. Achim, Franziska und ich fuhren die Straße herunter, um dann wieder zum Berninapass herauf zu fahren. Der Rest der Truppen nahm einen neuen Trail, der Lutz  empfohlen worden war. Die Bilder, die wir nachfolgend sahen, ließen mich zweifeln, warum ich nur die Straße gewählt hatte. Aber so war es nun mal.


Mich hätte noch fast ein Buss aus Sachsen von der Straße gefegt, weil er unbedingt überholen musste und dann, als er einen Arbeiter auf der Straße gesehen hatte, nach rechts auszuweichen. Dort war nur ich. Und es fehlten keine 10 cm mehr, und er hätte mich vom Rad gedrückt. Glück gehabt. Ich kam gesund am Berninapss an, wo wir alle dann auf den Rest der Truppe warteten. Das dauerte jedoch. Denn Lutz musste den Mantel von Matthias nähen. Ein aufgerissener Mantel – das war mir neu, das kannte ich auch noch nicht. Aber Lutz hatte die Lage im Griff. Und mit geflicktem Mantel ging es flowig parallel zur Rhätischen Bahn in Richtung Pontresina und über St. Moritz nach Silvaplana, wo unser Nachtquartier auf uns wartete.  Das war nicht spektakulär, sondern recht entspannend. Und es war einfach nur schön.


Der Abend klang mit einem Grillabend aus, ich kümmerte mich um meine Lippe, die schon recht stark schmerzte. Doch was soll‘s, morgen ist Finale und das will ich mir ja nicht versauen lassen.

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Wednesday, 15 July 2015 19:01

Transalp 2015 - Day 5

Heute war die Nacht kürzer als sonst. Wir wollten um 08:00 Uhr los fahren. Denn der Tag sollte lang werden. So frühstückten wir auf Holzbänken und Fellen im Garten unserer Übernachtungsdomizils. Die Luft war klar, die Sonne schien wunderbar und es schickte sich an, ein toller Tag zu werden.

Franziska und die Tochter von Achim, die uns gestern und heute begleiten sollte, zogen es vor, die ersten 500 Höhenmeter mit dem Postbus zu fahren. Das war eventuell keine schlechte Idee. Denn die Straße nach S-Charl, dem Bergarbeiterdorf, welches wir auf dem Weg zum Costainapass erreichen mussten, war alles andere als interessant.

Ich kurbelte in meinem Tempo den Berg hoch, nachdem wir den Inn in Scuol auf einer beeindruckenden Brücke überquert hatten. Ich war nicht der Letzte und das tat gut. Und in S-Charl angekommen hatte ich noch eine Menge Kraftreserven. Trotzdem nahm ich Müsliriegel und etwas Kohlehydrate zu mir, denn der Anstieg sollte weiter gehen….

Das Nächste Ziel hieß Alpe Astras auf knapp 2100 Meter Meereshöhe. Der Weg ist recht moderat. Eine etwas steilere Steigung. Sonst geht es ganz genüsslich an einem plätschernden Bach entlang. Die Kühe bimmeln mit ihren Glocken (ob die nicht eine Klatsche bekommen, den ganzen Tag das Bimmeln zu hören?) und linksseitig tut sich der höchste Arvenwald Europas auf. Auf über 2000 Meter wachsen hier noch Bäume. Arven = Zirben, und das soll sehr gesundes Holz sein – vorausgesetzt man baut sein Schlafzimmer damit aus. Denn es soll für einen ruhigen Schlaf garantieren. Ich kann es nicht nachvollziehen, aber will es mal glauben. Toll ist es schon, so hoch noch Bäume zu sehen. Denn die Natur ist hier sonst schon recht karg. Nur noch grüne Wiesen und kleine Sträucher – und eben diese Arvenbäume.

Nach einer Coke ging es weiter zur Überquerung des Alpenhauptkamms. Der Pass da Costainas auf 2251 Meter Höhe. Nun haben wir die Nordseite der Alpen hinter uns gebracht. Die Südseite soll ja sonniger sein. Stellt sich die Frage, was noch sonniger sein soll. Denn an diesem Tag hat uns die Sonne bis hierhin den ganzen Weg auf die Haut gestrahlt.

