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Dolomites - Unter den Geisslern

Heute ging es auf eineTour, die "Unter den Geisslern" heißt. Die Geisslerspitzen sind mir ein Begriff. Diversen Ezählungen von Reinhold Messner, der im benachbarten Vilnöss Tal aufgewachsen ist, habe ich schon lesen können. Und so wollte ich auch mal in die Nähe, der Berge, die als so schön beschrieben worden sind.

Also ging es heute um kurz nach 09:00 nach ausgiebigem Frühstück wieder los. Lange Jacke, Knielinge und dicke Handschuhe waren notwendig. Denn die Autos hatten heute früh sehr stark beschlagene Scheiben, Ich will nicht wetten, aber sie konnten auch leicht angefroren gewesen sein.

Zuerst ging es wieder talabwärts über St. Christina nach St. Ulrich (immer noch mit einem L). Ich denke, das zweite L muss mal im Ortsnamen hinzugefügt werden. So ist das ja nichts Halbes und nichts Ganzes. Aber zurück zur Tour: In St. Ulrich sollte die Tour eigentlich beginnen. Knapp 40 km, 1300 Höhenmeter und einmal Seilbahn fahren, das sollte mich heute erwarten. Und es sollte mich auch eine Steigung von 1000 Höhenmetern am Stück erwarten. Tja, wenn das nichts ist! Und es war etwas. Zumal ich mich Anfangs trotz moderner Satelitennavigation verfahren hatte. Wenn man schon ein so tolles navigationssystem am Lenker hat, sollte man es auch nutzen. Nun gut, also 100 Höhenmetr am Anfang falsch gefahren. Und das, wo ich sowieso schon wenig Spaß hatte. Denn die Steigungen am Anfang waren schon sehr steil. Im kleinsten Gang kurbelte ich, was das Zeug hielt, Jacke, Knielinge und Unterhemd waren schon wieder im Rucksack verstaut und mein Trikot schon recht nass.

So ging es zuerst auf asphaltierten Straßen (hier müssen die Bewohner nur VW fahren, andere Marken kommen so steile Straßen sicher nicht hoch) und später über Schotterwege weiter in Richtung Heilg Kreuz Kapelle. Ich macht alle 60 Minuten Pause, um einen Riegel zu essen. Getrunken habe ich andauernd aus meiner Trinkblase. Zwischendurch konnte ich immer wieder einen Blick auf den Langkofel und Plattkofel sowie die Seiser Alm an der anderen Talseite werfen. Dort, wo ich gestern hochgefahren war. Mittlerweile war ich schon höher als gestern und ich kreuzte zwei Mal eine Standseilbahn, die Rachötzerbahn.

Bei einer Pause überholten mich Wanderer, und ich hatte Mühe, sie wieder einzuholen. Es war doch sehr rutschiger Schotter und die Steilheilt tat ihr übriges. Aber ich wollte unbedingt zur Kapelle, und so fuhr ich irgendwann mechanisch bergauf. An der Raschötzhütte ging es vorbei und hier waren immens viele Wanderer zu umfahren. Kein Wunder, die Bergstation der Standseilbahn war ja nicht weit weg. Meine Erfahrung ist, dass nit zunehmender Entfernung von mechanischen Aufstiegshilfen die Dichte der Menschen, die man zu Gesicht bekommt, sehr schnell sehr gering wird.

Hier aber waren viele Wanderer unterwegs und so musste ich mir auf dem letzten Trail zur Kapelle den Weg frei klingeln. Hierbei war ich mal wieder verwundert, wie konfus manche Menschen reagieren. Da muss man ja für zwei mitdenken. Denn eines ist klar: Wenn jemand zuerst nach links geht, überlegt er es sich noch einmal dann, wenn ich zwei Meter hinter ihm bin und er geht nach rechts. Umgekehrt natürlich genauso. Und das hängt nicht vom Alter der Leute ab, sondern scheint ein Rudelphänomen zu sein. Bei alleingen Wanderern habe ich das nicht beobachten können.

