04 Sep 2017

Claudia hatte mich überzeugt, dass ich die ursprünglich geplante Woche im September doch noch in den Süden fahren sollte, um noch einmal mit dem Mountainbike die Dolomiten zu erkunden.

Gesagt getan, so ging es am Sonnabend, den 2.9.  in Richting Süden. 5:00 Uhr Abfahrt, schöne Dämmerung, kaum Verkehr auf der A9 und später sogar Sonnenschein mit einigen Nebelfelden. Soweit so gut, bis ich nach Bayern kam. Genau an der Grenze verschwand die Sonne und das Wetter wurde schlechter. Der Verkehr ebenso. Und als ich in München ankam, um bei Lisa und Phillip Pause zu machen, goss es aus Kübeln.

Die Pause war notwendig, da 5 Stunden ununterbrochene Autofahrt alleine als Fahrer doch anstrengend ist. Als ich Mittags gegen 12 Uhr in Richtung Wolkenstein aufbrechen wollte, hörte ich von kilometerlangen Staus und durch Unwetter gesperrte Straßen in der Nähe von Garmisch. Trotzdem fuhr ich dort entlang, was ich bald auch bereuen sollte. Unfall vor Mittenwald, Stau am Zirler Berg und ebenso auf der Brennerautobahn und dann noch 1 Stunde vor Sterzing. Dank Volkswagen Navigationssystem mit online Verbindung Car-Net konnte ich einiges umfahren und kam dann um 17:10 Uhr im strömenden Regen in Wolkenstein an. Das änderte sich aber, da der Regen schnell in Schneegraupel überging.

Soweit zur Vorgeschichte, denn am Sonntag schien die Sonne, als ich aufwachte. Es bedeutete aber auch, dass die Wege in der Höhe noch nass und teils verschneit waren. Nicht so schlimm, denn heute wollte ich ja nur auf die Seiser Alm. 40 Kilometer und 1500 Höhenmeter. Los ging es gegen 09:00 Uhr und es war schon sehr kühl. 

Über St. Christina ging es nach St.Ulrich (die haben ein L im Namen vergessen) und dann kurz auf der Straße aus St. Ulrich heraus nach Kastelruth. Ha, hier war ich schon einmal mit der Familie und wir haben uns eine Holzsschnitzerei angeschaut. Doch 200 Meter später kam das Erwachen. Es ging geradeaus steil in den Wald hinein. Die Jacke, die Beinlinge, das Unterhemd, alles zog ich aus. Denn trotz Schatten kam ich angesichts der Steigung ganz schön ins Schwitzen. Und so zog sich er Weg zuerst auf feinstem -nein eher gröbstem, rutschigem- Schotter und dann irgendwann wieder auf Asphalt.

So fuhr ich weit über eine Stunde, bis ich endlich die schöne Hochebene der Seiser Alm errichte. Hier wurde es wieder etwas frisch. Kein Wunder, die Steigung änderte sich in gerades Gelände und so wurde meine Geschwindigkeit höher. Und Wind kam auch noch hinzu. Fön sollte das sein. Ich denke, da hat Petrus vergaß, die Wärmespirale beim Fön anzuschalten. Bis ich am anderen Ende der Alm in der Nähe von Compatsch war, blieb ich kurzärmlich und auch mit kurzer Hose bekleidet.

Das ändere sich an der Jausenstatoin, wo ich lecker Apfelstrudel und Einen Spezi zu mir nahm. hier wurde es dann doch kalt und trotz geschütztem Sitplatz zog ich es vor, die Jacke anzuziehen. und das Unterhemd war auch wieder dran. Ich genoss die Sonne und fuhr nach knapp 40 Minuten weiter.

Halt, ich wollte doch nicht wieder herunter fahren. Aber mein Navigatoinsgerät befahl den Weg ins Tal. Der Trail war schön und so fuhr ich. Tja, das sollte sich rächen, denn ich musste die Höhenmeter wieder Bergauf strampeln. War ja klar und ich will mich nicht beschweren. Ich bin ja zum Mountainbike fahren hier und nicht zum Ausruhen. Und wer bergab fährt, muss auch bergauf fahren. Und das macht mir i.d.R. ja auch richtig Spaß.

Nun wurde es richtig kühl. Die Sonne verschwand und ich kurbelte an der Gaststätte Spitzbühel vorbei in Richtung Schnee. Ich kannte die Seiser Alm ja vom letzten Urlaub und so folgte ich nicht dem Navi sondern meiner Nase. Und die lief... Kein Wunder bei der Kälte... Über Holzstege fuhr ich gen Hotel Goldknopf. Da waren wir im Urlaub letztes Jahr und da wollten nicht wieder hin. Also bog ich kurz vorher in Richtung Mahlknecht Hütte ab.

s folgte ein grader Weg und von nun an ging es bergab. Über Stock und Stein wie das beim Mountainbiken üblich ist und wieder über Holzstege. Und hätte es die Wanderer vor mir nicht gegeben, die dort wie auf rohen Eiern entlang gegangen sind, ich hätte mich auf die Nase gelegt. Denn der erste Steg war spiegelglatt. So ging ich mehr schlecht als recht hinüber, um nachfolgend einen schönen flowigen Trail zu fahren. Weiter ging es über einen Schotterweg mit recht grobem Schotter. Wie gut, dass es bergab ging. Bergauf fuhr ich den Weg letztes Jahr. und das brauche ich nicht noch einmal.

Und so verließ ich die Höhe, nicht ohne dass mich ein "Mountainbike Pärchen" überholte, ich sie überholte, sie mich überholten, u.s.w.. Das Ganze bis wir an eine weitere Steigung kamen, ab der ich das junge Pärchen nicht mehr sah. Nachtrag: Ich sah sie wandernd am nächsten Tag und sie machten mir bei einer Abfahrt den Weg frei. Hierbei sprachen sie mich an und meinten, sie hätten mich doch "gestern" gesehen. Das war schon echt lustig, da ich sie nicht erkannt hatte, sie mich sehr wohl...

Einsam bog ich meine Kurven und folgte dem Waldweg, bis es wieder über einen sehr schönen engen Waldweg bergab ging. Das Ziel musst doch bald kommen. Mitlerweile war ich am Monta Pana Parkplatz an gekommen, nur mein Ziel Wolkenstein war eben noch nicht erreicht. Bis Wolkenstein ging es entlang eines sehr schönen Wiesenweges noch zwei Mal knackig bergauf. Wenn auch nur einige wenige Höhenmeter. Für den ersten Tag war es ganz schön viel, meine Beine waren müde, schmerzten ein wenig aber ich war glücklich, Wolkenstein gegen kurz nach 15:00 Uhr wieder erreicht zu haben.

Mein Fahrrad wurde gereinigt und ich hatte das auch nötig. Fazit des ersten Tages: Irgendwie war ich auf meiner Alpentour vor 4 Wochen fitter, oder aberdie Steigungen hier sind steiler. Wie dem auch sei, es hat Spaß gemacht und ich freue mich auf morgen, wo ich zu den Geissler Spitzen fahren will.

 

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Last modified on Sunday, 10 September 2017 17:06
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