Nun ging es wieer bergab, um nachfolgend wieder bergauf zu gehen und oberhalb vom Val Müstair in Richtung Ofenpass zu fahren. Der Weg wurde ein Singletrail, den es bergauf zu radeln galt. Und die Aussicht war grandios. In der Ferne sahen wir linkseeitig den Ortler. Den höchsten Berg der Ostalpen. Es war einfach schön, hier zu radeln, wo wir sonst keine Menschenseele sonst mehr sahen.

Mittag wurde am Ofenpass gemacht. Ich habe Salsiz gegessen, eine typische Salami aus dem Engadin. Und nach dem Mittag ging es über schönste Hochebenen i Richtung Lago di Livigno. Ein strahlend blauer Stausee war zu sehen, als wir durch den Nadelwald bergab rollten. Ein schöner Singeltrail, der roch wie Omas Fichtennadelbad in meiner Kindheit. Optische und olfaktorische Hochgenüsse. Und dazu noch das Radeln und schöner Sonnenschein. Was will ich mehr?

Ggf. direkt nach Livigno fahren. Denn obwohl wir den See schon sahen, hieß es noch einen Bergrücken zu überqueren. So mussten wir vom Lago di San Giacomo noch über die Alpe Trela hin zum Trela Pass auf 2295 Meter fahren. Die ersten 400 Höhenmeter waren eine Qual für mich, so dass ich schob. Nach der Alpe ging das Fahren besser und ich erreichte mir wenigen Schiebepassagen den Pass. Der Tag war vollbracht. Denn von nun an sollte es bergab gehen.

Alle Anstrengungen waren vergessen, dann der Singeltrail, der sich über mehrere Kilometer ins Tal schlängelte, war jede Anstrengung wert. Es war einfach ein saugutes Gefühl. Denn dieser Trail brachte uns auch der Latteria di Livigno näher. Dort, wo es das Eis des Tages geben sollte.

Und das Eis war gut. Auch wenn der Leibe Gott noch einen Anstieg von ca 70 Höhenmeter voraus gesetzt hat, so gingen die letzten Meter Trail in Richtung Lago di Livigno und Eisdiele richtig schnell. Um 16:58 Uhr hatte ich meine 3 Kugeln Eis im Becher zwischen meinen verdreckten Beinen und aß es genüsslich.

Der Abend endete jedoch mit einer Enttäuschung. Meine Schuhe waren kaputt und ich musste neue kaufen. Schuhgröße 47 mit hohem Spann und breiten Füßen. Hierfür in Italien Schuhe zu erhalten ist fast unmöglich. So musste ich Größe 48 kaufen. Das war nicht optimal, aber meine einzige Chance. Die Cleats noch befestigt und so hatte ich Schuhe für morgen. Der zweite Wehmutstropfen hieß Herpes labialis. Lippenherpes. Dieser Virus, der seit meinem 27. Lebensjahr immer mal wieder ausbricht tat es nach der anstrengenden Etappe. Auch wenn ich Creme und Pflaster dabei hatte, so wird das keine Freude, mit Herpes, welcher meine Ober- und Unterlippe befallen hatte, die nächsten beiden Tage zu Radeln. Ich war schon sehr traurig. Aber wichtiger war der Stolz über die erbrachte Leistung. Vor dieser Etappe hatte ich Respekt und habe sie ohne Probleme hinter mich gebracht. Und dazu noch Freude gehabt. Was will ich mehr?

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Tuesday, 14 July 2015 19:00

Transalp 2015 - Day 4

Der Tag beginnt wunderbar. Wir fahren Seilbahn. Bis zur Idalpe. Von hier geht es den ersten Singletrail über Wiesen, Holzbohlen und matschige Schlammlöcher vorbei an der Vider Alp ins Tal. Um nachfolgend ca 100 Meter bergauf das Fahrrad zu schieben. Aber es belohnte uns ein weiterer flowiger Singletrail, auf dem die Bremse von Achims Tochter den Geist aufgab. Reparieren war mit Bordnmitteln nicht möglich. Somit fuhren wir vorsichtig im Fimbertal in Richtung Heidelberger Hütte. Die Bauern auf dem Weg hatten auch nicht das richtige Werkzeug, um einen Sprengring wieder in Position zu bringen.