An der Heilig Kreuz Kapelle angekommen, war dort mehr los als auf dem Altstadtfest in Goslar. Aber egal, der Ausblick entschädigte für die 1000 Höhenmeter alle Mal und auch für die anderen Touristen, die mit mir den Ort teilen wollten. Ich konnte vom Eisacktal fast bis Bozen, über den Schlern und die Seiser Alm hin zum Langkofel und Plattkofel schauen. Weiter links noch die Geisslergruppe. Es war einfach toll. Nach obligatorischen Fotos kam ich noch mit einem netten Herrn aus Kiel ins Gespräch, bis es wieder bergab ging. Nicht auf dem Waldweg, wie mein Navi mir das sagte, sondern ich versuchte einen Höhenweg zu fahren. Und ich habe es nicht bereut, weil sich dieser in einenTrail wandelte, den ich super gerne fuhr. Zum Schluss war er zwar mit einigen großen Steinplatten recht buckelig, aber bis zur Bergstation der Raschötzerbahn kam ich gut voran. Es war nass vom vorigen Tag, und so sehr matschig, dass  und so sah ich auch nach 5 Minuten aus, wie ein gesprenkeltes Ferkel. 

Pause war angesagt und so versuchte ich wieder Apfelstrudel mit Spezi. Gestern war schöner, denn ich musste auf der Seiser Alm nicht Helene Fischer aus Lautsprchern ertragen. Heute allerdings schon. Und es war auch recht lustig zu sehen, wie Passagiere der Standseilbahn direkt aus der Seilbahn kamen, um als nächstes die Hütte zwecks Nahrungsaufnahme anzusteuern. Irgendwie schon lustig. Da wundern mich einige zu viel angesetzte Gramm dann doch nicht, die ich heut sehen konnte. Und so habe ich keine Zeit an diesem ungemütlichen Ort (na ja, so schlimm war es auch nicht) verplempern wollen und bezahlte die hohe rechnung. Es war teurer war als gestern -aber das war egal- und ich begab mich wieder in Richtung Osten.

Der Weg führte mich noch kurz bergauf, meine Schaltung machte Kapriolen und dann ging es über eine spektakuläre Skipiste bergab. Im Winter ist diese sicher schön zu fahren. Im Sommer nicht uneingeschränkt schön. Es gab in Stück, welches ich aus Sicherheitsgründen lieber schob. Das war mir zu unebend und dabei zu rutschig. Nach zwanzig Metern saß ich wieder auf dem Rad, um dann meine Fähigkeiten im Bergab fahren über Skiwiesen und buckelige Wege zu verbessern. Spaß gemacht hat es alle mal und ich erreichte auch die Mittelstation der Bergbahn Secada. Diese sollte mich für knapp 18 Euro auf 2450 Meter Höhe bringen.

Hat sie dann auch gemacht. Und was erlebte ich auf dieser Höhe? Na Schnee, hat es doch bei meiner Ankunft schon im Tal fast geschneit. Der handtuchbreit angekündigte Trail war waschlappenbreit. Denn der Schnee hat ihn weitestgehend zugedeckt. . Und am Rand auf dem Gras zu fahren war auch keine Alternative, da das Gras zu rutschig war. Also schob ich, fuhr ich, schob ich und fuhr ich wieder. Immer wieder durch Matsch und Pfützen, so dass sich heute Abend die Reinigung im Hotel freuen kann. Da gibt es viel sauber zu machen..

Aber der Weg hat sich alle Mal gelohnt. Am Fuße der Geisslerspitzen entlang zu radeln, immer wieder das Sella Massiv und die Seiser Alm sowie die beiden "Kofel" dort zu sehen ist beeindruckend! Da ist man als Fahrradfahrer ganz klein. Immer wieder kamen mir Wanderer entgegen und im Gegensatz zu mir sahen die meisten doch recht sauber aus. Aber wer will schon sauber sein? Es ist einfach zu schön, hier zu fahren!

Nach einer kurzen Steigung, die ich angesichts des Matsches schob, sah ich sie, DIE HÜTTE. Nicht DAS AUTO, sondern DIE HÜTTE. Sie nennt sich Pieralongia Alm und liegt auf 2290 Metern Höhe. Eine Pause musste her. Und im Vergleich zu der Gaststätte an der Seilbahn Bergstation vor 90 Minuten war das hier einfach richtig gemütlich. Keine Helene Fischer, keine überteuerten Preise. Stattdessen Holundersirup und ein Speckbrot. Wobei ich sagen muss, das was als Speck mit Brot angeschlagen. Und da hätte ich besser lesen müssen. Denn es waren zwei dicke Speckscheiben und frisches Brot mit und ohne Kümmel sowie Schüttelbrot. Lecker war es allemal, und die Sonne, die mir ins Gesicht schien tat ihr Übriges. So verweilte ich hier fast eine dreiviertel Stunde. Einfach um den Ausblick auf die schönen schon genannten Berge zu genießen und ebenso die Sonne. Und es war richtig ruhig. Trotz vieler Gäste. Aber ich hörte nicht mehr den oder die Hubschrauber, die mich heute früh beim bergauf fahren mehrfach überflogen hatten und mit den nervigen Geräuschen die Ruhe störten.