Das Tempo war moderat, ich hatte Spaß in der Sonne und freute mich erst einmal auf die Heidelberger Hütte. Eine Berghütte, die zum kulinarischen Jacobsweg gehörte. Ein Kaiserschmarrn –mmh lecker- sollte es sein, damit etwas Energie im Körper war. Denn nach der Heidelberger Hütte mussten ca. 500 Höhenmeter überwunden werden. Teils schiebend, weil ein Fahren nicht möglich war. Ich versuchte es ab und zu und kam recht gut voran. Andere waren schneller, aber heute am dritten Tag, wo sich das Tempo und das „Posen“ der Mitstreiter nivelliert hatte, macht mir das gar nichts aus. Ich schob und fuhr, fuhr und schob das Rad. Und schneller als erwartet hatte ich den Fimberpass um da 13.00 Uhr erreicht. Das was ich dort sah, war grandios.

Das Tal vor mir zeigte einfach, wie klein wir Menschen doch sind. Fast unsichtbar war jeder Mountainbiker, den auf dem Weg unten fahren würde, in dieser grandiosen Landschaft. Doch – da war gar kein Mountainbiker auf dem Weg. Wir waren die ersten und wahrscheinlich Einzigen, die an diesem Tag eine Schlüsselstelle dieser Transalp überfuhren. Und das war sehr gut.

Denn bergab nahmen wir uns etwas Zeit. Der Trail ließ sich gut fahren. Ich stürzte einmal. Doch das war nicht der Rede wert. Es war eine tolle Landschaft, ich nahm einige Bilder mit der Videokamera auf und fuhr weiter unten recht dicht an einem –für mich sehr- steilen Abhang entlang. Das ging. Ich kam immer besser in die Tour hinein. Und so machte der letzte Flowtrail in Richtung Giosch auch keine Probleme mehr.

Griosch, das war die Ausflugsgaststätte oder in  Mundart „Gartenbergbeizli“ Tanna da Muntanella. Hier sollte es guten Rüblikuchen geben, den ich auch gleich versuchte. Doris, die diesen Kuchen gebacken hat, ist laut Lutz eine Legende. Und der Kuchen schmeckte auch super gut. Es gab ihn mit Schlagsahne. Und es gab noch etwas Besonderes: Der nette Begleiter von Doris – er sah aus wie der leibhaftige Alm Öhi aus Jutta Spiris „Heidi“. Nur eben ein wenig cooler. Mit Spiegelsonnenbrille. Einfach ein Original. Dieser schöne Ort wurde von uns viel zu schnell verlassen. Doch da es mittlerweile 15:00 Uhr war, blieb uns keine andere Wahl. Scuol im Unterengadin musste noch erreicht werden.

Und wir hatten noch die Hängebrücken im Val Sinestra zu überqueren. Und auf dem Weg hierher passierte es. Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte einige Meter einen Hang hinunter. Eine Wunde von ca. 20 cm am hinteren Oberschenkel war das Ergebnis dieser Unachtsamkeit.

Doch das war zu verschmerzen und der Erst des Weges nach Scuol verging wie im Flug. Wir aßen im Hotel zur Traube, wo die light Gruppe nächtigte, zu Abend. Geschlafen haben wir in einem tollen frisch renovierten Engadiner Bauernhaus in der Straße Bagnera. Das Haus war so typisch, dass es eine Freude machte, in der spartanischen Umgebung den Tag ausklingen zu lassen. Vor der Tür noch ein Brunnen mit Quellwasser. Heilwasser aus Scuol – mit und ohne Kohlensäure. Wer es nicht glaubt, kann dort selber hinfahren und kosten. Einfach köstlich.

Beim Abendessen bekam ich noch Magenprobleme. Ob es ggf. an der Schlagsahne des Rüblikuchens lag oder ar an dem Magnesium, welches ich zur Vermeidung von Krämpfen aß – ich weiss es nicht. Ist auch egal, denn es ging vorbei. Und dem Essen im Hotel Traube in Scuol (http://traube.ch/) tat das keinen Abbruch. Denn – und das sei erwähnt- das Essen in der Traube sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man einmal um Unterengadin weilt.

Nun aber auf neue Eindrücke morgen. Denn dann steht die „Königsetappe“ auf dem Plan. Weit über 70 Kilometer, über 2000 Höhenmeter soll es nach Livigno in Italien gehen. Mal sehen, wie es wird.

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Monday, 13 July 2015 18:58

Transalp 2015 - Day 3

Nun hieß es, Tag 3 zu überstehen. Das Frühstück war bombig, die Nacht ruhig. Ich war einfach saukaputt, so dass ich nur noch geschlafen habe. Gegen 08:30 sollte wieder eingeklickt werden. Das taten wir dann auch, um wieder uns eine Minute später wieder auszuklicken. Denn pünktlich um 08:30 Uhr fing es an zu nieseln. Matthias musste seine kurze Regenhose anziehen. Ich verzichtete darauf, weil ich guter Hoffnung war, dass der Nieselschauer nur von kurzer Dauer war. Und er war es auch. 08:35 ging es also los. Natürlich hatten wir in im örtlichen Gasthaus (wer kennt schon Karres und wer kennt schon das Gasthaus Traube (http://www.gasthoftraube-karres.at/de/gasthof-pension-traube.html)? Ein vorzügliches Frühstück genossen haben. Ich hatte mehr als gestern gegessen, denn erstens schmeckte mir es besser, zweitens war das Frühstück liebevoller zubereitet und drittens wollte ich nicht noch einmal so wenig Energie haben, dass meine Beine anfangen würden zu krampfen.


Os ging es also die Straße herunter in Richtung Imst. Lutz gab gutes Tempo. Er wollte am Nachmittag noch in Ischgl mit der Seilbahn auf das Flimjoch fahren, um einen tollen Trail bergab zu sausen. Also ging es mit nettem Tempo auf dem Inntal-Radweg erst einmal in Richtung Landeck. Meine Beine fühlten sich gut an. In Landeck galt es logistische Dinge zu erledigen. Einige Gruppenmitglieder benötigten Geld aus dem Geldautomaten, andere einen Kaffee und ich fuhr in eine Apotheke, um mir Magnesiumpulver gegen die Krämpfe (die heute zum Glück nicht mehr auftraten) zu kaufen. Nach kurzer Pause ging es über eine Straße in Richtung Tobadil, um in das Paznauntal zu fahren.


Hier war ich nicht mehr der Letzte in der Schlange der Radler, sondern konnte mich mit gutem Tempo im Mittelfeld halten. Nun gut, das Ganze ist kein Wettkampf und doch war es für mich wichtig. Denn es stand immer noch die Frage im Raum, ob ich weiter mit dieser Gruppe, oder mit der parallel fahrenden Einsteigergruppe fahren sollte. Eine Antwort auf diese Frage gab es dann oberhalb von Tobadil, wo wir nach einigen erkommenen Höhenmetern einen schönen Sigletrail fahren konnten. Er war sehr eng, teilweise an Wasserfällen vorbei und machte mir keine Probleme. OK, es gab Gruppenmitglieder, die schneller und waghalsiger fuhren. Aber das war nicht mein Ding. Ich fuhr den Trail flott und mit Spaß. Und darum geht es ja bei der gesamten Tour.
Mittagessen konnten wir in See im Paznaun. Das bedeutete wieder einige Meter bergab. Und zwar auf einer Asphaltstraße. Heute schien der Tag der aslphaltierten Wege zu sein. Mit hohem Tempo ging es nach See. Mittagessen beim Italiener um nachfolgend den Paznauer Talweg in Richtung Ischgl zu fahren.