Gleiches tat iich jedoch auf der nun folgenden Abfahrt über die Regensburger Hütte bis nach Wolkenstein. Ich störte die Ruhe. Der Weg ließ sich toll fahren, mal schnell, mal langsamer, weil zu rutschig. Mal Single Trail, mal breiterer Wanderweg. Aber es ging bergab und so musste ich ja bremsen. Und die Bremsen machten heute einen Krach. Klingeln oder rufen war nicht nötig. Man hörte mich bremsen. Das nervte mich selber, aber sicher war es für die Wanderer und für mich, weil die Wanderer schon aus dem Weg gegangen waren, als ich kam.

Die Fahrt bergab verging wie im Flug. Nach knapp dreißig Minuten war ich im Tal und konnte gegen kurz nach 15:00 Uhr erst mein Fahrrad von so viel Matsch befreien und nachfolgend auch noch meinen Körper, wie ich es nicht für möglich gehalten habe.

Es war eine tolle Tour, die man auch mal wandern sollte. Die Eindrücke waren bombastisch und ich hoffe, dass ich das morgen bei der Fahrt zum Latzfonser Kreuz ggf. noch toppen kann.

Nun gute Nacht.. 

Dolomites - Seiser Alm

Claudia hatte mich überzeugt, dass ich die ursprünglich geplante Woche im September doch noch in den Süden fahren sollte, um noch einmal mit dem Mountainbike die Dolomiten zu erkunden.

Gesagt getan, so ging es am Sonnabend, den 2.9.  in Richting Süden. 5:00 Uhr Abfahrt, schöne Dämmerung, kaum Verkehr auf der A9 und später sogar Sonnenschein mit einigen Nebelfelden. Soweit so gut, bis ich nach Bayern kam. Genau an der Grenze verschwand die Sonne und das Wetter wurde schlechter. Der Verkehr ebenso. Und als ich in München ankam, um bei Lisa und Phillip Pause zu machen, goss es aus Kübeln.

Die Pause war notwendig, da 5 Stunden ununterbrochene Autofahrt alleine als Fahrer doch anstrengend ist. Als ich Mittags gegen 12 Uhr in Richtung Wolkenstein aufbrechen wollte, hörte ich von kilometerlangen Staus und durch Unwetter gesperrte Straßen in der Nähe von Garmisch. Trotzdem fuhr ich dort entlang, was ich bald auch bereuen sollte. Unfall vor Mittenwald, Stau am Zirler Berg und ebenso auf der Brennerautobahn und dann noch 1 Stunde vor Sterzing. Dank Volkswagen Navigationssystem mit online Verbindung Car-Net konnte ich einiges umfahren und kam dann um 17:10 Uhr im strömenden Regen in Wolkenstein an. Das änderte sich aber, da der Regen schnell in Schneegraupel überging.

Soweit zur Vorgeschichte, denn am Sonntag schien die Sonne, als ich aufwachte. Es bedeutete aber auch, dass die Wege in der Höhe noch nass und teils verschneit waren. Nicht so schlimm, denn heute wollte ich ja nur auf die Seiser Alm. 40 Kilometer und 1500 Höhenmeter. Los ging es gegen 09:00 Uhr und es war schon sehr kühl. 

Über St. Christina ging es nach St.Ulrich (die haben ein L im Namen vergessen) und dann kurz auf der Straße aus St. Ulrich heraus nach Kastelruth. Ha, hier war ich schon einmal mit der Familie und wir haben uns eine Holzsschnitzerei angeschaut. Doch 200 Meter später kam das Erwachen. Es ging geradeaus steil in den Wald hinein. Die Jacke, die Beinlinge, das Unterhemd, alles zog ich aus. Denn trotz Schatten kam ich angesichts der Steigung ganz schön ins Schwitzen. Und so zog sich er Weg zuerst auf feinstem -nein eher gröbstem, rutschigem- Schotter und dann irgendwann wieder auf Asphalt.