Franziska hatte technische Probleme. Ihre Bremse zog sich immer wieder zu und bremste. Die Ursache war nicht heraus zu finden. Und so mussten wir immer wieder stehen bleiben, um die Bremse zu locken. Das tat dem Genuss des Talwegs, der bergauf, bergab, weit entfernt von der Talstraße entlang der schönen grünen Bergwiesen führte, keinen Abbruch. Und so genossen wir den Nachmittag, bis wir um 15 Uhr im Hotel Castel in Ischgl waren. Mein Zimmer war schön grlß, typisch alpenländische Architektur mit Holz und so konnte die Nacht nach einem mehr oder weniger entspannten Tag kommen.


Doch zuvor hieß es ja noch mit der Seilbahn zu fahren, um knapp 1400 Tiefenmeter auf Singeltails, breiten Wegen und Skipisten bergab zu fahren. Dazu wäre es fast nicht mehr gekommen, da der Mitarbeiter der Seilbahn um 15:59 keinen Zutritt mehr gewähren wollte. 16:00 Uhr sei die letzte Bergfahrt. Nach schier endloser Diskussion mit einem sichtlich genervten Lutz fuhren wir dann doch um 16:05 mit den letzten Sesseln hoch hinaus. So hoch, dass es auf 2700 Metern Höhe um die Uhrzeit schon recht kühl war. Ich lieh meine Armlinge Dirk, der sichtlich frohr. Und schon ging es bergab. Achim stürzte kurz vor mir. Das machte mich nicht gerade sicherer, aber die Schneefelder lagen hinter uns und so konnte ich mich auf das Geröll vor meinem Rad konzentrieren und kam recht gut den Trail herunter. Es war äußerst anstrengend und gegen 18:00 Uhr, als wir das Hotel wieder erreichten, war ich dann auch ausgelaugt. Downhill ist ebenso anstrengend wie Uphill. Diese Erkenntnis wird Felix (mein Sohn) sehr zufrieden stellen.


Kurzes Abendessen, dann noch Zeilen für den Blog hier schreiben, und bei offener Tür, klarer Bergluft soll die Nacht wieder Entspannung geben. Morgen wird ja wohl nicht heftig. Es sind ja nur knapp 50 km. Mal sehen, was der Tag so bringt.

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Sunday, 12 July 2015 18:57

Transalp 2015 - Day 2

Nun ist der Tag gekommen. Ich war weit vor 06:00 Uhr wach. Die Nacht war –wie befürchtet- sehr unruhig. Und so konnte ich den frühen Morgen in sonniger Bergluft wahrnehmen. Nach dem Aufstehen wurde noch einmal der Koffer von überflüssigem Ballast befreit und gegen 06:30 Uhr habe ich all das, was ich eingepackt habe, nun aber nicht mehr gedachte zu benötigen, wieder ins Auto gebracht, welches am Stadtrand von Grainau stand.  So ging ich in klarer Morgenluft die Waxensteinstraße entlang, über den Bahnhof der Bayerischen Zugspitzbahn und über den Friedhof von Grainau, um zum Parkplatz hinter der Grundschule zu kommen. Es war friedlich, niemand außer mir war auf den Beinen. Die Sonne, die hinter dem Wettersteingebirge hervor kam, brachte die erste Wärme auf meine Haut und so ging es mir nach der unruhigen Nacht recht gut.


Das Frühstück war OK. Irgendwie empfand ich es lieblos, aber es war auf jeden Fall ausreichend! Dachte ich zumindest. Ich aß zwei Brötchen, Müsli, etwas Obst und trank recht viel Wasser und Multivitaminsaft. Viel Zeit bis zur Abfahrt blieb nicht mehr, denn Lutz hatte die Ansage gemacht, das um 08:30 in die Pedale eingeklickt wird. Da das Hotel Nuss aber so flexibel wie eine Eisenbahnschiene war, konnte ich noch nicht einmal um 07:00 Uhr frühstücken, sondern die Tür wurde erst um 07:30 aufgeschlossen. Und das obwohl man schon im Frühstücksraum die Mitarbeiter versammelt hatte. Nun gut, Service ist etwas anderes. Aber ich will ja auch nicht essen, sondern meine Alpentour fahren.

Und so ging es auch um 08:30 Uhr los. Lutz vorweg, die anderen neben- oder auch hinterher. Und so ging es mir recht flottem Tempo aus Grainau heraus in Richtung Eibsee. Ich wusste gar nicht, wie hoch der Eibsee liegt und das Tempo wurde mir angesichts der doch starken Steigung im Wald hinter Grainau doch zu schnell. Ist das das Tempo der kommenden sechs Tage? Dann bin ich hier falsch!. Am Eibsee angekommen war ich kurz davor, zu hyperventilieren. Meine Mitstreiter Sascha, Verena, Achim, Nico, Matthias, Christiane, Lars und Dirk schienen keine Probleme zu haben. Mir liegt noch die Aussage von Matthias im Ohr „ Das wird die nächsten Tage schon langsamer“. Ja zu Teufel, warum muss es denn jetzt gleich so schnell los gehen? Ist das hier eine Gruppe von Hunden, in der jeder jetzt schon sein Revier markieren muss?


Wie dem auch sei. Ich war kaputt und hatte jetzt richtig Angst vor dem weiteren Tag und Tagen. Nach einem obligatorischen Foto fuhren wir weiter in Richtung Hochthörlehütte und jeder durfte sein Tempo fahren. Das war gut. Franziska und ich am Ende, die anderen vorweg. Als wir beim Eibseeblick ankamen waren schon alle Fotos gemacht und es ging nach kürzester Pause weiter. Erholung war nicht drin. Und so strampelten wir, was das Zeug hielt. Die Hochthörlehütte war auch bald erreicht, ich hatte zwischenzeitlich (so es denn mein Schweiß zwischen den Augenlidern zuließ) einen schönen Blick auf die Sonnige Zugspitze. Na ja, und als wir kurz vor der Hochthörlehütte noch kurz eine Riegelpause machten, war ich dann doch mächtig stolz. Auch wenn ich mit Franziska wieder als Letzter ankam.


Die Abfahrt nach Ehrwald erfolgte über einen sehr schönen Trail. Ich war noch recht unsicher. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Über die Wiesen von Ehrwald fuhren wir recht flowig der Ortsmitte entgegen. Die Ausschreibung sagte, dass hier Mittag ist. Doch weit gefehlt. Die Flaschen und Trinkblasen wurden gefüllt und weiter ging es –natürlich mit dem gleichen Tempo- in Richtung Biberwier. Wir fuhren über den Panoramaweg und in Biberwier war noch die letzte Steigung des Tages zu vollbringen. Es war mittlerweile nach 13:30 Uhr. Das Ziel der Steigung War das Marienbergjoch. Und auf der Auffahrt wollte ich aufgeben. Beide Oberschenkel krampften. Und nur durch Riegel von Franziska und gutes Zureden (wofür ich ihr heute noch dankbar bin), habe ich dann das Gasthaus unterhalb des Marienbergjochs schiebend und fahrend erreicht.


Die anderen hatten ihr Essen schon auf dem Tisch. Und als ich mein Essen (Spagehtti Bolognese wegen der Kohlehydrate) erhielt, wollte Lutz schon weiter. Na ja, von einem Guide hätte ich mir etwas anderes erwartet. Und ich war am hadern, ob ich ab morgen nicht mit der Anfängergruppe fahre, weil die Mediumgruppe wohl doch zu schnell für mich war. Christiane gab mir noch etwas gegen die Krämpfe und nach hereinschlingen des Mittagessens ging es schiebend weiter zum Joch. Alle schoben und das beruhigte mich dann doch etwas.


Was nach dem Joch kam war schön. Die Beine zeigten mir schon, dass sie weiterhin bereit zum Krampfen sind, aber sie haben es dann doch nicht gemacht. Und so fuhren wir auf Forstwegen, über grüne Wiesen und schöne Trails (einer war eine Sackgasse) Nassereith auf der anderen Seite des Fernpasses entgegen. Dort wieder Wasser fassen und die letzten Meter in Richtung Karres lagen vor uns.