So fuhr ich weit über eine Stunde, bis ich endlich die schöne Hochebene der Seiser Alm errichte. Hier wurde es wieder etwas frisch. Kein Wunder, die Steigung änderte sich in gerades Gelände und so wurde meine Geschwindigkeit höher. Und Wind kam auch noch hinzu. Fön sollte das sein. Ich denke, da hat Petrus vergaß, die Wärmespirale beim Fön anzuschalten. Bis ich am anderen Ende der Alm in der Nähe von Compatsch war, blieb ich kurzärmlich und auch mit kurzer Hose bekleidet.

Das ändere sich an der Jausenstatoin, wo ich lecker Apfelstrudel und Einen Spezi zu mir nahm. hier wurde es dann doch kalt und trotz geschütztem Sitplatz zog ich es vor, die Jacke anzuziehen. und das Unterhemd war auch wieder dran. Ich genoss die Sonne und fuhr nach knapp 40 Minuten weiter.

Halt, ich wollte doch nicht wieder herunter fahren. Aber mein Navigatoinsgerät befahl den Weg ins Tal. Der Trail war schön und so fuhr ich. Tja, das sollte sich rächen, denn ich musste die Höhenmeter wieder Bergauf strampeln. War ja klar und ich will mich nicht beschweren. Ich bin ja zum Mountainbike fahren hier und nicht zum Ausruhen. Und wer bergab fährt, muss auch bergauf fahren. Und das macht mir i.d.R. ja auch richtig Spaß.

Nun wurde es richtig kühl. Die Sonne verschwand und ich kurbelte an der Gaststätte Spitzbühel vorbei in Richtung Schnee. Ich kannte die Seiser Alm ja vom letzten Urlaub und so folgte ich nicht dem Navi sondern meiner Nase. Und die lief... Kein Wunder bei der Kälte... Über Holzstege fuhr ich gen Hotel Goldknopf. Da waren wir im Urlaub letztes Jahr und da wollten nicht wieder hin. Also bog ich kurz vorher in Richtung Mahlknecht Hütte ab.

s folgte ein grader Weg und von nun an ging es bergab. Über Stock und Stein wie das beim Mountainbiken üblich ist und wieder über Holzstege. Und hätte es die Wanderer vor mir nicht gegeben, die dort wie auf rohen Eiern entlang gegangen sind, ich hätte mich auf die Nase gelegt. Denn der erste Steg war spiegelglatt. So ging ich mehr schlecht als recht hinüber, um nachfolgend einen schönen flowigen Trail zu fahren. Weiter ging es über einen Schotterweg mit recht grobem Schotter. Wie gut, dass es bergab ging. Bergauf fuhr ich den Weg letztes Jahr. und das brauche ich nicht noch einmal.

Und so verließ ich die Höhe, nicht ohne dass mich ein "Mountainbike Pärchen" überholte, ich sie überholte, sie mich überholten, u.s.w.. Das Ganze bis wir an eine weitere Steigung kamen, ab der ich das junge Pärchen nicht mehr sah. Nachtrag: Ich sah sie wandernd am nächsten Tag und sie machten mir bei einer Abfahrt den Weg frei. Hierbei sprachen sie mich an und meinten, sie hätten mich doch "gestern" gesehen. Das war schon echt lustig, da ich sie nicht erkannt hatte, sie mich sehr wohl...

Einsam bog ich meine Kurven und folgte dem Waldweg, bis es wieder über einen sehr schönen engen Waldweg bergab ging. Das Ziel musst doch bald kommen. Mitlerweile war ich am Monta Pana Parkplatz an gekommen, nur mein Ziel Wolkenstein war eben noch nicht erreicht. Bis Wolkenstein ging es entlang eines sehr schönen Wiesenweges noch zwei Mal knackig bergauf. Wenn auch nur einige wenige Höhenmeter. Für den ersten Tag war es ganz schön viel, meine Beine waren müde, schmerzten ein wenig aber ich war glücklich, Wolkenstein gegen kurz nach 15:00 Uhr wieder erreicht zu haben.

Mein Fahrrad wurde gereinigt und ich hatte das auch nötig. Fazit des ersten Tages: Irgendwie war ich auf meiner Alpentour vor 4 Wochen fitter, oder aberdie Steigungen hier sind steiler. Wie dem auch sei, es hat Spaß gemacht und ich freue mich auf morgen, wo ich zu den Geissler Spitzen fahren will.