Nun ging  das Fahren einigermaßen gut. Es gab ja auch nicht mehr viel Steigungen. Nur noch ca. 100 Höhenmeter zum Gasthaus in Karres. Als das kurz vor 17:00 Uhr erreicht war, war ich glücklich, kaputt und ratlos, wie es weiter gehen sollte.
Das Abendessen mit super Schnitzel und ein netter Abend mit den Teilnehmern der Gruppe versöhnte mich mit dem Tag. Genauso die erbrachte Leistung. Es waren knapp 2000 Höhenmeter. Und die waren kein Zuckerschlecken….

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Saturday, 11 July 2015 18:54

Transalp 2015 - Day 1

Nun ist es also soweit. Der Sonnabend ist gekommen, an dem ich mich zusammen mit Franziska aufmache, die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren. Es geht kurz vor 06:0 Uhr los, die Sonne scheint wunderbar und es könnte ein schöner Tag werden. Und es wurde ein schöner Tag. Die ganze Fahrt nach Grainau, wo wir um 18:00 Uhr unsere Mitfahrer treffen sollten, schien die Sonne. Die Fahrt auf der A7 in Richtung Süden erfolgte ohne Probleme.


In Rothenburg ob der Tauber wurde kurz Halt gemacht. Das Frühstück rief. Und so saßen wir in schönstem Sonnenschein an der Ecke vor einem urigen Kaffee in Sichtweite des Stadttores von Rothenburg. Das war schon mal die richtige Entschleunigung und so fuhren wir nach knapp 60 Minuten Frühstück gegen 11 Uhr in Richtung Grainau.

Die A7 war weiterhin recht leer. Für diese Jahreszeit ist das nicht üblich und so konnten wir in Garmisch Partenkirchen noch gegen 15:00 Uhr Ersatzteile für Franziskas Fahrrad kaufen.  16:00 Uhr Ankunft in Grainau im Hotel Nuss. Das Hotel ist nett gelegen. Die Waxensteinstraße erlaubt einen wunderbaren Blick auf das Wettesteingebirge, welches in schönem Sonnenschein da liegt. Jedoch hat das Hotel –zumindest die Besitzer im Geiste- die goldenen Jahre gesehen. Draussen gibt’s nur Kännchen. Ha ha, ich dachte, das habe ich irgendwo schon einmal gelesen. So bezogen wir aber unsere Zimmer im Nebengebäude und gönnten uns noch ein kühles Getränk und Kaiserschmarrn in der Ortsmitte von Grainau. Der Kaiserschmarrn war eine Enttäuschung, das Getränk angesichts der sehr warmen Temperaturen über 30 Grad sehr angenehm.

18:00 Uhr, der Moment der Wahrheit nahte. Lutz, unser Guide, machte gleich klar, dass er der Chef ist, und wir unbedingt auf ihn zu hören haben und es keine Diskussionen bei seinen Entscheidungen gäbe. Nun gut, auch eine Ansage. Ich finde das am ersten Abend etwas befremdlich. Aber so weiss jeder, woran er ist. Die Gruppe erscheint ganz nett, wobei beim Abendessen erst einmal das Eis tauen muss. Zumindest zwischen uns und einem großen Teil der Gruppe. Denn die kennen sich offensichtlich schon von der Arbeit oder aus vergangenen Jahren. Und so kennt Lutz auch einige unserer Mitstreiter. Ob das gut geht? Ich weiss es nicht.

Ist auch erst einmal egal, die Müdigkeit zwingt mich ins Bett. Ich bin sehr unruhig. Denn erstens ist es in meinem kleinen Einzelzimmer recht warm und zweitens bin ich sehr aufgeregt, was mich morgen erwartet. Bin ich fit genug? Habe ich alles getan, um die nächsten sechs Tage zu überstehen. Und nicht nur zu überstehen, sondern auch Spaß zu haben? Wir werden es sehen. Gute Nacht!

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